Tauchrevier Deutschland im Interview mit "Der Taucherblog"

2015 Werbellinsee XVI

29.12.2015, Werbellinsee (Brandenburg)

Ein sonniger Wintertag kurz vor dem Jahresende lockt’s mich noch einmal an den herrlichen Werbellinsee nördlich von Berlin. Es waren aber auch die freudigen Erzählungen von Waller-, Quappen- und Garnelensichtungen guter Tauchfreunde, die mich motivierten, das Auto heute zu beladen. Mit Silvana und Andre verbinden mich die Leidenschaft am Tauchen in unseren einheimischen Seen, sowie die Freude am Entdecken großer und kleiner Dinge der bezaubernden Unterwasserwelt.

Werbellinsee – Einstieg „Altes Hotel“

Mein Blog „Tauchrevier Deutschland“ ermöglicht mir Begegnungen mit tollen Menschen. Das freut mich. Und so verwundert es nicht, dass ich mich heute mit Fred am Ufer des Werbellinsees treffe. Für unseren Tauchgang wählten wir den Einstieg „Altes Hotel“ am Nordostufer. Zu unserem kurzen Taucherklön vor dem Tauchgang gesellten sich Heiko und Helmut, die heute die Puddingberge weiter südlich erkunden wollen.

Auch wenn wir uns gemeinsam am See verabredeten, beschließen wir, dass jeder für sich den See erkundet. Bevor wir eintauchen, lasse ich Fred wissen, was ihn hier unter Wasser alles erwartet. Linker Hand befinden sich auf einer Tiefenlinie von 6m und 12m die Wracks kleiner Motorboote, die gern als Unterstand von Flussbarschen und anderer Bewohner angenommen werden. Der Uferbereich ist eingefasst von artenreichen Unterwasserpflanzen, Lebensraum vieler Schnecken und Zooplankton.

Kajütboot Wracks

Wir sind angerödelt und steigen ein. Das klare Wasser am Ufer macht Lust auf mehr. Wie immer ein Check und dann geht es hinab in Neptuns Welt, eine wundervolle Unterwasserwelt. Das Wasser ist herrlich. Die Sichtweiten unendlich.

Ich tauche über einen breiten Gürtel von Armleuchteralgen, die von endlosen Ohrschlammschnecken beweidet werden. Es folgen Wiesen von Wasserpest, Tausendblatt, Hahnenfuß und vielen anderen Makrophyten. Der Werbellinsee ist ein lebendiger See. Auf der Tiefenlinie von 6m folge ich dem Uferverlauf und stoße nach wenigen Minuten auf das erste Wrack. Bei diesen Sichtweiten ist es schon von weitem gut zu erkennen, ein kleines Kajütboot. Das Boot liegt leicht auf der Steuerbordseite und schafft somit einen Spalt zwischen Kiel und Grund auf der Backbordseite. Dieser schmale Unterschlupf dient Flussbarschen als Winterruheplatz. Weit im hinteren sehe den Kopf eines Aales. Rosa Schwebgarnelen tanzen in jeder kleinen Ritze. Sie tanzen und wuseln unentwegt und erinnern mich sofort an den „Hummelflug“. Der Raum im Heck des Bootes gehört allein ihnen, wenn man von dem Geocache Depot absieht. Flusskrebse patrouillieren wie Wächter um das Boot. Ich nehme mir die Zeit für Beobachtungen. Entdecke im Inneren den Kopf einer kleinen Quappe. Kein Spalt, keine Ritze und kein Raum bleiben ungenutzt.

Schwebgarnele im Werbellinsee

„Garnelenflug“ im Werbellinsee

Nach gut 45 min mache ich mich auf dem Weg Richtung Osten zum zweiten Wrack. Auch dieses gibt der See dank der guten Sichtweiten frühzeitig frei. Die Kajüte ist belegt und gehört eindeutig den Flussbarschen. Es ist still, es ist friedlich. Nach ein paar Runden kehre ich um und besuche noch einmal das erste Wrack. Hier treffe ich auf Fred.

Heizweste und P-Valve machen das winterliche Tauchen beinah grenzenlos. Nach 90 min entscheide ich mich dennoch für den Rückweg. Ohrschlammschnecken und Teichpflaumen (Cyanobakterien) inmitten des Ufergrüns lassen mich noch einmal kurz innehalten.

