Tauchrevier Deutschland im Interview mit "Der Taucherblog"

2017 Tauchen in der Spree

15.06.2017, Die Spree (Brandenburg)

Die Spree, Nebenfluss der Havel . Drei Quellen im Lausitzer Bergland bilden den Ursprung des Flusses im schönen Sachsen. Mit einer Gesamtlänge von 400 Kilometern schlängelt sie sich durch die Bundesländer Sachsen, Berlin und Brandenburg.

Gestern erhielt ich von Micco und Werner, guten Tauchfreunden des TC Strausberg und TSC Marzahn, eine Anfrage für einen gemeinsamen Tauchgang der besonderen Art, Tauchen in der Spree. Geplant war eigentlich ein schöner Trimix-Tauchgang im Steinbruch Wildschütz vom Volker Buder. Eine Autopanne meines Buddies machte uns allerdings einen Strich durch die Rechnung und so zögerte ich keine Sekunde, dem Abenteuer Flusstauchen zuzusagen.

Tauchen in der Spree

Im Müggelspree-Löcknitzer Wald- und Seengebiet mäandert die Spree oberhalb des Oder-Havel-Kanals in einer atemberaubenden, naturbelassenen Landschaft bevor sie in den Dämeritzsee mündet. Das Reich von Biber, Eisvogel, Ringelnatter, Rohrsänger und vielen anderen. Die Sonne malt eine unglaublich schöne Kulisse. Wir sind Gäste.

Meine beiden, erfahrenen Buddies wählen für unseren Tauchgang einen Flussabschnitt von ca. einem  Kilometer in der Gemeinde Grünheide (Brandenburg). Bevor man sich freudig in die Fluten stürzt, sollte man für sich ein paar Fragen beantworten. Wo steigen wir ein und vor allem wo wieder aus? Wie erkenne ich den Ausstieg? Wo parken die Autos und wie komme ich zum Ein- bzw. Ausstieg? Wir entscheiden uns für ein Basislager am Ausstieg, einem Wanderrastplatz kurz hinter einer kleinen Brücke, einem markanten Merkmal.

Abenteuer Flusstauchen

Noch einmal begutachten wir den Flusslauf und unseren Ausstiegspunkt. Das Wasser funkelt einladend unter dem strahlend blauen Himmel. Stattliche Döbel lauern in der Strömung auf eine Mahlzeit, Schwärme von Plötzen und Ukeleien ziehen unentwegt ihre Kreise und Steinbeißer baden im Sand am flachen Ufer des Flusses Spree. Wir freuen uns auf das Abenteuer „Flusstauchen“.

Komplett angerödelt fahren wir vom Basislager zum oberhalb gelegenen Einstieg. Der Pegelstand mit 1,20 Meter nicht der Höchste. Während des Tauchganges werden wir eine maximale Tiefe von 3,5 Meter erreichen. Die Strömung variiert entsprechend Flusslauf und Tiefe. Wir gehen von einer 45-minütigen Drift aus. Unter den Augen von neugierigen Radwanderern steigen wir in den Fluss und tauchen ab.

Unterwasserwelt Spree

In Richtung Flussmitte nehmen wir Fahrt auf. Die Sicht schätze ich auf 2 Meter. Von gigantischen Wallern in der Spree ist die Rede. Da wir diese in den Überhängen der Uferbereiche vermuten,  steuern wir immer wieder in diese Bereiche. Es macht Spaß und ist mit Kamera und Lampe in der Hand schon ein wenig herausfordernd. Besonders, wenn man glaubt, etwas entdeckt zu haben und auf der Stelle weilen möchte.

Buchten im Uferbereich beruhigen das Wasser, ja es steht beinah. Hier trifft man auf viel Weißfisch wie Plötze und Ukelei zwischen Teichrose, Igelkolben und Laichkraut. Auch der Flussbarsch ist häufig in der Spree anzutreffen. Allein der Europäische Wels zeigt sich nicht. In jede dunkle Bucht halte ich meine Lampe in der Hoffnung auf weiße, verräterische Barteln und festige mich, ob eines riesigen Mauls nicht zu erschrecken. Ein junger Hecht steht im Kraut und hält gegen die leichte Strömung an. Unterwasserfotografie im strömenden Wasser.

Begegnungen in der Spree

Von Beginn an bin ich überrascht über das Vorhandensein von Süßwasserschwämmen am Grund des Flusses. Festsitzend auf dem Kiesbett besiedeln sie große Flächen korallengleich und trotzen dem Strom. Wie schaffen sie es nur, ihr Kieselsäureskelett unter diesen Bedingungen zu bauen. Selbst kleine Finger bilden sie aus und zeigen in Fließrichtung. Ich bin wirklich beeindruckt und vergesse die Waller.

Bereits 60 Minuten treiben wir in der Spree. Den Schatten einer Brücke konnte ich bisher noch nicht ausmachen. Sind wir schon hindurch? Bin ich am Ausstieg vorbei? Die Drift und die Sicht haben uns auseinandergetrieben. So war aber auch der Plan, bei zwei Kameraleuten unausweichlich. Ich stecke den Kopf aus dem Wasser. Keine Brücke. Der Fluss wird gesäumt von wilden, naturbelassenen Ufern. Keine Chance für einen Ausstieg.  Vielleicht hinter der nächsten Biegung. Ich tauche wieder ab.

