Tauchrevier Deutschland im Interview mit "Der Taucherblog"

Author Archives: Mario

Lastensegler des Werbellinsees

„Es ist ein Märchenplatz an dem wir sitzen, denn wir sitzen am Ufer des Werbellin.“, schreibt Theodor Fontane verzückt in seinem Buch „Wanderungen durch die Mark Brandenburg.

Ein Denkmal in Altenhof am Südostufer erinnert an seinen Besuch im Jahr 1862. Und vielleicht hat er sie gesehen. Die Segel gesetzt, den Bauch voller Ladung, geführt von kräftiger Hand des schweigsamen Schiffers. Kaffenkähne. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts prägten die hölzernen Lastensegler das Bild des Werbellinsees, einer bedeutenden Wasserstraße. Sie fütterten das unersättliche Berlin mit dringend benötigten Baustoffen wie Ziegel, Ton und Feldsteine. Zu Tausenden passierten sie über die Jahre den Finowkanal in Richtung Süden.

Ziegel-, Kajüt- und Hangwrack

 

Das schmelzende Eis der letzten Eiszeit hinterließ nicht nur einen zehn Kilometer langen und anderthalb Kilometer breiten Rinnensee, den Werbellinsee, sondern gab auch begehrte Bodenschätze wie Ton und Mergel frei. Im Norden entstand die Königliche Ziegelei Joachimstal und im Süden die Zementfabrik von Bernoully. Sie produzierten für das schnell wachsende Berlin und Umland im Zeitalter der Industrialisierung. Die einzigartigen Segler dienten als Lastenesel für den Transport.

Mit seiner Maximaltiefe von 55 Metern ist der Werbellinsee nach dem Stechlinsee der zweittiefste See Brandenburgs. Flankiert von Hügeln und Wäldern, Buchten und Vorsprüngen treibt der Wind sein listiges Spiel mit den teils überladenen Lastenseglern. Und so wundert es nicht, dass der Werbellinsee zu den wrackreichsten Gewässern Deutschlands zählt. Bis heute noch Bundeswasserstraße erfreut sich der See nicht nur bei Schifffahrtstouristen und Freizeitkapitänen, Badegästen und Wassersportlern, sondern zieht jährlich viele Taucher aus Nah und Fern ob der historischen Unterwasserwracks an.

Lastenseglererkundung mit guten Buddies

 

Als ich 2009 mit dem Tauchen in unseren heimischen Gewässern begann, konnte auch ich mich den Geschichten um das Tauchen im Werbellinsee nicht entziehen. Tief und dunkel soll es dort unten sein. Wenn vom Wracktauchen im Werbellinsee die Rede war, ging es meist um das bekannteste Wrack am „Dornbusch“, dem beliebten Tauchereinstieg am Westufer des Sees. Das gut erhaltene Wrack liegt in einer Tiefe von 26 – 36 Metern. Ich kann mich noch gut an meinen ersten Sporttauchgang dorthin erinnern. Nach einer gefühlten Unendlichkeit im trüben, dunklen Wasser erschien im Schein meiner kleinen Lampe die mahagoniefarbene Steuerboardwand. Jetzt konnte ich mitreden, schließlich war auch ich am legendären Wrack.

Details des Dornbuschwracks I

 

Doch erst viel später, nach fortführender Ausbildung und erweiterter Ausrüstung, in der Lage, dekopflichtige Tauchgänge zu planen, musste ich erkennen, dass ich nicht ansatzweise um die Größe und Schönheit dieses einmaligen Zeitzeugen wusste. Mit seinen stolzen 40 Metern Länge liegt der Kahn am Hang und empfängt den Taucher mit aufragender, namensgebender Bugkaffe. Hochgebogene Boden- und Seitenplanken bilden die typische Kaffe der Holzkähne. Spätestens seit meinem Seminar „Schiffsarchäologie“ sind mir Schiffsbauformen, Spanten und Planken in kraweeler oder geklinkerter Bauweise nicht ganz wesensfremd. Vorbei an Winde und Maststuhl taucht man über geladene Feldsteine bis zur eingefallenen Kajüte. Das mächtige Ruder mit seiner ausladenden Pinne ist für mich das schönste Detail dieses beeindruckenden „Dornbuschwracks“.

Das legendäre Dornbuschwrack

 

An diesen bekannten Tauchplätzen begegnet man vielen Gleichgesinnten. Man tauscht sich aus. Und man hört zu. Ein zweites Wrack soll hier auf einer Tiefe von 33 Metern liegen. Die Kursangaben variieren stark. Doch der Ehrgeiz ist geweckt. Nach mehreren Fehlversuchen finden Buddy „Wolle“ und ich schließlich in nördlicher Richtung das stark sedimentierte Wrack II am „Dornbusch“ in einem weitaus schlechteren Zustand.
Von einem „Ziegelwrack“ ist die Rede, das berüchtigte „Kap Horn“ mit seinem regelrechten Wrackfriedhof und das Wrack an den „Puddingbergen“ tauchen immer wieder in Gesprächen auf. Vereinzelt finden sich bei meinen Recherchen hilfreiche Hinweise im Internet. Doch als zuverlässigste Quelle ergibt sich der Austausch mit „alten Hasen“ vom Werbellinsee, die schon viele Jahre im Werbellinsee taucherisch unterwegs gewesen sind.

Mast-, Puddingberg- und Nordwrack

 

Auch wenn man eine ungefähre Angabe über den Fundort des Wracks hat, so muss es noch gefunden werden. Das „Ziegelwrack“ und die Wracks um „Kap Horn“ liegen am nordöstlichen Ufer des Werbellinsees. Ein Landzugang ist eingeschränkt bis kaum möglich. Der mit einem guten Kilometer nicht sehr breite See und die mittlerweile verfügbare Scootertechnik erlauben eine Querung.

Buddy „Wolle“ ist glücklicher Besitzer eines leistungsstarken Scooters. An einem kalten Wintertag machen wir uns auf den Weg und queren tandemweise mit seinem Scooter den nördlichen Werbellinsee. Ein spannendes Unterfangen. Folgen wir auf dem Hinweg dem Seegrund, fahren wir in fünf Metern Tiefe zurück. Es bedurfte weiterer Tauchgänge, bis wir endlich das wunderschöne „Ziegelwrack“ bewundern konnten. In 14 Metern Tiefe ruht der Lastenkahn voll beladen mit roten Backsteinziegeln. Zumindest war er mal voll beladen. Das Siegel der „Königlichen Ziegelei“ macht die Ziegel zu einem begehrten Sammlerobjekt. Nicht allen Tauchern scheint bewusst, dass es sich bei den historischen Wracks um Denkmale handelt, die als solche zu behandeln sind. Die beobachteten Veränderungen allein in meiner kurzen Taucherzeit sind sehr bedauerlich.