Tauchen im Werbellinsee, Tauchen in Deutschland ist einfach wundervoll.

Unterwasserimpressionen – Werbellinsee

Schon mal am „Alten Hotel“ gewesen?

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Categories: _Brandenburg, UnterWasser

2015 Werbellinsee XIV

17.11.2015, Werbellinsee (Brandenburg)

Der Werbellinsee in Brandenburg nördlich von Berlin ist nach dem Bodensee das wohl wrackreichste Binnengewässer Deutschlands. Der Grund hierfür liegt in der aufstrebenden Metropole Berlin in unmittelbarer Nähe. Die wachsende Stadt hatte stets Hunger, Baumaterialien für ehrgeizige Bauten mussten aus der Umgebung herangeschafft werden. Feldsteine der eiszeitlichen Endmoräne und Hartbrandziegel der Königlichen Ziegelei Joachimsthal waren begehrte Baustoffe und der Werbellinsee mit dem Finowkanal ideale Wasserstraßen. Sogenannte Kaffenkähne, Lastensegler, waren die LKW’s von gestern.

Nicht alle Kähne erreichten ihr Ziel. Einige von ihnen liegen noch heute auf dem Grund des Werbellinsees und sind interessante Objekte für Taucher, Archäologen, Fotografen und Interessierte. Bin mir gar nicht sicher, ob die Gesamtzahl der gesunkenen Lastensegler wirklich bekannt ist. Ich hatte mal etwas von 12 Wracks gehört. Weiß jemand mehr?

Tauchen im Werbellinsee – Brandenburg

Selbst durfte ich bisher die beiden Kaffenkahnwracks am Dornbusch, das legendäre Ziegelwrack, die fünf Lastensegler in der Bucht um „Kap Horn“ und das Wrack an den „Puddingbergen“ betauchen. Letzteres sollte Ziel unserer heutigen Tauchexpedition sein. Erst- und letztmalig bin ich vor gut einem Jahr zu diesem Zeitzeugen getaucht. Die Herausforderung hierbei besteht im ausdauernden Kurshalten.

So brachen wir also bei herbstlichem Wetter in den Morgenstunden auf und erreichten nach einer guten Stunde Fahrt über die A11 unseren Einstieg am Werbellinsee. Angekommen, erfreuten wir uns dieser wunderbaren Atmosphäre, wenngleich grau und feucht. Wir besprachen unseren Tauchgang, legten die Ausrüstung an und ließen das Gewicht alsbald vom See tragen. Ich kann nicht verstehen, wieso für einige Taucher die Saison im Herbst endet. Erst jetzt zeigen sich unsere Tauchreviere mit unglaublichen Sichtweiten von ihrer schönsten Seite.

Makrophytenpracht im Werbellinsee

Check und wir tauchen ab. Eigentlich ist das Unterfangen ganz einfach. Man muss nur den Kurs einstellen und ihn für gut 25 min halten. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht wie immer etwas anders aus. Man hält den Arm mit dem Kompass nicht immer in derselben Position, die rechte Flosse schlägt stärker als die linke, interessante Fotoobjekte lenken ab und mit der Zeit kommen die ersten Zweifel. Das Wissen um die Tiefe des Wracks von 18 m lässt es uns dann aber wirklich finden. Wir freuen uns. Fazit: Vertraue deinen Instrumenten.

Kaffenkahnwrack „Puddingberge“

Aber auch der Weg ist das Ziel. Bei klarem Wasser tauchen wir über Felder von Krebsscheren, Wiesen von Hahnenfuß und Armleuchteralgen und Äckern von Brunnenmoos. Hornblatt und Tausendblatt durchstoßen das Grün und ranken zum Licht. Es ist noch erstaunlich grün, insbesondere der Spreizende Hahnenfuß leuchtet giftig grün. Mit zunehmender Tiefe wechselt das Bild. Riesige Dreikantmuschelkolonien lassen keinen Platz für Makrophyten. Obenauf hält sich der Amerikanische Kamberkrebs gütlich am Muschelfleisch. Es gibt viel zu entdecken und immer den Kompass im Blick.