Flora und Fauna in der Spree

Die Wasserpflanzen im Flussbett nehmen zu. Die langen Stiele und Blätter wiegen beinah horizontal in der Strömung der Spree. Ich lasse mich treiben und genieße. Es treibt mich ans Ufer. Der Fluss ändert seine Richtung. Und wieder. Zahllose Süßwasserschwämme von weißgelb bis algengrün. Im Uferbereich schichten sich Äste. Von Menschenhand? Oder ist es das Bauwerk des Flusses? Am Ende des Tages werde ich erfahren, dass es das Bauwerk eines Bibers ist. An jedem Ast heften Schwämme. Mit abnehmender Fließgeschwindigkeit bilden sie sich zu prächtigen Geweih-Süßwasserschwämmen aus. Wunderschön.

Geweih-Süßwasserschwämme in der Spree

Weitere 10 Minuten sind vergangen. Und keine Brücke. Erste Zweifel. Ich steige noch einmal auf.  Weit vorn am Ufer Leute. Ich rufe. Sind es meine Buddies? Badegäste, aber sie deuten mir, die Brücke liegt noch vor mir, ca. 500 Meter. Ich mag’s kaum glauben.  Nach über 90 Minuten haben wir letztendlich unseren Ausstieg dann doch gemeinsam erreicht.

„Solange haben wir noch nie gebraucht.“, erfahre ich von meinen Buddies. Zwischenzeitlich zweifelten auch sie und mussten sich unterwegs vergewissern, noch auf dem richtigen Weg zu sein. Den Herrscher der Unterwasserwelt, den Europäischen Wels, bekamen auch sie nicht vor die Maske. Wir steigen aus dem Wasser.

Tauchrevier Deutschland. Die Spree

Die Autos vom Einstieg werden zum Basislager zurück geführt und der tolle Tauchgang bei Bier und Bulette, Kaffee und Kuchen ausgiebig besprochen. Was für ein herrlicher Tag im Tauchrevier Deutschland. Vielen Dank Micco und Werner für das tolle Erlebnis, Tauchen in der Spree.

Flusstauchen. Schon mal gemacht?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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2016 Tauchen im Kalksee

2016, Tauchen im Kalksee (Brandenburg)

Manchmal liegen die Dinge so nah. Lange Zeit habe ich ihn ignoriert, den Kalksee. Dabei stehe ich in nicht einmal 5 Autominuten am Ufer des klaren Gewässers Brandenburgs. Vielleicht lag es an den Motorbooten und dem regen Schiffsverkehr auf dem zur Bundeswasserstraße gehörenden Kalksees. Über den angrenzenden Flakensee, Dämeritzsee und die vielen Kanäle werden Baustoffe vom und zum Krienhafen geschifft.

Tauchen im Kalksee

Mittlerweile zähle ich den Kalksee zu meinen „Hausseen“ Allein in diesem Jahr bin ich gut zehn Mal in ihm abgetaucht. Und ich habe keinen Tauchgang bereut. Gut, mit einer maximalen Tiefe von 10 Metern ist er nicht besonders spektakulär. Der Natursee weist keine Steilwände, Schluchten oder andere interessante Unterwasserformationen auf (zumindest habe ich noch keine entdeckt) und die Flora mit dem dominierenden Brunnenmoos, Hornblatt und Tausendblatt ist auch nicht unbedingt abwechslungsreich. Jedoch überraschte mich der Kalksee immer wieder auf’s Neue.

Im Frühjahr brüten im Schilfgürtel lärmend zahlreiche Haubentaucher und eine Unterwasserbegegnung war nur eine Frage der Zeit. Es sind so elegante Taucher und Jäger. Kein leichtes Unterfangen, ihnen mit der Kamera zu folgen.

Elegante Jäger – Haubentaucher

Im April weckte ein großer Schwarm aufgeregter Plötzen meine Aufmerksamkeit. Wild kreisen sie auf der Stelle und stoßen immer wieder nach unten auf den Grund. Ein frisches Zandernest mit unzähligen Eiern lockt. Ich traue meinen Augen kaum. Drei stattliche Zander in unmittelbarer Nachbarschaft bewachen ihre Nester gegen eine Vielzahl von Fressfeinden. Sie haben alle Flosse voll zu tun, Plötzen, Aal und Flussbarsch auf Distanz zu halten. Eine gute Woche Brutwache und –pflege zehrt an ihren Kräften.

Zander im Kalksee

Es sind aber auch die kleinen Dinge, die mich im Kalksee immer wieder Staunen lassen. Süßwasserpolypenkolonien an Trieben von Hornblatt und Tausendblatt tanzen in der leichten Strömung und filtern unentwegt das Wasser. Flohkrebse huschen zwischen Dreikantmuscheln von Versteck zu Versteck. Schwebgarnelen tanzen massenhaft im großen Reigen. Geweihschwämme wachsen zu bizarren Gebilden. Sedimentiert vom aufgewühlten Grund durch Boote und Strömung verrichten Kamberkrebse ihren Job am Grund.

Hydra, Schwamm und Kamberkrebs

Auf meinen Tauchgängen im Kalksee begegne ich Plötzen, Blei, Flussbarsch, Schlei, Stichling und Hecht. Auch Steinbeißer nennen den Kalksee ihr Zuhause. Ich freue mich immer riesig, diesen scheuen Fisch zu sehen.

Steinbeißer im Kalksee

Neubürger (Neozoen) wie die Körbchenmuschel, Zwergdeckelschnecken oder Süßwassergarnelen bevölkern ebenso den Brandenburger See.