Ziegelwrack, „Königliches Siegel“, DB Wrack II

 

Südlich vom „Dornbuschwrack“ liegt an einer ausgeprägten Mergelwand in sportlicher Entfernung das „Puddingbergwrack“. Flösselnd ist man gute 30 Minuten unterwegs. Auch hier führen nicht alle Tauchgänge zum gewünschten Erfolg. Gerade bei schlechten Sichtverhältnissen schießt man schon mal am Ziel vorbei. Überhaupt ist jeder Tauchgang Bestandteil eines Lernprozesses. Die Rückschläge steigern die Freude des Erfolges.

Eine kleine Landzunge am östlichen Ufer des Werbellinsees trägt den deutungsvollen Namen „Kap Horn“. Hier müssen die Windverhältnisse für die Lastensegler besonders tückisch gewesen sein. Fünf Wracks in einer Tiefe von 12 – 27 Metern zeugen von einem nicht ganz ungefährlichen Wasserweg. Ladung und Zustände der gesunkenen Kähne unterscheiden sich stark. Das sogenannte „Kajütwrack“ wartet als einziges Wrack noch mit einer stehenden Kajüte auf, in dem der Schiffer mit seiner Familie lebte. Das „Mastwrack“ verfügt über einen wiederaufgestellten Mast und das „Hangwrack“ liegt mit seiner Tonladung am Hang des Ufers. Zwei weitere Kähne sind stark sedimentiert und ragen teilweise nur noch mit der obersten Boardwand aus dem Grund.

Kap Horn-Wrack, Steinladung und Kaffe

 

Mit Heiko und Helmut traf ich zwei ebenso leidenschaftliche Taucher und gute Kenner des Werbellinsees. Sie wussten von zwei weiteren Wracks im Norden und Süden zu berichten. Das „Nordwrack“ in einer Tiefe von 6 Metern lässt allerdings nur noch ein Schiff erahnen, allein die Feldsteinladung zeugt von einem Wrack. Muschelbewachsene Planken und Spanten verraten das „Südwrack“ vor Wildau auf 8 Metern Tiefe. Überhaupt lässt sich feststellen, dass der Muschelbewuchs an den Wracks und deren Überreste stark zugenommen hat.

Mittlerweile sind wir alle motorisiert. In den letzten drei Jahren haben wir zahllose, spannende und herausfordernde Tauchgänge zu jeder Jahres- und Tageszeit im Werbellinsee durchgeführt. Es gab Bekanntes und viel Neues zu entdecken. Letzten Winter tauchten wir alle 11 uns bekannten Kaffenkahnwracks ab, um sie bei guter Sicht zu dokumentieren. Dabei stießen wir im Süden auf eine weitere verdächtige Feldsteinladung mit Holzresten. Macht dieser Fund das gute Dutzend voll?

Fischerkahn vor Altenhof

 

Nicht ganz ohne Stolz blicken wir auf unsere Abenteuer im schönen See Brandenburgs zurück. Wer kann schon von sich behaupten, alle historischen Wracks von Land aus erkundet zu haben. Hinzu kommen ein Einbaum und ein weiteres Dutzend rezenter Wracks wie Kajüt- und Segelboote. Besonders freut uns, das 1974 gesunkene Fischerboot vor Altenhof in diesem Jahr gefunden und als Erste vom Ufer aus betaucht zu haben. Aber das ist eine andere Geschichte.

Bleibt zu hoffen, dass uns die „Schätze“ des Werbellinsees, die Lastensegler aus vergangenen Tagen noch lange erhalten bleiben, wird ihnen doch seit Jahrzehnten mit den verschiedensten Absichten „nachgestellt“.

Text bereits im Fachmagazin „Wetnotes“ Ausgabe #34 (Dezember 2019) erschienen.

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Categories: _Brandenburg, UnterWasser

2020 / 2017 Tauchen in der Spree

15.06.2017 / 29.07.2020, Die Spree (Brandenburg)

Die Spree, Nebenfluss der Havel . Drei Quellen im Lausitzer Bergland bilden den Ursprung des Flusses im schönen Sachsen. Mit einer Gesamtlänge von 400 Kilometern schlängelt sie sich durch die Bundesländer Sachsen, Berlin und Brandenburg.

Gestern erhielt ich von Micco und Werner, guten Tauchfreunden des TC Strausberg und TSC Marzahn, eine Anfrage für einen gemeinsamen Tauchgang der besonderen Art, Tauchen in der Spree. Geplant war eigentlich ein schöner Trimix-Tauchgang im Steinbruch Wildschütz vom Volker Buder. Eine Autopanne meines Buddies machte uns allerdings einen Strich durch die Rechnung und so zögerte ich keine Sekunde, dem Abenteuer Flusstauchen zuzusagen.

Tauchen in der Spree

Im Müggelspree-Löcknitzer Wald- und Seengebiet mäandert die Spree oberhalb des Oder-Havel-Kanals in einer atemberaubenden, naturbelassenen Landschaft bevor sie in den Dämeritzsee mündet. Das Reich von Biber, Eisvogel, Ringelnatter, Rohrsänger und vielen anderen. Die Sonne malt eine unglaublich schöne Kulisse. Wir sind Gäste.

Meine beiden, erfahrenen Buddies wählen für unseren Tauchgang einen Flussabschnitt von ca. einem  Kilometer in der Gemeinde Grünheide (Brandenburg). Bevor man sich freudig in die Fluten stürzt, sollte man für sich ein paar Fragen beantworten. Wo steigen wir ein und vor allem wo wieder aus? Wie erkenne ich den Ausstieg? Wo parken die Autos und wie komme ich zum Ein- bzw. Ausstieg? Wir entscheiden uns für ein Basislager am Ausstieg, einem Wanderrastplatz kurz hinter einer kleinen Brücke, einem markanten Merkmal.