Die geschlossene Muscheldecke reißt auf, sandiger Boden durchbricht das Braun und bestimmt bald gänzlich den Untergrund. 18 m Tiefe. Wir sind im Zielgebiet. Ein großer, runder Balken erscheint im Schein der Lampen. War es einmal der Mast des Lastenseglers? Wir sind ganz nah. Weiterhin Kurs haltend zeichnet sich eine Silhouette am dunkelgrünen „Horizont“ ab. Der Lastensegler. Das Wrack ist stark sedimentiert. Eine Boardwand, das Heck (oder Bug?) und wenige Spanten, viel ist nicht mehr zu sehen. Wir nehmen uns dennoch Zeit für intensive Beobachtungen.

Mergelwand an den Puddingbergen

Das Wrack liegt an einem Hang, der hinab zu einem Plateau mit den „Puddingbergen“ führt. Wir tauchen hinunter. Die Sicht wird ab 20 m regelrecht schlecht. So entscheiden wir uns, den Hang mit all seinen Löchern und Ritzen zu inspizieren. Vollgesogener, weicher Mergel bietet Krebsen und Schwebgarnelen beste Versteckmöglichkeiten. Vereinzelt dösen Flussbarsche am Grund. 30 min vor uns liegender Rückweg lassen uns den Heimweg antreten.

Zufrieden genießen wir die Eindrücke dieses herrlichen Tauchrevieres, das so voller Leben steckt. Ohrschlammschnecken, Köcherfliegen, Flohkrebse und diverses litorales Zoobenthos fühlen sich hier sichtlich wohl. Im Flachwasser kommen wir an einer seltsamen Ansammlung von braungrünen Kügelchen vorbei. Welle, Wind und Strömung haben diese bizarren Gebilde in großen Flächen zusammengetrieben. Hierbei handelt es sich um Teichpflaumen, im Volksmund auch Hexengespei genannt. Cyanobakterien haben sich zu Kugeln verkettet. Diese Mikroorganismen sind Anzeiger für gute Wasserqualität. Als wertvolle Sauerstoffproduzenten wurden sie zur „Mikrobe des Jahres 2014“ gekührt.

Teichpflaume, Hexengespei

Die Lastensegler des Werbellinsees sind Zeitzeugen und Denkmäler vergangener Zeit. Als solche sind sie von uns Tauchern auch zu behandeln. Der Zustand der Wracks wird mit den Jahren schlechter. Natürliche Verfallprozesse, aber auch Taucher setzen den Kaffenkähnen stark zu. Leider.

Unterwasserimpressionen – Tauchen im Werbellinsee

Schon mal hier gewesen?

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2015 Elbsee

06.06.2015, Elbsee (Nordrhein-Westfalen)

Mein Blog „Tauchrevier Deutschland“ verbindet. Aus Klicks und Likes werden reale Begegnungen. Im letzten Jahr besuchte ich einige Tauchreviere in Bayern. Diesmal folge ich einer Einladung aus Nordrhein-Westfalen. Mit einem donnernden „Herzlich Willkommen“ lud mich Detlev zu Tauchgängen in seinem Haussee, dem Elbsee in Düsseldorf, ein. Kurzerhand landeten Wegbeschreibungen, Unterkunftsempfehlungen und weitere wichtige Hinweise in meinem Email-Postfach. Was für ein toller Service. Heute war es nun soweit, ich freue mich.

Der Elbsee ist eine Hinterlassenschaft des Kiesabbaus bis 2006 und somit ein klassischer Baggersee im Südosten Düsseldorf, dem Stadtteil Unterbach. Mit einer maximalen Tiefe von 22m und einer Wasserfläche von ca. 90ha trennt ihn nur die Autobahn A46 vom Unterbacher See, in dem nicht getaucht werden darf.

Der Elbsee liegt in einem Landschaftsschutzgebiet und ist nur an wenigen Stellen zugänglich, was durchaus der Flora und Fauna des Gewässers zugutekommt. Der südliche Zipfel des Sees ist das Revier des Düsseldorfer Tauchsportverbandes (DTV), einem Dachverband von 12 lokalen Tauchvereinen. Tauchen ist hier nur den Mitgliedern und einer begrenzten Anzahl Gästen gestattet. Einer dieser Gäste bin dann ich. Zum Schutze der Natur ist das Ein- und Aussteigen auch nur an zwei ausgewiesenen Stellen erlaubt.