Neozoen im Kalksee

Eine besondere Entdeckung machte ich erstmalig in diesem Jahr. Eine massenhafte Population der Marmorierten Süßwassergrundel ist im Kalksee angekommen. Mit 1 – 3 Zentimetern sind die Exemplare noch recht klein. Gut 20 Tiere auf einem Quadratmeter konnte ich zählen. Erst wusste ich gar nicht, wen ich vor der Kamera habe. Die Auswertung der Bilder und einige Recherchen bestimmten den Einwanderer. Wegen ihrer markanten Nasenröhren werden die Fische auch Nasengrundeln genannt. Auch die Biologen und Ichthyologen vom Institut für Binnenfischerei Potsdam und der Hochschule Bremen überraschte meine Entdeckung. Der rege Schiffsverkehr trägt sicher zur Neubesiedlung unserer Gewässer bei. Bin gespannt, wie sich diese Population im See entwickelt. Mache mir ein wenig Sorgen um die Zandergelege im nächsten Frühjahr.

Marmorierte Süßwassergrundel

Der Kalksee ist für mich ein spannendes Tauchrevier und ich freue mich auf weitere Entdeckung bei meinen Unterwasserexkursionen.

Kennt Ihr den Kalksee?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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Categories: _Brandenburg, UnterWasser

2016 Tauchen im Dranser See

13.07.2016, Dranser See (Brandenburg)

Brandenburg ist einfach wunderschön, mit gut 3000 Seen das seenreichste Bundesland. Man weiß einfach nicht, wo man zuerst den Kopf unter Wasser stecken soll. Mich zieht es heute in die Prignitz, in den nordwestlichen Teil Brandenburgs.

Die Hansestadt Kyritz ist von Wasser gesäumt. Östlich der kleinen Brandenburger Stadt erstreckt sich in nord-südlicher Ausrichtung die Kyritzer Seenkette, eine eiszeitliche Schmelzwasserrinne.  Was sonst?  Der Bantikower See und der Klempowsee wurden in der Vergangenheit für einen Mühlenbau zum heutigen Untersee angestaut.  Borker See, Salzsee und Stolper See bilden heute den zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen angestauten Dossespeicher Kyritz, kurz Obersee genannt. Ausreichend Wasser um einfach mal vorbei zuschauen.

Dossespeicher Kyritz

Da stehe ich nun am Ufer des Obersees und blicke auf die Staumauer und das mit waldgesäumte Ufer. Es ist ruhig, beinah idyllisch. Naturschutzzonen bieten vielen Tieren und Pflanzen Lebensraum. Allein das Wasser lädt nicht zum Tauchen ein. Es schimmert grün-trüb. Die Sichtweiten am Ufer schon gegen Null. Warum ist das so? Düngen die bewässerten Felder den See? Hier habe ich einfach keine Lust zum Tauchen und das will was heißen. Ein Plan B muss her.

Vom Dranser See, gut 45 Autominuten entfernt, habe ich bereits gehört. Google Maps gibt mir eine erste Orientierung. Der Norden des Sees zeigt gute Anfahr- und Einsteigemöglichkeiten. Ich setze mich ins Auto und mache mich auf den Weg. Eine Umleitung jagt die andere, es wird viel gebaut in der Region. Noch 11 km. 8.7 km laut Navi bis zum nächsten Abzweig. Die Straße ist in 8 km wegen einer Baustelle komplett gesperrt. Und nun? Ich fahre. Der Abzweig wird hoffentlich vor der Sperrung sein. Natürlich nicht. Baustelle. Eine Umfahrung wirft mich Lichtjahre zurück. Ich steige aus. Eine Durchfahrt wäre mit meinem Auto theoretisch möglich. Grünes Licht von den Bauarbeitern und mit Schwung durch die Brandenburger Sandbüchse. Geschafft. Über den Rückweg denke ich nach, wenn’s soweit ist.

Tauchen im Dranser See

Ich erreiche Dranse, fahre in die Seestraße und komme meinem Ziel näher. Ich bin immer wieder überrascht, wie es die kleinen Dörfer schaffen, ihre Seen und Badestellen mit so viel Liebe, Engagement und Aufwand zu pflegen. Die Wiesen sind gemäht, die Wege instand, Bänke aufgestellt und Papierkörbe ausreichend vorhanden. Da kann sich die eine oder andere Stadt wirklich ‚ne Scheibe abschneiden.

Er sieht wunderbar aus, der Dransesee. Ein ausgedehnter Schilfgürtel und Wald prägen das Uferbild. Im Flachwasser erkenne ich bereits kleine Grashechte. Jungfische huschen aufgeregt hin und her. Wie immer bin ich schnell in meinen Anzug gesprungen und stehe hüfttief im Wasser. Die Ventile sind offen, beide Regler spenden Luft und die Kamera ist einsatzbereit. Gluck, gluck.

Flussbarsche im Dranser See

Das Wasser ist leicht grün. Die Sicht schätze ich auf gut 2-3 m. Der gut bewachsende Seeboden fällt flach ab. Verschiedene Leuchteralgen, Raues Hornblatt, Laichkraut und Kleines Nixkraut bilden einen dichten Grünteppich. Mich zieht es zur Seemitte. Ab einer Tiefe von 4 m gibt der Pflanzenteppich den Blick auf den Boden frei. Teichmuscheln besiedeln das Gebiet und filtern das Wasser unentwegt. Vereinzelt wachsen Triebe des Tausendblatt der Sonne entgegen. Ich halte inne und genieße die Stille. Zeigte sich bisher kein Fisch, bin ich jetzt Bestandteil eines großen Flussbarschschwarmes geworden.


Wie aus dem Nichts erschienen sie, waren einfach da. Sie sind keineswegs aufgeregt, sind mir zugewandt und neugierig. Sie suchen regelrecht meine Nähe. Der Größte von ihnen lässt mich nicht aus den Augen und bietet mir somit ausreichend Gelegenheit, ihn auf meinen Chip zu bannen. Die Zeit vergeht zu schnell. Gut 30 min bin ich jetzt mit den Flussbarschen unterwegs und irgendwo im See gelandet. Die größeren Barsche jagen die kleineren Cousins und Cousinen. Die ganz Kleinen picken das Zooplankton von den Pflanzen. Ich schaue auf den Kompass und setze meine Reise fort. Eine Zeitlang werde ich noch begleitet.