Abenteuer Flusstauchen

Noch einmal begutachten wir den Flusslauf und unseren Ausstiegspunkt. Das Wasser funkelt einladend unter dem strahlend blauen Himmel. Stattliche Döbel lauern in der Strömung auf eine Mahlzeit, Schwärme von Plötzen und Ukeleien ziehen unentwegt ihre Kreise und Steinbeißer baden im Sand am flachen Ufer des Flusses Spree. Wir freuen uns auf das Abenteuer „Flusstauchen“.

Abgetaucht Sommer 2020


 

Komplett angerödelt fahren wir vom Basislager zum oberhalb gelegenen Einstieg. Der Pegelstand mit 1,20 Meter nicht der Höchste. Während des Tauchganges werden wir eine maximale Tiefe von 3,5 Meter erreichen. Die Strömung variiert entsprechend Flusslauf und Tiefe. Wir gehen von einer 45-minütigen Drift aus. Unter den Augen von neugierigen Radwanderern steigen wir in den Fluss und tauchen ab.

Unterwasserwelt Spree

In Richtung Flussmitte nehmen wir Fahrt auf. Die Sicht schätze ich auf 2 Meter. Von gigantischen Wallern in der Spree ist die Rede. Da wir diese in den Überhängen der Uferbereiche vermuten,  steuern wir immer wieder in diese Bereiche. Es macht Spaß und ist mit Kamera und Lampe in der Hand schon ein wenig herausfordernd. Besonders, wenn man glaubt, etwas entdeckt zu haben und auf der Stelle weilen möchte.

Buchten im Uferbereich beruhigen das Wasser, ja es steht beinah. Hier trifft man auf viel Weißfisch wie Plötze und Ukelei zwischen Teichrose, Igelkolben und Laichkraut. Auch der Flussbarsch ist häufig in der Spree anzutreffen. Allein der Europäische Wels zeigt sich nicht. In jede dunkle Bucht halte ich meine Lampe in der Hoffnung auf weiße, verräterische Barteln und festige mich, ob eines riesigen Mauls nicht zu erschrecken. Ein junger Hecht steht im Kraut und hält gegen die leichte Strömung an. Unterwasserfotografie im strömenden Wasser.

Begegnungen in der Spree

Von Beginn an bin ich überrascht über das Vorhandensein von Süßwasserschwämmen am Grund des Flusses. Festsitzend auf dem Kiesbett besiedeln sie große Flächen korallengleich und trotzen dem Strom. Wie schaffen sie es nur, ihr Kieselsäureskelett unter diesen Bedingungen zu bauen. Selbst kleine Finger bilden sie aus und zeigen in Fließrichtung. Ich bin wirklich beeindruckt und vergesse die Waller.

Bereits 60 Minuten treiben wir in der Spree. Den Schatten einer Brücke konnte ich bisher noch nicht ausmachen. Sind wir schon hindurch? Bin ich am Ausstieg vorbei? Die Drift und die Sicht haben uns auseinandergetrieben. So war aber auch der Plan, bei zwei Kameraleuten unausweichlich. Ich stecke den Kopf aus dem Wasser. Keine Brücke. Der Fluss wird gesäumt von wilden, naturbelassenen Ufern. Keine Chance für einen Ausstieg.  Vielleicht hinter der nächsten Biegung. Ich tauche wieder ab.

Flora und Fauna in der Spree

Die Wasserpflanzen im Flussbett nehmen zu. Die langen Stiele und Blätter wiegen beinah horizontal in der Strömung der Spree. Ich lasse mich treiben und genieße. Es treibt mich ans Ufer. Der Fluss ändert seine Richtung. Und wieder. Zahllose Süßwasserschwämme von weißgelb bis algengrün. Im Uferbereich schichten sich Äste. Von Menschenhand? Oder ist es das Bauwerk des Flusses? Am Ende des Tages werde ich erfahren, dass es das Bauwerk eines Bibers ist. An jedem Ast heften Schwämme. Mit abnehmender Fließgeschwindigkeit bilden sie sich zu prächtigen Geweih-Süßwasserschwämmen aus. Wunderschön.

Geweih-Süßwasserschwämme in der Spree

Weitere 10 Minuten sind vergangen. Und keine Brücke. Erste Zweifel. Ich steige noch einmal auf.  Weit vorn am Ufer Leute. Ich rufe. Sind es meine Buddies? Badegäste, aber sie deuten mir, die Brücke liegt noch vor mir, ca. 500 Meter. Ich mag’s kaum glauben.  Nach über 90 Minuten haben wir letztendlich unseren Ausstieg dann doch gemeinsam erreicht.

„Solange haben wir noch nie gebraucht.“, erfahre ich von meinen Buddies. Zwischenzeitlich zweifelten auch sie und mussten sich unterwegs vergewissern, noch auf dem richtigen Weg zu sein. Den Herrscher der Unterwasserwelt, den Europäischen Wels, bekamen auch sie nicht vor die Maske. Wir steigen aus dem Wasser.

Tauchrevier Deutschland. Die Spree

Die Autos vom Einstieg werden zum Basislager zurück geführt und der tolle Tauchgang bei Bier und Bulette, Kaffee und Kuchen ausgiebig besprochen. Was für ein herrlicher Tag im Tauchrevier Deutschland. Vielen Dank Micco und Werner für das tolle Erlebnis, Tauchen in der Spree.

Flusstauchen. Schon mal gemacht?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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Categories: _Brandenburg, UnterWasser

Tauchen im Bergwerk Felicitas

15. September 2019, Schieferbergwerk Felicitas

Tauchen im Bergwerk Felicitas. Das Tauchen in den alten Bergwerken Deutschlands fasziniert auf eine ganz besondere Weise. Schwebend und beinah lautlos durch die von Kumpels Hand gehauenen Stollen und Hallen in einer vergangenen Zeit zu wandeln, ist einzigartig und unbeschreiblich schön.

Bin ich in den letzten Jahren in den Bergwerken Rabenstein, Kleinenbremen, Miltitz und Nuttlar „eingefahren“, führte mich mein heutiger Weg in das jüngste Schieferbergwerk „Felicitas“ bei Bad Fredeburg im Hochsauerlandkreis. Im letzten Jahr öffnete Wolfgang Röhr dort ein weiteres Unterwasserparadies für „Grottenmolche“ und Liebhaber der Unterwelt. Bis 1990 wurde Schiefer als Werkstein für Dach und Fassade abgebaut. Zwei Stollen in etwa 30 und 50 Metern Tiefe sind über einen gut 100 Meter langen Bremsberg (Schrägschacht) zu erreichen.