Düsseldorfer Tauchsportverband am Elbsee

10:00 Uhr am See war ausgemacht. Ich wurde schon erwartet und freundlich empfangen. Parkplätze mit komfortablen Rödeltischen sind auf dem Gelände vorhanden. Einem kurzen Hallo folgte eine kleine Führung gespickt mi t vielen Informationen. Toiletten, beheizte Umkleiden, Duschen, Ausbildungsräume und einen Grillplatz bietet die kleine Anlage des DTV. Einen Kompressor sucht man jedoch vergeblich. Die Gasversorgung regelt jeder Mitgliedsverein individuell.

Nun ging’s ins Wasser. Eingetaucht mit Conny und Detlev. Das Wasser ist mit Sichtweiten von 6-8m relativ klar. Schon bereits der erste Blick durch die Maske verrät, dieser See gehört wohl zu den gesunderen Gewässern in unserem Tauchrevier. Wundervolle Unterwasserpflanzen bedecken den Boden und recken sich zum Licht. Wasserpest, Armleuchteralgen, Ähriges Tausenblatt, großes Laichkraut und vereinzelt der Spreizenden Hahnenfuß sind zu finden. Wunderschön. Auffällig sofort das Wuseln und Huschen agiler Kaulquappen, ein Close-Up unmöglich. Inmitten des Unterwassergrüns unzählige Spitzschlammschnecken – auf Wanderschaft, dem Akt der Reproduktion oder einfach nur beim Weiden des Grüns.

Auch Wasserasseln und Wassermilben sind emsig im Auftrag des Fortbestandes der Art unterwegs. Die Blätter des Laichkrauts sind ideale Plätze zur Eiablage. Ein Kaulquappenkadaver wird sofort verwertet. Es kommt nichts um. Große Schwärme einer neuen Fischgeneration tanzen mit den Sonnenstrahlen, zukünftiger Beutefisch für den jungen Hecht und einer Horder halbstarker Barsche, die uns begegnen.

Der Elbsee, ein lebendiger See. Damit das so bleibt, haben sich Düsseldorfer Taucher in der Gemeinschaft „submers“ zum Schutz des Elbsees zusammen gefunden.

Ein wundervoller Tag im Tauchrevier Deutschland. Und ein ebenso donnerndes „Dankeschön Detlev“.

Tauchen im Elbsee, Düsseldorf

Wer kennt den Elbsee in Düsseldorf?

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2015 Ruhlesee

21.05.2015, Ruhlesee (Brandenburg)

Östlich des Brandenburger Örtchens Ruhlsdorf liegt der Ruhlesee in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bernsteinsee und Kranichsee, Ziel meines heutigen Tauchausfluges.

Ein kleiner, aber wie sich zeigt, feiner Kiessee. Der See gehört zur Campinganlage Ruhlsdorf. Die Anmeldung ist unkompliziert. Für Person und Auto ist eine kleine Gebühr zu entrichten. Am Wochenende ist wohl eine Anmeldung wegen limitierter Taucherzahlen erforderlich, wie ich erfahren habe. Die Anmeldung kann entweder direkt beim Campingplatz oder über das Tauchsportzentrum „Tauchin“ von Frank erfolgen, der dort am See eine gemütliche Tauchbasis betreibt.

Nachdem die Formalitäten erledigt sind, führt ein kleiner Sandweg 100m weiter zur Basis und Einstiegsstelle. Ich stelle das Auto ab und schaue mir den Kiessee bei allerfeinstem Wetter erst einmal in Ruhe an. Wow. Das Wasser ist klar. Wasservögel wie Haubentaucher, Blessralle und Rohrdommel beim geschäftigen Treiben. Es kann nur ein schöner Tauchgang werden.

Die Tauchklamotten sind schnell übergeworfen. Ich kann’s kaum erwarten. Und abgetaucht.

Der sandige Einstieg fällt schnell ab auf 3-4m. Wie sich zeigen wird, ist das schon beinah die Maximaltiefe. Irgendwann schramme ich gar die 5m Grenze. Aber es muss nicht immer tief, dunkel und kalt sein.