Auge in Auge mit einem Flussbarsch

Kleine aufgewirbelte Staubwolken am Grund verraten meine nächsten Fotoobjekte. Steinbeißer. Der Blick schärft sich und so kann ich sie zahlreich entdecken. Halme und Sprosse des Grüns bieten ihnen Schutz vor meiner Kamera. Ich freue mich immer über diese kleinen Kerle. Sehe mich herausgefordert. Wie nah komme ich diesmal an die Schmerlen?

Steinbeisser, Dorngrundel

Eine gute Stunde bin ich jetzt im Dranser See unterwegs und trete den Rückweg an. Mich zieht es in den mit 2-3 m flacheren Uferbereich. Die Armleuchteralgen blühen. Die Geschlechtsorgane der Feinen und Hornblättrigen Armleuchterlagen leuchten von Orange bis Rot. Unzählige Jungschnecken bevölkern die Triebe der Makrophyten und weiden diese. Juvenile Schleie wachsen im Schutz der Wasserpflanzen. Eine schnelle Bewegung und sie schießen in das Dickicht. Nur die Aufmerksamen wachsen zu imposanten, goldglänzenden Schleien heran. Kleines Nixkraut mit lila Brutknospen unterstreicht die Vielfalt der Unterwasser-Flora. Wassermilben tanzen. Überall ist Leben.

Kurz vor dem Ausstieg treffe ich noch auf einen jungen Hecht, der den vorbei huschenden Plötzen und Rotfedern auflauert. Hab‘ ihm wohl seine einmalige Gelegenheit versaut. Nach knapp 2 Stunden tauche ich auf. Dunkle Gewitterwolken beherrschen bereits den Himmel. Biltze zucken am Horizont. In Rekordgeschwindigkeit bin ich aus meinen Tauchklamotten und sitze im trockenen Auto bevor es sich sintflutartig ergießt.

Die Baustelle ist menschenleer und so komme ich auf den kürzesten Weg wieder heim. Ein schöner Tag im Tauchrevier Deutschland. Tauchen im Dranser See.

Tauchen im Dranser See

Kennt Ihr den Dranser See?

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Categories: _Brandenburg, UnterWasser

Tauchen in der Uckermark

15.06.2016, Eine Perle der Uckermark (Brandenburg)

Brandenburg, das Land der 3000 Seen, ist das seenreichste Bundesland Deutschland. Die Eiszeit hinterließ zahlreiche Grundmoräneseen, Endmoränenstauseen, Niederungsseen und Rinnenseen. Viele von ihnen haben Zu- und Abflüsse, einige werden grundwassergespeist. Ein Paradies für Taucher.

Mit 21 ha Fläche und einer Tiefe von etwa 20 m liegt einer von ihnen direkt vor uns. Wir stehen am Ufer eines nährstoffarmen Stillgewässers in der wunderschönen Uckermark. Lange habe ich überlegt, ob ich den Namen dieses Kleinods an dieser Stelle preisgeben soll. Wie viel Öffentlichkeit, Publikum verträgt ein solch kleines Stück Natur? Nennen wir den kleinen See daher Perle der Uckermark.

Hornblättrige Armleuchteralge (chara tomentosa)

Aufmerksam auf dieses Wasser hat mich ein Freund gemacht, der vor wenigen Tagen erstmalig dort eintauchte und von der Flora und Fauna schwärmte. Hatte ich heute einen Termin im Landesamt für Umwelt ganz in der Nähe, so bot sich ein Tauchgang regelrecht an. Nach einem guten Gespräch mit Hinblick auf meine Stellungnahme zu den taucheinschränkenden Maßnahmen der Natura 2000 Managementpläne  am Werbellinsee ging’s zum Wasser.

Mein Buddy holt mich vom Amt ab und gemeinsam machen wir uns über Stock und Stein zu unserem heutigen Zielgewässer. Da stehen wir nun am Ufer und freuen uns auf den Tauchgang. Der Himmel ist wolkenverhangen, jederzeit bereit für einen Regenschauer. Schnell ist der Trilaminat übergeworfen und das Tauchgerät geschultert. Der See wird von einem breiten Schilfröhrichtgürtel gesäumt. Wir wollen das linke Ufer folgend bis zur Seemitte tauchen, den See queren und an der anderen Uferseite zurück. Check und abgetaucht.

Der sandige Boden fällt leicht ab. Anfänglich zarte Sprosse von Nixkraut und Leuchteralgen wachsen sehr schnell zu riesigen Pflanzenteppichen. Die Sicht schätze ich auf gut 4 m. Das Wasser ist geschwängert mit Zoo- und Phytoplankton. Kleine Plötzen und Flussbarsche schnappen unentwegt nach diese leckeren Happen. Der See scheint so lebendig. Junge Grashechte lauern im Schutz des Grüns. Die stattlichen Großeltern ruhen auf dem Bett aus Leuchterlagen und Wasserschlauch. Es gibt so viel zu entdecken.