Über die Website „Bergwerktauchen Felicitas“ erfolgt eine problemlose Anmeldung. Brevet, Versicherung und Tauchtauglichkeit werden elektronisch per Email abgerufen. Die Entrichtung des Entgeltes besiegelt den erlaubten Zugang zur Unterwelt.

Bergwerk Felicitas

 

Da gute fünf Stunden Autofahrt zwischen dem schönen Brandenburg und dem Sauerland liegen, planen wir, Buddy Jens und ich, ein verlängertes Wochenende mit Abstecher zum „See im Berg“ in Messinghausen. Am Sonntag machen wir uns von unserer Gastherberge in Brilon auf zur Grube Felicitas. Eine große Industriehalle geschmückt mit Tauchbannern verrät uns unser heutiges Ziel.  Auf dem vorgelagerten Parkplatz wenige Autos. Angekommen treffe ich gleich auf bekannte Gesichter. Die Tauchgemeinschaft ist ein Dorf.

Bremsberg und Maschinenraum

 

Teilnehmer des Cavebase Camps 2019 am Vortag verabschieden sich zufrieden und noch recht schlaftrunken in den Sonntag. Ralf empfängt uns und gibt uns eine Einführung in die räumlichen Gegebenheiten und Abläufe. Die riesige Eingangshalle ermöglicht das Parken und Rödeln bei schlechtem Wetter in trockener Umgebung. Der Eingang zum Bremsberg ist in wenigen Schritten erreicht. Büro, Shop, Toiletten, Fülllogistik haben reichlich Platz in dem Industriebau. Gruben- und Leinenplan sind uns schon von der Website bekannt, Tauch- und Gasplan bereits festgelegt. Es kann losgehen.

Maschinenpark

 

Unsere Stages deponieren wir am Eingang des Bremsberges und beginnen mit dem Zusammenbau der Ausrüstung. Immer wieder treffen wir auf bekannte Taucher und kommen ins Klönen. Später erscheint auch Wolfgang. Doch dann endlich ist es geschafft, angerödelt und der erste Check. Heute werden drei Buddy-Teams in den Berg einfahren, von denen bereits zwei im Wasser sind. Auf 6 Metern lassen wir unser Sauerstoff-Dekogas „fallen“. Spätestens am ersten „T“ klart das recht trübe Wasser auf. Wir setzen unsere Cookies und tauchen links in den Maschinenraum.

Hat jedes Bergwerk seine Eigenheiten, so sind die zahlreichen und großen Maschinen wie Lifter, Kopflader und Sägen in der Grube „Felicitas“ wirklich einzigartig. Wie von den Kumpels der Vorschicht abgestellt, warten sie darauf, gestartet zu werden. Es gibt so viel zu sehen, zu bestaunen und zu entdecken. Und die Uhr tickt. Der Barbaratunnel führt uns weiter in den Berg. Sägeblätter, Armaturen, Leitungen, Rohre zeugen von der Betriebsamkeit. Wir fliegen im klaren Wasser, wo einst  die Kumpel bei staubiger Luft den Schiefer dem Berg abtrotzten.

Der Barbaratunnel

 

Unser „TP“ ist erreicht und wir kehren um. Wieder an Tageslicht, können wir unsere Freude über einen wundervollen Tauchgang im Berg nicht verbergen. Bei Kaffee, Keks und Knacker sitzen wir in der Sonne mit Gleichgesinnten und tauschen Tauchergeschichten aus. Ein wunderbarer Tag im Tauchrevier Deutschland.

Schon da gewesen, im Bergwerk Felicitas?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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Categories: _Nordrhein-Westfalen, UnterWasser

Bergwerktauchen in Deutschland

Das Höhlentauchen wird immer populärer und erfreut sich bereits bei vielen zertifizierten Höhlentauchern großer Beliebtheit. Auch wenn es die Eiszeit mit Deutschland tauchtechnisch sehr gut gemeint hat, so müssen wir auf heimische „Cenoten“ verzichten. Verzichten auf das Höhlentauchen in Deutschland müssen wir dennoch nicht. Ehemailge und verlassene Bergwerke, gefüllt mit sauberem Grundwasser, ermöglichen atemberaubendes Tauchen in Bergwerken.

Hier findet Ihr eine Auflistung der zugänglichen Bergwergwerke für das Höhlentauchen in Deutschland. Über die Bedingungen und Tauchvoraussetzungen könnt Ihr Euch detailliert auf den Internetseiten der jeweiligen Anbieter informieren. Fehlt was? Dann lasst es mich bitte wissen.

Bergwerktauchen in Deutschland

Schieferbergwerk Nuttlar

BergwerkTauchen im Sauerland (Nuttlar/NRW)
1878-1985 Abbau von Dach- und Plattenschiefer, Labyrinth von 20 km auf 5 Ebenen.
Getaucht wird in 2 gefluteten Ebenen bis zu einer Tiefe von 14m bzw. 30m.
Beitrag Tauchen im Bergwerk Nuttlar.

Bildquelle: Homepage www.bergwerk tauchen.de

Öffnungszeiten Samstag/Sonntag
Kursangebote, Cavern & Cave
Anbieter „Bergwerk tauchen“

Bergwerk tauchen UG

Schieferbergwerk Felicitas

BergwerkTauchen im Sauerland (Bad Fredeburg/NRW)
1863-1994 Abbau von Dach- und Plattenschiefer.
Getaucht wird auf zwei Sohlen 32m und 46m.
Beitrag Tauchen im Bergwerk Felicitas.

Bildquelle: Facebook Bergwerktauchen Felicitas

Öffnungszeiten: in Planung
Kursangebote, Cavern & Cave
Anbieter „Bergwerktauchen Felicitas UG“

Bergwerk tauchen Felicitas UG

Besucherbergwerk Kleinenbremen

BergwerkTauchen in Porta Westfalia (Kleinenbremen/NRW)
1835–1957 Abbau von Eisenerzen. Seit 1988 ein Besucherbergwerk.
Beitrag Tauchen im Bergwerk Kleinenbremen

Bildquelle: Homepage www.trevpunkt.de

Termine einmal im Monat nach Anmeldung
Anbieter Tauchschule „Der Trevpunkt“
Cavern „Blaue Lagune“, 19m
Cave, Stollen

Das Tauchen im Bergwerk ist derzeit eingestellt!