Die Sichtweiten sind sehr gut. Ich schätze mal 6m. Beides zusammen, geringe Tiefe und klares Wasser lassen die Sonne bis auf den Grund scheinen. Somit verwundert es nicht, dass der gesamte Seegrund wundervoll bewachsen ist. Ich tauche Richtung Norden in Seemitte, Wiesen und Felder von Unterwasserpflanzen. Es macht Spaß, diesen lebendigen See zu betauchen. Nach gut 25min Tauchzeit steige ich auf, um mich zu vergewissern, ob ich die Seemitte erreicht habe. Ja, fast Seemitte, 5m Tiefe und flächendeckendes Grün.

Gewöhnlicher Wasserschlauch – fleischfressende Pflanze

Es ist nicht zu übersehen, dass in diesem See der Gewöhnliche Wasserschlauch dominiert. Ganze „Wälder“ dieser besonderen Unterwasserpflanze bedecken den Seeboden. Das Besondere an ihr, sie ist eine fleischfressende Pflanze. Zu Fangblasen umgebildete Blätter helfen der Pflanze, den zusätzlichen Nährstoffbedarf zu decken.

Zwischen den Wasserschläuchen recken Ähriges Tausendblatt, Spreizender Hahnenfuß, Armleuchteralgen und verschiedenes Laichkraut zum Licht. Kleine rote Punkte, Süßwassermilben, umtanzen das Laichkraut und legen ihre Eier an der Unterseite der Blätter ab. Laichkraut eben J.

Während ich mich in Details des Wasserschlauches verliere, huscht ein stattlicher Spitzkopfaal an mir vorbei. Vielleicht habe ich den nachtaktiven Jäger in seiner Ruhe gestört.

Zurück betauche ich den Uferbereich. Das Sonnenspiel mit dem Schilfrohr ist einmalig. Auffällig die transparent-grünen, gallertartigen Klumpen an den Stengeln des Röhricht. Sie lassen das Bild unwirklich erscheinen. Bei diesen Gebilden handelt es sich um Kolonien von Wimpertierchen. Alles lebt.

Wasserschweine – Spiegelkarpfen

War die Sicht hervorragend, so ändert sich das jetzt schlagartig. Ein eindeutiges Indiz für hungrige Wühler. Und tatsächlich, zwei kapitale Spiegelkarpfen durchpflügen wildschweingleich den Boden auf der Suche nach Fressbarem, immer in Begleitung von Flussbarsche, als Opportunisten auf einen leckeren Happen hoffend. Irgendwann fühlen sich die beiden Karpfen jedoch von meinem Geblubber gestört und verschwinden.

Was für ein lebendiger See und schöner Tauchgang im Tauchrevier Deutschland. Ein kleiner aber feiner Kiessee für Unterwasserspaziergänge der besonderen Art.

Unterwasserimpressionen …

Kennt ihr den Ruhlesee?

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2015 Obersee

11.05.2015, Obersee (Brandenburg)

Eigentlich war ein Tauchgang im Liepnitzsee bei Wandlitz nördlich von Berlin geplant. Meine Suche nach einem geeigneten Einstieg blieb jedoch diesmal erfolglos. Im Norden führt eine Straße bis Höhe Fähre. Die Zufahrt bis zum See ist allerdings gesperrt. Bis zum Wasser sind’s noch gut 300m, die mit dem gesamten Gerödel recht lang und anstrengend werden können. Ich versuchte es auf der Westseite direkt vom Ort Wandlitz aus. Befahrbare Wege führen bis zu den letzten Siedlungen am Waldesrand. Dann sind die Waldwege für öffentlichen Verkehr gesperrt. Google weist ein Strandbad aus. Keine Ahnung, wie die Besucher dorthin gelangen. Im Süden entlang der Umgehungsstraße führt ebenso kein öffentlicher Weg zum Wasser. Ich gebe auf. Vielleicht hat jemand von Euch einen Tipp für einen möglichen zweiten Anlauf.

Ich entscheide mich daher kurzerhand, dem Obersee bei Lanke direkt an der A11 und in unmittelbarer Nähe gelegen, einen Besuch abzustatten. Herbst letzten Jahres betauchte ich das Gewässer bereits und hatte es mit seiner UW-Plfanzenvielfalt recht gut in Erinnerung.