Unterwasservegetation – Makrophyten

Ein ganz besonderes Erlebnis ist der schier endlose Rasen aus Hornblättriger Armleuchteralge (Chara tomentosa). Die rötlich schimmernden jungen Triebe und das leuchtende Rot der männlichen Geschlechtsorgane lassen uns über eine blühende Wiese tauchen. Wundervoll. An den Rändern wachsen Tausendblatt und Laichkraut. Ideale Verstecke und Fressplätze für Schlei, Rotfedern und Plötzen. Je weiter wir in den See vordringen je mehr Fisch zeigt sich uns. Große Flussbarsche, Schleie, Spiegelkarpfen und anmutige Karauschen schwimmen in friedlicher Eintracht. Hecht in verschiedenen Größen stellen den Jungfischen nach. Wir sind so fasziniert, dass wir uns bei dieser doch guten Sicht gleich zweimal aus den Augen verlieren. Unsere Tauchtiefe von 3-5 m macht ein Auftauchen und Wiederfinden aber zu einem leichten Spiel.

Karausche und Hecht

Wir entscheiden uns, den See jetzt zu queren. Die Sprungschicht liegt bei gut 6 m. Darunter wird es angenehm frisch. Wir erreichen eine maximale Tiefe von 9 m. Die 20 m Maximaltiefe müssen dann wohl auf der anderen Seite des Sees liegen. Tageslicht fällt auf den Boden, was wenngleich spärlichen Pflanzenwuchs auch hier ermöglicht. Schwärme von Brutfischen tummeln sich hier fern ab von ihren Fressfeinden. Unzählige Trichter formen den Boden. Ob dies von der Grundwasserspeisung des Sees herrührt? Wir erreichen das gegenüberliegende Ufer. Auffällig der bei weitem nicht so intakte Pflanzengürtel wie auf der anderen Seite des Sees. Leere Mais- und Wurmdosen zeugen von Anglern. Typische Wühlspuren von Karpfenartigen lassen den Seegrund teilweise recht trostlos erscheinen. Wieder aus dem Wasser erkennen wir in der Tat auf der einen Seite des Sees mehrere Anglerstege, während die andere Seite unberührt scheint. Der Unterschied ist deutlich unter Wasser zu erkennen, das kann man nicht leugnen. Er hat zwei Gesichter. Später erfahren wir auch, dass der See für den Angelsport jährlich mit 20 Zentnern Karpfen besetzt wird. Das Futterangebot lässt die Karpfen daher sicher in Anglernähe ihr Unwesen unter Wasser treiben.

Es wäre sehr schade, wenn dieser Natursee mit seiner artenreichen Unterwasservegetation seine lebendige Ursprünglichkeit und Schönheit verliert. Tauchen in der Uckermark. Tauchen in Brandenburg.

Tauchen in der Uckermark

Blühende Chara tomentosa gesehen?

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Categories: _Brandenburg, UnterWasser

2016 Tauchen im Stienitzsee

09.06.2016, Stienitzsee (Brandenburg)

Bereits im Januar folgte ich einer Einladung des am Stienitzsee ansässigen Fischers für eine kleine Stippvisite unter Wasser. Der Winter hatte den See noch fest im Griff. Eine Eisdecke verwehrte den Einstieg in die Unterwasserwelt. Doch heute nun ist es soweit.

Fischer Peter Klose traf ich beim „Knut brennt“-Event im Ort beim lecker Glühwein. Stienitzsee, Kalksee und Flakensee liegen quasi vor meiner Haustür. Das Eintauchen ist damit ein Muss für „Tauchrevier Deutschland“. Bereits im letzten Jahr gelang mir ein Tauchgang im Stienitzsee. Das Auffinden von Einstiegsmöglichkeiten gestaltete sich allerdings recht schwierig. Was lag daher näher als jemanden zu fragen, der den See wie seine Westentasche kennt. „Komm doch einfach vorbei. Kannst bei mir auf dem Gelände der Heinitz-Forelle einsteigen.“, bekam ich unkompliziert zur Antwort.  Eigentlich hatte ich mit Widerstand gerechnet. Tauchen und Fischerei sollen ja nicht zusammen gehen. Im Gegenteil, Peter war mehr als interessiert an dem Zustand seines Sees unter Wasser. So muss es sein, gemeinsam für gesunde Seen.

Zu Besuch beim Fischer „Heinitz-Forelle“

Donnerstags ist Fischer Klose immer auf dem Gelände am Stienitzsee und räuchert Forellen aus seiner Aufzuchtanlage im Tagebau des ortsansässigen Zementwerkes. Nach einer kurzen Begrüßung bereite ich mich auf meinen Tauchgang vor. „Der See ist klar wie lange nicht.“, erfuhr ich. Meine Ausrüstung ist geschultert, die Kamera verstaut. Ich plane einen Tauchgang von ca. 90 min.

Schnell zeigt sich, dass die gute Sicht an der Sprungschichtmarke von 3 m endet. Das Wasser ist dort mit 14 Grad vergleichsweise kühl und hüllt sich in einen dichten braunen Schleier. Langsam gehe ich etwas tiefer, doch es klart nicht auf. Der Boden fällt seicht und ist moderig. Daher entscheide ich, meine Reise oberhalb der Sprungschicht  fortzusetzen. Zunächst Richtung Norden aus der kleinen Bucht, um dann nach Westen dem Uferverlauf zu folgen.

Tauchen im Stienitzsee

Das gesamte Ufer ist übersät mit Ziegelsteinen, die zum Teil mit Muscheln bewachsen sind. Vereinzelt finden sich große Holzkisten auf Rädern und alte Loren. Unrat verrät die Anwesenheit von Menschen. Wie ich später von Peter Klose erfahre, tauche ich im Revier einer alten Tonziegelei, was das Gefundene erklärt. Auffällig und wunderschön wachsen leuchtend grün zahlreiche Geweihsüßwasserschwämme auf den alten Ziegelsteinen. Sie erinnern mich tatsächlich an Korallen und sind sehr schön anzusehen. Zeiger für gute Wasserqualität. Ein paar Flussbarsche und große Plötzen huschen vorbei bzw. fühlen sich durch meine Anwesenheit gestört.  Bis auf 2-3 Halme vom Rauen Hornblatt und einer Teichrose sind Wasserpflanzen Fehlanzeige.