Tauchen & Reisen Der Trevpunkt

Felsendome Rabenstein

BergwerkTauchen in Chemnitz (Sachsen)
1365-1906 Abbau von Kalkstein auf 4 Sohlen,
Getaucht wird in der 3. und 4. gefluteten Sohle

Bildquelle: Homepage www.felsendome.de

Termine jederzeit nach Voranmeldung
Kursangebote, Cavern & Cave
Anbieter Tauchschule „Sachsenluft“


Felsendome Rabenstein

Bergwerk Miltitz

BergwerkTauchen in Meißen (Sachsen)
1400-1924 Abbau von Kalkstein. Seit 1997 wird getaucht.
Beitrag Tauchen im Bergwerk Miltitz

Bildquelle: www.tauchtreffdd.de

Oktober-März nach Terminvergabe
Kursangebote, Cavern & Cave
Anbieter Tauchertreff Dresden


Tauchertreff Dresden

Marmorbruch Crottendorf

BergwerkTauchen in Crottendorf (Sachsen)
1587-1973 Abbau von Kalkstein
Stollensystem auf 10m- und 22m-Sohle, Eingang unter Wasser

Bild: Mario Merkel

Öffnungszeiten ganzjährig
Höhlentauchen für zertifizierte Cave-Diver


Crottentaucher e.V.

Schiefergrube „Christine“

BergwerkTauchen im Sauerland, Willingen (Hessen)
1864-1971 Abbau von Schiefer auf 3 Sohlen,
Seit 2007 Tauchbetrieb in Sohle 2 (24m) und 3 (41m),

Bildquelle: Homepage www.messinghausenderseeimberg.de

Öffnungszeiten ganzjährig
Höhlentauchen für zertifizierte Cave-Diver
Geführte Tauchgänge über verschiedene Tauchschulen vor Ort

Schöne Tauchberichte vom Freshwater Team

Bergwerk „Christine“, Willingen

Schiefergrube „Brilon“

BergwerkTauchen in Sauerland, Schwalefeld (Hessen)
Alte Schiefergrube, Tauchtiefe bis 72m

Bildquelle: Homepage www.messinghausenderseeimberg.de

Öffnungszeiten ganzjährig
Höhlentauchen für zertifizierte Cave-Diver
Anbieter „Scapehander“


Bergwerk „Brilon“, Schwalefeld

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Categories: ÜberWasser, UnterWasser

Indoor Tauchen in Deutschland

Indoor Tauchangebote bieten einem die Möglichkeit, so man nicht über eine kältetaugliche Tauchausrüstung verfügt oder einfach nicht ins kalte Wasser mag, die Wintermonate bis zur nächsten Saison zu überbrücken. Aber auch zu Ausbildungszwecken oder dem Checken von neuen Ausrüstungsgegenständen wird das Indoor Tauchen in Deutschland gern angenommen. Hier findet ihr neben den vielen Schwimmhallenangeboten eine Aufstellung von Indoor Tauchtürmen und -becken in Deutschland.

Monte-Mare in Rheinbach bei Köln/Bonn

Indoor-Tauchen, Schwimmbad, Wellness und Sauna bei Köln/Bonn (Nordrhein-Westfalen)

Bildquelle: Homepage monte-mare

200 qm Wasserfläche, 10m tief, 2 Mio Liter Wasser,
Wassertemperatur 28 Grad,
Höhlen- und Grottenlabyrinth, Bootswrack,
Ausbildung nach SSI, Tauchshop,

monte-mare Rheinbach

TauchRevier Gasometer Duisburg

Ehemaliger Gasometer als Indoor-Tauchparadies in Duisburg (Nordrhein-Westfalen)

Bildquelle: Homepage tsc-leimen.de

45m Durchmesser, 13m tief, 21 Mio. Liter Wasser,
Temperatur abhängig von Aussentemperatur (7-26 Grad),
Ausbildung SSI, Tauchshop
beheizte Umkleideräume


Tauchrevier Gasometer

Dive4Life Siegburg

Neu erbautes Indoor-Tauchcenter in Siegburg bei Köln (Nordrhein-Westfalen)

Bildquelle: Homepage Dive4Life

18/10m Durchmesser, 20m tief, 3 Mio. Liter Wasser,
Wassertemperatur 26 Grad,
versunkene Stadt, künstliche Ruinen,
Ausbildung SSI, Tauchshop


Dive4Life

TSC Tauchturm Esslingen

Tauchturm des Tauchsportclubs TSC Esslingen (Baden-Württemberg)

Bildquelle: Hompepage TSC Esslingen

6m tief, Grundfläche 5x5m,
115.ooo Liter Wasser,
Wassertemperatur 25 Grad


Tauchturm TSC Esslingen

Divers Indoor

Ehemalige Sauerkrautfabrik mit 7 Tauchbecken in Aufkirchen (Bayern)

Bildquelle: Homepage divers-indoor.de

7 Becken mit ca. 5m Tiefe,
2 Mio. Liter Wasser,
Wassertemperatur 24 Grad,
Erlebnisbecken, Gastronomie
Ausbildung SSI


Divers Indoor



AquaCity, Tauchturm Vogtland

Das AquaCity, Tauchturm in Plauen (Vogtland, Sachsen)

Bildquelle: Homepage Tauchturm Vogtland

8m Durchmesser, 50qm Wasserfläche, 10m tief,
530.000 Liter Wasser,
Wassertemperatur 30 Grad,
Ausbildung SSI/PADI


Tauchturm Vogtland

Atlantis Berlin – Big Blue

Drei verbundene Tauchtürme im Atlantis-Shop (Berlin)

Bildquelle: tauchrevierdeutschland.de

100.000 Liter Wasser,
3,5m Tiefe; 12m Länge; 3,5m Breite und fast 20m Schwimmstrecke


Atlantis Berlin

DLRG Turm Berlin

Tieftauchsimulation durch veränderte Wassersäule und veränderten Betriebsdruck (Berlin)