Am Südufer tangiert eine Landstraße den See und man kann gut sein Auto abstellen. Eine weitere Einstiegsoption bietet der Parkplatz des Seeschloß-Hotels am Südostufer. Ich entscheide mich für den ruhigeren Einstieg.

Abgesehen vom Lärm der Autobahn liegt der See beschaulich im Brandenburger Forst zwischen Liepnitzsee und Hellsee. Alte ins Wasser gestürzte Erlen lassen den Obersee noch uriger erscheinen.

Was erwartet mich im Obersee? Bin gespannt.

Das Wasser ist grünlich trüb. Sicht schätze ich mal auf 2 m und die Wassertemperatur 12 Grad. Ein breiter Pflanzengürtel fasst das Ufer ein. Um diese Jahreszeit sehen die Pflanzen in weiten Teilen noch ziemlich trostlos aus. Sedimente des letzten Winters überlagern alles. Überdauernde Wintertriebe des Ährigen und Quirligen Tausendblattes, Sprosse des Spreizenden Hahnenfußes und grüne Triebe verschiedener Armleuchteralge durchdringen jedoch bereits das Braun und streben zur Sonne. Rote Punkte huschen zwischen den quirlenden Blättern des Tausendblattes, Wassermilben. Lamettagleich sind Pflanzen mit dem Laich des Flußbarsches behangen.

Ab einer Tiefe von 4m endet der Pflanzengürtel und ein schwabbelnder, modriger Untergrund beginnt. Kein Schalen- und Krustentier findet hier Halt.

Nach einer ausgedehnten Runde kehre ich zum Ufer zurück und schaue mich ein wenig zwischen den alten Bäumen um. Ehe ich bei dieser Sicht irgendetwas entdecke, verschwindet es auch schon. Ein Hecht. Ein kurzer Blick und mit meinem nächsten Ausatmen verschwindet er. Einige Flussbarsche huschen um die Maske. Die großen Dreikantmuschelkolonien bleiben aus. Allerdings hängt der eine oder andere Invasor am Holz des toten Baumes.

Der See erwacht. Bei guter Sicht und sprießendem UW-Grün sicherlich ein interessantes Tauchziel um die einheimische Flora und Fauna zu beobachten.

Ähriges und Quirliges Tausendblatt

Kennt Ihr den Obersee bei Lanke?

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2015 Peetzsee

24.04.2015, Peetzsee (Brandenburg)

Also wenn ich ehrlich bin, dann war der Peetzsee heute zweite Wahl. Der ursprüngliche Plan war eine Erkundung im Kiessee Hartmannsdorf. Die Gewässer gehören noch zu einem aktiven Kieswerk. Schranken, Zaun, Schilder machten deutlich – Tauchen nicht erwünscht. Wasser gibt’s hier aber genug.

Gelandet bin ich dann am Peetzsee bei Grünheide. Zwischen Werlsee und Möllensee gelegen, bilden die Seen die Grünheider Seenkette, eine Binnenwasserstraße. Es gibt in den Ausläufern und Buchten aber durchaus ruhige Ecken. Im Westen finde ich einen guten PKW-Stellplatz und Einstieg. Der See spiegelt den wolkenlosen Himmel. Kormorane trockenen ihr Gefieder in der Sonne. Das Wasser sieht glasklar aus. Alles spricht für einen Erkundungstauchgang im Peetzsee.

Angerödelt und abgetaucht. Ein Rechteckkurs geht immer. Also zunächst ab in Seemitte Richtung Süden. Der Seegrund ist sandig. Anfänglich finden sich auch einige Wasserpflanzen wie Brunnenmoos, Tausendblatt und Wasserpest zwischen den Dreikantmuschelinseln. Ab einer Tiefe von 4m herrscht ausschließlich sandiger Boden vor, nicht glatt, voller Mulden. Auch die Dreikantmuscheln sind hier nicht mehr zu finden. Ich tauche 15min weiter bis auf einer Tiefe von 6m und drehe dann Richtung Westen ab. Die Sichtweiten hier gut 3m, im flacheren Bereich durchaus 5m. Ein Schatten! Ein „Wrack“. Im Sande gestrandet und komplett mit Muscheln bewachsen. Ein Holzkahn von etwa 6m Länge. Ein Fischerboot? Auf jeden Fall Abwechslung. Auch für die Unterwasserfauna.