Süßwasserschwamm (Spongillidae)

Ein alter Baum versammelt Leben zu meiner Freude. Ein großer Schwarm Ukeleien kreist aufgeregt im Schutz der Äste und stiebt mit jedem Ausatmen auseinander. Futterfisch lockt Räuber und so sind die Flussbarsche auch nicht weit. Am Boden ruhen unzählige Kaulbarsche im Schatten des Baumes. Die kleinen Barschartigen konnte ich bisher immer nur in größeren Tiefen oder Verstecken entdecken. Ich erfreue mich an deren Anblick. Sie lassen sich kaum stören. Einmal mehr wird mir klar, dass nur Strukturen, Pflanzen und naturbelassene Uferzone geeignete Lebensräume für die Fauna sind. Weiterziehend stoße ich auf ähnlichen Tristes wie zuvor. Allein die Schwämme sind eine Freude. Ich kehre um.

Sequenzen auch aus dem Stienitzsee

 

Kaulbarsch und Ukelei

An Land berichte ich vom Gesehenen. Wir tauschen uns aus und ich erfahre viel über den Standort, den Stienitzsee, seinen historischen und heutigen Einflüssen. Sich in den See ergießende Klärbecken führten zu Erzählungen von armdicken Aalen und riesigen Karpfen. Ich finde die Geschichten spannend, zeigen sie doch auch wie fragil unsere Tauchreviere in Deutschland sind. Ich komme wieder, werde mir die eingerichteten Zander-Laichzonen ansehen und Bilder mit an die Oberfläche bringen. Vielleicht erfahre ich dann auch, wo sich der riesige Waller aufhalten soll.

Unterwasserimpressionen – Tauchen im Stienitzsee

Kennt Ihr Kaulbarsche?

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Categories: _Brandenburg, UnterWasser

2016 Tauchen in Ammelshain

25.05.2016, Steinbruch Ammelshain (Sachsen)

Tauchrevier Sachsen ist geprägt von unzähligen Steinbruchgewässern. Wo einst in bergmännischer Kunst der Stein gebrochen wurde, tummeln sich Hecht und Plötze in glasklarem Wasser, wachsen Tausendblatt und Laichkraut zum Licht und erkunden Taucher das alte Bergbaugerät. Einer dieser zahllosen Steinbrüche ist der Steinbruch Ammelshain östlich von Leipzig. Lieferte er ehemals solides Baumaterial für Monumente wie das Völkerschlachtdenkmal, ist der idyllisch gelegene Bergsee heute ein Gemeinschaftsprojekt von Tauchern, Anglern und Naturschützern. Landestauchsportverband Sachsen, der TAZA-Tauchclub e.V. und der regionale NABU haben hier ihre Zelte aufgeschlagen.

Tauchen im Steinbruch Ammelshain

Waren wir am Vortag im Südbecken des Kulkwitzer Sees unterwegs, zog es uns heute an eben diesen Steinbruchsee. Bereits 08:30 Uhr erreichten wir das Gelände, parkten unsere Autos und entrichteten unsere Tagesgebühr von 5 Euro an der Anmeldung.

Wir waren allein am See. Unter grauem Himmel schimmerte das Wasser silbern, das Maiengrün der Birken rahmte den Steinbruch malerisch. Pollen sammeln sich auf der Wasseroberfläche. Auch das Wasser scheint leicht trüb. Ich muss hinein ins kühle Nass. Tauchen in Deutschland, Tauchen im Ammelshainer Steinbruch.

Check und wir sind im Wasser. Der Steinbruch hat in der Nord-Süd-Achse eine Ausdehnung von 300 m und ist ca. 120 m breit. Die tiefste Stelle am Südende liegt bei gut 26 m. Hier liegen zwei Autowracks als „Attraktionen“ für Taucher, unser erstes Ziel auf dem Weg durch den Steinbruch Ammelshain. Im Flachbereich von 1-2 m ist das Wasser von Plankton geschwängert und leuchtet grün. Wenige Flossenschläge vom Einstieg in Richtung Osten erreicht man eine Steilkante, die hinab zum Autofriedhof führt. Es klart zu unserer Freude schnell auf und im Tiefenbereich ab 20 m sind hervorragende Sichtbedingungen. Das erste Wrack, ein „Wartburg“ erscheint im Licht der Lampen. Die fehlende Motorhaube erlaubt einen Blick in den Motorraum, für mich als ehemaliger Wartburgfahrer ein gewohnter Anblick. Vielleicht hätte man den Akku ausbauen sollen, bevor man diesen Schrott im See versenkt. Noch schnell ein paar Fotos, dann steigen wir aus dem „Loch“ und tauchen auf dem Grund des Steinbruchs mittig in Richtung Norden.

Autowrack „Wartburg“

Gleise, Rohre, Bergbauloren (Hunt) und weitere Relikte des Bergbaus fordern  unsere Aufmerksamkeit. Haben hier noch vor wenigen Jahren Männer mit kräftiger Hand den Stein gebrochen, gleiten wir entspannt und neugierig über die Zeitzeugen hinweg. Nach gut 45 min steigen wir an der linken mit Muscheln besetzten Steilwand auf. Über uns schnappen Schwärme von Plötzen in der grünen Planktonsuppe nach Nahrung. Das sichtbare Leben beginnt in der warmen, lichtdurchfluteten Wasserschicht. Tausende Tausendblätter verwandeln den kalten Stein der ehemaligen Betriebsstraße in einen undurchdringlichen Dschungel.