Bildquelle: Homepage DLRG Tauchturm Berlin

50m Tauchtiefen Simulation,
Übernachtungen


DLRG Turm Berlin

Tauchcenter Nullzeit Duisburg

Piratenschiff, versunkene Stadt, Kirche, Silbermine und und und. 8 Themengänge im ehemaligen Trinkwasserspeicher in Duisburg (Nordrhein-Westfalen)

Bildquelle: Homepage Tauchcenter Nullzeit

8 Themengänge,
16 Mio. Liter Wasser,
Ausbildung CMAS


Tauchcenter Nullzeit

Tauchturm Wittenberge

Rifflandschaften, Wechsellichtanlage, Röhrensystem und Trainingsebene, Indoor-Tauchen in der alten Ölmühle Wittenberge (Brandenburg)

Bildquelle: Homepage Tauchturm Wittenberge

100qm Wasserfläche, 10m tief,
Wassertemperatur 24 Grad,
Ausbildung SSI


Tauchturm Wittenberge

Tauchturm Laupheim-Obersulmetingen

Hauseigener Tauchturm von Astrid Schiemann Tauchsport

Bildquelle: Homepage Astrid Schiemann Tauchsport

keine Angabe zur Tiefe und Temperatur,
Ausbildung SSI,
freie Nutzung für Klubmitglieder


Tauchturm Laupheim-Obersulmetingen

Tauchzentrale Berlin

Hauseigenes Schwimmbad Tauchzentrale Berlin

Bildquelle: Homepage Tauchzentrale Berlin

keine Angabe zur Tiefe und Temperatur,
Ausbildung PADI,
Nutzung via activeCard-Programm


Schwimmbad Tauchzentrale Berlin

Kennt ihr weitere Indoor Tauchmöglichkeiten in Deutschland? Dann laßt es mich wissen. Berichtet von euren Erfahrungen des Indoor Tauchen in Deutschland.

 

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Categories: ÜberWasser, UnterWasser

2019 Tauchen auf Madeira

Juni 2019, Madeira, Portugal

Die Welt ist schön. Die Welt ist groß. Und das macht es uns bei unserer Urlaubsplanung nicht unbedingt leichter. Alea iacta est. Die Würfel sind gefallen. Madeira, wir kommen.

Nach wenigen Recherchen und Gesprächen mit Tauchfreunden sind Herberge und Tauchbasis auf der Blumeninsel Madeira schnell gefunden. TAP Airline Portugal bringt uns via Lissabon sicher und pünktlich ans Ziel, dem Flughafen „Cristiano Ronaldo“ Madeiras. Die Überfahrt zum Hotel dauert dank der super ausgebauten Schnellstraße keine 30 Minuten.

Tauchbasis Manta Diving Madeira & Hotel Galomar

 

Zwei Wochen werden wir die Gastfreundlichkeit des neu renovierten Galomar in Anspruch nehmen und wie sich zeigen soll, werden wir nicht enttäuscht. Oberhalb der Steilküste mit atemberaubendem Blick residiert die feine und überschaubare Hotelanlage, während am Fuße an den Fels schmiegend die Tauchbasis „Manta Diving Madeira“ auf ihre Gäste aus aller Welt wartet. Sonntag. Wir müssen uns bis morgen gedulden und nutzen die Gelegenheit für Erkundungen. Schnell erfahren wir, dass jeder Schritt ein wirkliches Auf und Ab ist.



Das Wetter ist toll. Maximal 23 Grad, leicht bewölkt und es weht ein feiner Wind. Wir sind der Gluthitze in Deutschland entflohen. Unbedarft stapfen wir die Küsten entlang und staunen über jeden Farbtupfer. Der Name Blumeninsel kommt nicht von ungefähr. Ein schönes Fleckchen.

 

Mit dem Fahrstuhl geht’s samt Tauchgepäck am nächsten Tag zur Basis. Ein herzlicher Empfang vermittelt das Gefühl von Willkommensein. Papierkram und Check-In sind schnell erledigt. Ein kleiner, geführter Rundgang erklärt die Örtlichkeiten und Abläufe. Die Tauchbasis von Stefan Maier macht einen sehr guten, gepflegten und organisierten Eindruck. Allein der Atlantik zeigt was er kann, wenngleich nicht mal ansatzweise was er wirklich kann. Das Krachen der Brandung an den Felsen veranlasst die Bademeister das Hissen der roten Flagge. An Tauchen heute ist wohl nicht mehr zu denken. Wir verabreden uns für morgen und nutzen den Tag für einen Ausflug nach Funchal.

Hauptstadt Funchal

 

Mit dem öffentlichen Nachverkehr, dem Linienbus fahren wir von Canico nach Funchal, in die Hauptstadt Madeiras. Funchal, von Fenchel, der bis zu seiner Ausrottung auf der Insel heimisch war. Man kann wohl sagen, dass die Insel nach Entdeckung komplett umgestaltet wurde. 8 lange Jahre Brandrodung, Siedlungs- und Straßenbau, sowie der Anbau von Nutzpflanzen wie Zuckerrohr veränderten die Atlantikinsel grundlegend. Auch die heutige Blumenpracht hat seinen Ursprung in der menschlichen Umgestaltung.

Tauchbasen auf Madeira

 

Es regnet, es gießt. Uns wundert es nicht mehr. Wir schaffen es, in jedem Urlaubsland bei noch so geringer Regenwahrscheinlichkeit dem Himmel das Nass zu entlocken. Nur im schönen Brandenburg versagt diese Fähigkeit. Die Portugiesen beweisen ihre Geschäftstüchtigkeit. Sofort werden an jeder Ecke Regenschirme feil geboten. Die alten, engen Gassen mit ihren Wandmalereien zaubern eine wunderbare Atmosphäre. Die Berge verschwinden im Dicht der Wolken. Einen Aufstieg mit der Seilbahn schenken wir uns.



Nach einem großartigen Frühstück und mit Sonne im Gepäck treffen wir uns an der Tauchbasis zum verpflichtenden Check-In-Dive. Christina wird uns begleiten und briefen. Mit ihrer unglaublich fröhlichen Art, einer warmen Ausstrahlung und der gehörigen Portion Humor versüßt sie unseren Aufenthalt. Das Briefing schenkt dem Ein- und Ausstieg besonderes Augenmerk. Gutes Zuhören ist angebracht. Maske ausblasen und Gasspende sind schnell vollführt und unsere volle Aufmerksamkeit gehört der Unterwasserwelt rund um den Lavafinger.