Fischerkahn Wrack

Nach gut 30min dann zurück nach Norden und Osten. Ein toter Wasservogel, möglicherweise ein Bleßhuhn liegt am Boden. Von Fischen keine Spur. Da müssen sie sein, schon wegen der Kormorane. Ein einzelner Krebs streift durchs Brunnenmoos. Auffällig viele Köcherfliegenlarven in ihren individuellen Architektenhäusern sind unterwegs.

Trichoptera – Köcherfliegenlarve

Auch wenn ich diesmal nicht viel Aufregendes vor die Maske bekam, so war es doch ein schöner Tauchgang, Wracktauchgang, bei besten Bedingungen im Tauchrevier Deutschland.

Wo ist meine geliebte Sealife?

Ausziehen, Einladen und heimwärts. Halt! Wo ist meine geliebte Sealife? Meine Kamera? Sie hängt nicht am D-Ring, wo sie hingehört, ist in keiner Tasche. Schreck! Sie muss noch im See sein. Das kann nicht sein. Wo sonst? Noch einmal überall nachgeschaut. Sie kann nur im See sein. Anrödeln und auf zum „Suchen und Bergen“. Wo habe ich die letzten Aufnahmen gemacht? Ein schwerer Doppelender muss die Kamera am Boden halten. Das ist gut. Sonst wäre sie mit Wind, Welle auf und davon. Dank guter Sicht, konnte ich meine Sealife auch schnell ausfindig machen. Sie hing wie ein Heliumballon am Boltsnap und wollte gefunden werden. So ein Glück. Ende gut, alles gut.

Unterwasser-Impressionen

Kennt ihr den Peetzsee? Schon mal hier getaucht?

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2014 Werbellinsee XII

23.10.2014, Werbellinsee (Brandenburg)

Es heisst, im Winter ruht ein mächtiger Wels im Mastkasten des Wracks am Dornbusch. Ich kann euch sagen, es ist noch nicht Winter ;-). Ein schöner TG war es allemal im wunderschönen Werbellinsee. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken. So ist mir bisher gar nicht aufgefallen, dass der Mast über die Backbordwand liegt. Kaulbarsche ruhen in den Verstecken, die das Wrack so bietet. In der Mergelwand begrüßte uns eine alte Bekannte und war gar zum Scherzen aufgelegt. Die Deko verbrachten wir mit dem Beobachten der emsigen Kamberkrebse. Wunderschöne Wiesen vom Spreizenden Hahnenfuß stehen noch im satten Grün. Auch die Armleuchteralgen trotzen dem Herbst und bieten Hydren, Schnecken und allerlei Kleinstgetier eine Herberge. Halbstarke Flussbarsche rotten sich zu großen Schwärmen zusammen und ziehen ihre Kreise. Was für ein schöner TG im #Tauchrevier Deutschland.

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2014 Werbellinsee IX

20.09.2014, Werbellinsee (Brandenburg), Teil2

Nachdem unsere Suchexpedition erfolgreich war, habe ich mir einen schönen Entspannungs-TG am Westufer gegönnt. Es herrscht noch großes Treiben im Wasser, Vorbereitungen auf den Herbst. Schwärme von halbstarken Flußbarschen und Plötzen unter ständiger Beobachtung von großen Räubern aus gut gewählter Deckung. Der ein oder andere Flußkrebs ware emisg mit Futtern beschäftigt. Selbst Steinbeißer haben sich tagsüber auf ihrer Sonnenbank gezeigt. Die Pflanzenwelt verabschiedet sich vom Sommer und entlässt dabei ihre Sämereien. Die Generation der nächsten Saison ist gesichert. Verschiedene Armleuchteralgen und Laichkräuter, Horn- und Tausendblatt, Wasserpest, sowie Hahnenfuß und Krebschere bilden ein ausgewogenes Pflanzen-Potpourri zur Freude des Betrachters. Unsere #Tauchreviere sind schön.

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Kontakt:

Mario Merkel, Tauchrevier Deutschland

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