Wir tauchen in einer Tiefe von 3-4 m entlang der Steilwand auf Höhe der Pflanzenzone zurück, über uns eine dicke Planktonsuppe. Es ist wie Die-Nase-am- Aquarium-plattdrücken. Plötzen und Rotfedern huschen zwischen den Wedeln des Quirligen Tausenblattes, bieten sie doch beste Versteckmöglichkeiten. Bei so viel Beutefisch dürfen die Jäger nicht fehlen. Man muss schon genau hinschauen, um die perfekten Tarnjäger im Grün zu entdecken. Vom kleinen Grashecht bis zum mittelgroßen Esox lucius lauern sie auf ihre Gelegenheit. Es macht jede Menge Spaß, insbesondere die kleinen Jäger zu beobachten, wie sie sich verstecken, langsam flösselnd dem möglichen Opfer nähern und pfeilartig zuschlagen. Es bedarf schon einiger Versuche, um erfolgreich zu sein.

Hecht (Esox lucius)

Während wir unseren Tauchgang genießen und das Spiel der Natur beobachten, taucht im linken Augenwinkel der Maske ein kleiner Schatten auf. Ich kann’s kaum glauben, ein Wels, wenngleich ein Juveniler, kommt aus dem Freiwasser sichtlich neugierig auf uns zu. Ich kann eine Aufgeregtheit nicht leugnen. Den nachtaktiven Jäger bei Licht und vor solch schöner Kulisse ablichten zu dürfen, ist ein Geschenk. Keine Spur von Furcht bei diesem wunderschönen Räuber. Mit seinen langen Barteln am Oberkiefer wird meine Kamera inspiziert und für langweilig befunden. Nach einer Weile verschwindet das Tier im Dickicht der Pflanzen und hinterlässt zwei Taucher mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Welch‘ eine tolle Begegnung im Tauchrevier Deutschland.

Europäischer Wels (Silurus glanis)

Jetzt sind wir bereits 90 Minuten im Wasser, von denen nicht eine langweilig war. Kurz vor dem Ausstieg jagen noch zwei gut ausgewachsene Flussbarsche durch den Plötzenschwarm. Die Flora und Fauna im Tauchrevier Deutschland ist so einzigartig und interessant, da bedarf es keiner Schrott-Attraktionen wie den „Wartburg“.

Wir entsteigen zufrieden dem Nass und erzählen uns gegenseitig aufgeregt von der Wallerbegegnung im Steinbruch Ammelshain.

Unterwasserimpressionen Steinbruch Ammelshain

Seid Ihr einem Waller begegnet?

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Silvestertauchen 2015

31.12.2015, Straussee (Brandenburg)

Meinen letzten Tauchgang in diesem Jahr werde ich im Brandenburger Straussee haben. Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt, wird wissen, dass der Straussee zu meinem Haussriff-Dreiklang WerbellinseeHeleneseeStraussee gehört. Ich kann mich immer wieder bei der letzten Eiszeit bedanken für diese unzähligen schönen Gewässer.

Silvestertauchen 2015 im Straussee

 

Der Straussee, ein sogenannter Rinnensee, ist ein lebendiger See, Fischvielfalt sein Markenzeichen. Jenseits des Ortsufers von Strausberg überrascht der See mit Makrophytenreichtum. Ich weiß nicht genau, wie oft ich hier bereits getaucht bin, aber ich entdecke ihn immer wieder neu. Der See folgt einem natürlichen Rhythmus. Mittlerweile weiß ich genau, wann ich die Steinbeißer besuchen kann, wann sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Quappen in den zahlreichen Verstecken des menschlichen Mülls zeigen, wann Schlammschnecken mit der Eiablage beginnen und die Krebsdamen ihr Gelege im Schutz des starken Schwanzes umhertragen. Na und Hechte kann man das ganze Jahr beobachten.

Am letzten Tag des Jahres traf ich mich mit Tauchfreunden vom Tauchclub Strausberg und dem Tauchsportclub Marzahn zum Silvestertauchen am Vereinshaus. Der See empfängt uns bei idealem Winterwetter. Sonne satt und leicht unter Null. Das Wasser ist einladend klar.

Taucherglocke und Wrack „Knackfuß“

Die Tauchfreunde treffen ein. Nach einem kurzen Hallo und Willkommen machen sich die Taucher zum Abtauchen bereit. Für mich plane ich einen Abstecher zur Taucherglocke und dem kleinen Bootswrack. Bei den guten Sichtbedingungen erscheint auch bald die Taucherglocke auf 10-12m Tiefe im Schein der Lampe. Wow. In ihrer gesamten Größe ist sie sehr gut zu erkennen. Eine gute Gelegenheit, sich mit einigen Details zu beschäftigen. Es gibt Zeiten, da muss auf Nasenlänge heran tauchen, um sie zu erkennen. Die Taucherglocke steht in einer Grube. Aber warum eigentlich? Die Antwort ist recht einfach. Beim Versenken der Taucherglocke ist diese zu tief in das Sediment versunken. Da sich der Einstieg für die Taucher unterhalb der Glocke befindet, musste man diesen also im Nachhinein freispülen. So entstand die Grube.

 

Ich tauche weiter in Richtung Seemitte zum alten Bootswrack. Was für eine Sicht. Auch diesmal erkenne ich das Wrack schon von weitem. Mir war gar nicht bewusst, dass das Boot wirklich nur mit der „Schnauze“ im Schlick steckte. Keine Schwebeteile, alles ist gut zu erkennen. So entdecke ich diesmal auch das Eignerschild von Günter Knackfuß. Für mich ist es somit jetzt das „Knackfuß“-Wrack.