Zauberhafte Sepien

 

Von nun an erkunde ich mit meinem Lieblingsbuddy das Hausriff vor der Tür eigenständig. Genauso mögen wir es. Der Atlantik überzeugt mit seiner schroffen, kühlen Schönheit. Bunte Korallenriffe sucht man hier vergebens. Felsbrocken und Steine auf sandigem Boden bestimmen das Bild dieser blauen Landschaft. Sie bieten kleinem und großem Getier Lebensraum und Versteckmöglichkeiten. Rochen, Muränen, Zackenbarsche und große Schwärme von Gelbstriemen sind hier zuhause. Es gibt endlos zu entdecken. Wie Fladen hängen weiße, rote, grüne Keulenanemonen am Fels. Weißband-Putzer- und Hohlkreuzgarnelen wohnen dort zur Untermiete. Große Pfeilkrabben suchen den Schutz von prächtigen Seeigeln.

Unterwasserwelt Madeiras

 

Die kleinen Sepien zwischen den rosa Unterwasserpflanzen allerdings verzaubern mich. Stundenlang kann ich diesen wahren Magiern bei all ihren Verwandlungstricks zuschauen. Einfach herrlich. Die Tauchplätze am Hausriff tragen Namen wie Lavafinger, Arena und Ponta da Oliveira. Ein Briefing für diese schönen Plätze erhält man vom Basisteam jederzeit.

Abgetaucht im Atlantik

 

Mit einem komfortablen Aluminiumboot werden Ausfahrten zu entlegeneren Tauchplätzen wie Cap Garajau und der Korvette „Afonso Cerqueira“ angeboten. Am Fuße des „Christo Rei“ lassen sich imposante Zackenbarsche beobachten. Ein wahres Katz-und-Maus-Spiel lieferten sie sich mit uns. Während wir uns den großen Fischschwärmen im Blau widmen, kommen sie aus den felsigen Verstecken, stiften Unruhe um dann auch gleich wieder zu verschwinden.

Zackenbarsche am Cap Garajau

 

Südlich von Cabo Girão wurde im Herbst letzten Jahres die ausgediente Korvette „Afonso Cerqueira“ als Taucherattraktion versenkt. Das Schiff der portugiesischen Marine ruht auf maximal 30 Metern und ist wunderschön zu betauchen. Trotz der eher mäßigen Sicht ein wirklich tolles Erlebnis. Allein die Kriterien für den Ort des Versenkens sind für mich nicht nachvollziehbar. Befinden sich die vier Tauchbasen im Südosten der Insel, müssen diese nun 30 Minuten mit ihren Booten zum Wrack shippern.

Korvette „Afonso Cerqueira“

 

Da die schöne Insel Madeira weitaus mehr als Tauchen bietet, haben wir uns kurzerhand ein Auto für ein paar Tage besorgt und diese erkundet. Zunächst ging es an den östlichsten Zipfel auf Wanderschaft. Ohne Vorbereitung und zu wissen, was uns erwartet, machten wir uns auf den Weg. Eine baumlose, karge und dennoch atemberaubende Landschaft war der Lohn. Die Wanderroute teilten wir uns mit Leuten, die ein Vermögen in Outdoorläden gelassen haben müssen. Wir schauen auf unsere Sandalen herunter und schmunzeln. Am Abend erfahren wir, auf einer anspruchsvollen Route gewandelt zu sein.

Ponta de São Lourenço

 

Den nächsten Tag fahren wir in den Norden. Tunnel, Schnellstraßen und eine ohnehin gut ausgebaute Infrastruktur lässt die Entfernungen schmelzen. Die fortführende Küstenstraße bringt uns in den Nordwesten nach Porto Moniz, die natürlichen Schwimmterrassen eine Attraktion. Mir persönlich gefällt dieser reine Touristenort nicht wirklich und so flüchten wir über abenteuerliche Serpentinen in die Berge. Was für ein Erlebnis. Endlos Blumen säumen die Straße und versprühen einen betörenden Duft. Diese Tour stellt jeden Besuch in einem Botanischen Garten in den Schatten. Es ist einfach herrlich. Wo es gefällt, halten wir an und gehen ein paar Schritte.

Porto Moniz

 

Wir verbringen zwei Wochen auf Madeira und sind einfach begeistert. Die Landschaft ist traumhaft, die Leute nett und freundlich und das Essen umwerfend lecker. Wir wurden nicht enttäuscht. Na und das Tauchen mit den Manta Divers erwies sich als die richtige Wahl. Gefreut hat mich auch das persönliche Treffen von langjährigen FB-Freunden. Danke Ivonne, Ines, Rainer und Luis.

Seid ihr schon einmal auf Madeira gewesen?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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Categories: AufReisen

Europäischer Wels, Waller

Europäischer Wels (Silurus glanis)

Er ist der unangefochtene Herrscher unserer heimischen Gewässer. Er verschmäht weder Fisch, Vogel noch Säugetier, alles was in den Schlund seines riesigen Mauls passt, wird aufgenommen – der Europäische Wels, auch Waller genannt. Mit einer Länge von über zwei Metern und einem möglichen Gewicht größer 100 Kilogramm ist der Wels der größte Süßwasserfisch in unseren Seen.



Es wundert daher kaum, dass eine Unterwasserbegegnung mit ihm ein bleibendes Erlebnis für jeden Taucher ist. Auf meinen Streifzügen im Tauchrevier Deutschland traf ich den nachtaktiven Jäger mehrfach.

Europäischer Wels (Silurus glanis)

Auch ein gefürchteter Räuber fängt mal klein an und muss sich den Abenteuern des Lebens in seinem Lebensraum stellen. In einem behüteten Nest im Flachwasser bei angenehmen Temperaturen um 20 Grad schlüpft die kleine Larve nach wenigen Tagen der Eiablage in den Monaten Juni/Juli und wächst im Schutz der Dunkelheit in tieferen Bereichen des Gewässers zu einem Jungfisch heran.


Heidi aus dem Heidesee

Bevor der kleine Wels Jungfischen und seinesgleichen nachstellt, ernährt er sich von Zooplankton und Wirbellosen. Während dieser Zeit des Heranwachsens steht der Jungwels bei vielen anderen Fressfeinden auf der Speisekarte.