Weiter geht’s in Richtung Südosten zum Ufer, mein Ziel sind der Überhang und der Dom, Jagdgebiet unseres einheimischen Hechtes. Die Sonne kitzelt die Wasseroberfläche. Tausende Plötzen und Güstern huschen zwischen den einfallenden Sonnenstrahlen hin und her. Die Räuber schiessen wie Pfeile in den „Baitball“. Diesem Schauspiel könnte ich stundenlang zuschauen.

Lauerjäger Hecht

Das Wasser hat sich auf 6 Grad abgekühlt. Auch nach 90 min mit meiner Heizweste kein Problem. Dennoch entschließe ich mich zur Umkehr. Zufrieden entsteige ich dem Naß und genieße den heißen Glühwein unter Tauchfreunden. Ein herrlicher Jahresausklang im Tauchrevier Deutschland.

Meine Tauchbilanz in diesem Jahr, über 150 Tauchgänge in etwa 60 einheimischen Seen plus Karibik, Mittelmeer und Rotes Meer.

Unterwasserimpressionen – Tauchen im Straussee

Wo fand euer Silvestertauchen statt?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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2015 Flakensee

11.10.2015, Flakensee (Brandenburg)

Mit über 3000 Seen ist Brandenburg das gewässerreichste Bundesland. Die Eiszeit meinte es wirklich gut mit uns Brandenburgern. Ein Paradies für Taucher. Obwohl der Flakensee nur 10 min von mir entfernt, hatte ich ihn bisher noch nicht betaucht. Irgendwie stand er auch gar nicht auf meiner To-Dive-List. Vielleicht lag’s an dem hohen Bootsverkehr.

Der Flakensee liegt östlich von Berlin und bildet mit den angrenzenden Seen Dämeritzsee, Kalksee und Stienitzsee die Bundeswasserstraße „Rüdersdorfer Gewässer“. Wassersportler und Badegäste schätzen den See ebenso wie die Angler. Wenn die Hobbykapitäne ihre Yachten und Boote in das Trockendock slippen oder kranen, ist die beste Zeit für Tauchgänge. Verlassene Badestellen bieten dann ideale Einstiegsmöglichkeiten.

Tauchen im Flakensee

Ein guter Tauchfreund ist vor wenigen Tagen hier erstmalig getaucht und war begeistert von der Unterwasser-Flora. Er machte mich neugierig. Wir verabredeten uns am Sonntag für einen gemeinsamen Tauchgang in der Südbucht des Flakensees. Der Badestrand am Campingplatz ist unser Basislager. Parkplätze sind vorhanden.

Das Wetter ist ideal. Klarer Himmel. Strahlende Sonne und angenehme Trocki-Temperaturen. Erstmalig reise ich im Unterzieher an, wie komfortabel. Nur wenige Jogger und Gassigeher verirren sich um diese Zeit ans Wasser. Es ist still. Allein Kraniche singen auf ihrem Weg nach Süden. Wir schwatzen nur ganz kurz und freuen uns auf einen schönen Tauchgang.

Der Flakensee ist mit maximal 8m nicht sehr tief. Das Leben spielt sich in unseren Naturseen ohnehin nur im Flachwasser ab. Jeder wird den See für sich erkunden. Es dauert nicht lange und ich tauche ein in ein mir mittlerweile sehr vertrautes Medium. Es geht mir gut im Reich Poseidons.

Das Wasser ist klar. Sonne und Wellen zaubern ein Lichterspiel. Herbstliche Wasserpflanzen in rot, braun, grünen Farbtönen prägen das Bild. Ähriges und Quirliges Tausendblatt dominieren, unterbrochen von Rauem Hornblatt, Krebsscheren und Brunnenmoos. Ideale Versteckmöglichkeiten für die jungen Rotaugen und Flussbarsche. Die auffälligen Winterknospen (Turionen) als Unterscheidungsmerkmal zum Ährigen Tausendblatt verraten die Quirligen. Teichrosen und Laichkraut finden sich. Ein kleiner Unterwasserwald. Auffällig viele Süßwasserschwämme in Braun- und Grüntönen siedeln an den Stengeln der Makrophyten. Es macht Spaß bei diesen Sichtverhältnissen durch die Wildnis zu schweben.

Herbstimpressionen im Flakensee


Alte, umgestürzte Bäume
säumen das Ufer. Mich zieht es nach einigen Kreisen in der Bucht zum Ufer. Der See ist flach. Ich erreiche maximal 3-4m. Biberkot, das Ufer mit seinen Bäumen kann jetzt nicht mehr weit sein. Es wird noch flacher. Dann sehe ich die ersten knorrigen Äste. Was für ein wundervolles Bild. Sie sind reich behangen mit ausladenden Geweihsüßwasserschwämmen. Im Schutz der Bäume und der Wasserpflanzen nehmen Schwärme von Flussbarschen, Plötzen und Ukeleien ein letztes Sonnenbad. Frische Fraßspuren vom Biber. Die einfallende Sonne sorgt für eine perfekte Ausleuchtung der Kulisse. Ich kann mich kaum satt sehen.

Nach einer guten Stunde drehe ich um. Ich treffe Fred. Wir beenden den Tauchgang. Eine Weile verbringen wir in der wärmenden Sonne am Strand und quatschen über Dies und Das. Ein wunderschöner, anderer Tauchgang im Tauchrevier Deutschland. Tauchen in Brandenburg. Tauchen im Flakensee.

Unterwasserimpressionen – Tauchen im Flakensee

Schon mal getaucht im Flakensee?

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Kontakt:

Mario Merkel, Tauchrevier Deutschland

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