Wels, Waller im Tauchrevier

Der Europäische Wels ist mit seiner markanten länglichen Körperform unverwechselbar. Sechs Barteln sitzen am großen Kopf rund um das breite Maul. Diese sensiblen Antennen machen den lichtscheuen Fisch zu einem erfolgreichen Jäger in der Nacht. Tagsüber ruht er am Gewässergrund, in kleinen Unterständen oder hängt in Pflanzen und Ästen alter Bäume.

Aber auch menschliche Hinterlassenschaften wie Wracks, Plattformen und andere Gebilde werden gern als Ruhestätte insbesondere in den Wintermonaten angenommen. Da es sich bei dem Europäischen Wels um einen standorttreuen Fisch handelt, kann man ihn durchaus gezielt in seinem Revier aufsuchen.

Begegnungen mit dem Wels

In der Regel begegnet der Wels Tauchern unaufgeregt. Nur zu aufdringliches Agieren oder Blenden mit Lampen lassen ihn genervt von dannen ziehen. Seine stattliche Körpergröße macht den Waller ebenso zu einem begehrten Objekt bei  Anglern. Als beliebter Speisefisch wird er gern im Netz der heimischen Fischer gesehen.

Erzählt von Euren Wels-Begegnungen!

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Categories: FloraFauna

2019 Tauchen im Geiseltalsee

Tauchen im Geiseltalsee (Sachsen-Anhalt), 30.01.2019

Riesige Tagebaurestlöcher zeugen vom unstillbaren Energiehunger der Menschheit. Geflutet erfreuen sie sich heute bei allen Wassersportlern und Erholenden. Bis nach der Wendezeit wurde ein großes Braunkohlevorkommen südlich von Halle (Saale) und westlich von Leipzig mit stählernen Riesen abgebaut, eine 90 Meter tiefe Wunde das Ergebnis. 8 Jahre lang bis 2011 füllte das Wasser der Saale den heutigen Geiseltalsee, mit 19 Quadratkilometern der größte, künstliche See in Deutschland.



Heute nun stehe ich am Ostufer des Tauchrevieres in Sachsen-Anhalt. Zwei Tauchbasen haben sich am Geiseltal niedergelassen. Für meinen heutigen Tauchgang wähle ich die “Tauchbasis Geiseltalsee“ von Mark, einem ehemaligen Kampftaucher und leidenschaftlichen Feuerwehrmann. Ein kurzes Telefonat und er ermöglicht den Einstieg mitten in der Woche. 11:00 Uhr treffe ich mich mit meinen Buddies nach einer 2 ½ stündigen Autofahrt direkt an der Basis. Mark ist bereits da und begrüßt uns freundlich. Nach einem heißen Kaffee geht es an das windstille Ufer des großen, langgestreckten Geiseltalsees. Das Wasser schimmert klar und lässt den Kiesgrund in der Sonne blinken. Vorfreude. Mark erklärt uns die Struktur des Gewässers und gibt uns hilfreiche Hinweise für unsere Tauchgangsplanung. Wir wässern die Scooter und werfen uns in unser schickes, schwarzes Outfit.

Tauchen im Geiseltalsee, Ostufer

 

Kurs Südwest, dann einen Haken Richtung Osten und weiter gen Südwest. Das Ufer fällt flach ab. Wir tauchen über einen breiten Gürtel aus Kammlaichkraut und stoßen bald auf Zeitzeugen vor dem großen Wasser. Strauchwerk verleiht dem doch eher monotonen Grund eine willkommene Struktur. Die Sicht schätze ich auf 3-4 Meter, wohl eher enttäuschend für den See, wie wir später erfahren.  Der Wind hat ein leichtes Spiel. Die gut 8 Kilometer lange West-Ost-Ausrichtung des Geiseltalsees bietet ideale Bedingungen für sein Wellentreiben.

Wir erreichen ein kleines Wäldchen. Die muschelbehangenen Äste scheinen unwirklich im schummrigen Grün. Vereinzelt erkenne ich Süßwasserschwämme zwischen den Dreikantmuscheln. Es ist eine Freude mit dem Scooter durch dieses mystische Unterwasserwelt zu gleiten. Am Boden verschwinden alte Sanddornsträucher im Bakteriennebel. Wir erreichen eine Maximaltiefe von 15 Metern. Die Wassertemperatur schwankt zwischen 3 und 4 Grad Celsius. Nach 45 Minuten wenden wir und treten mit Kurs Nordost den Rückweg an.

Unterwasserwelt Geiseltalsee

 

Auffällig viele Kamberkrebse geben sich dem Liebesspiel hin und scheinen von uns komplett unbeeindruckt. Fische schwimmen uns nicht vor die Maske, nicht einmal ein Flussbarsch. Mark erzählt uns später, dass der See beliebtes Angelgewässer ist und jährlich viel Fisch wie Aal eingesetzt wird. Auch die beliebte Maräne soll die Tiefen des Geiseltalsees für sich entdeckt haben.



Mark deutete beim Briefing auf eine Stelle in der Bucht, an der ein Spülschacht in den See tritt und derzeit Wasser einbringt. Wir können ihn nicht finden und entscheiden uns zur Neuorientierung für einen Aufstieg. Mit der neuen Peilung erreichen wir in der Zieltiefe auch den beschriebenen Steinhaufen. Einen Schacht machen wir jedoch nicht aus. Mark tröstet uns später mit den Worten: „Ihr wart ganz dicht dran“. Beim nächsten Mal. Nach 1 ½ Stunden endet auch dieser Tauchgang in einem interessanten Gewässer. Eines ist ganz klar, ich brauche mehr Arme.  Scooter, Lampe, Kamera.

Tauchbasis Geiseltalsee

 

Schnell aus den nassen Klamotten, bevor die eisigen Temperaturen jeden Boltsnap und Zipper unbeweglich werden lassen. Heißer Tee, Kaffee, Dekobier und eine heiße Bockwurst wecken die Lebensgeister von drei Tauchern. Danke Buddies, danke Mark. Wir kommen wieder. Und dann geht’s mit dem Boot zu neuen Ufern.

Schon mal im Geiseltalsee getaucht?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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Categories: _Sachsen-Anhalt

Lastensegler des Werbellinsees

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Archiv

Kontakt:

Mario Merkel, Tauchrevier Deutschland

buddy [at] tauchrevierdeutschland.de