Tauchrevier Deutschland im Interview mit "Der Taucherblog"

2016 Taucherkessel Löbejün

06.10.2016, Tauchkessel Löbejün (Sachsen-Anhalt)

Im Januar war mein letzter Besuch der Tauchkessel Löbejün. Die Zeit vergeht wie im Fluge. So ein Jahr ist irgendwie nicht mehr das, was es einmal war. Zeit für einen kleinen Abstecher nach Sachsen-Anhalt.

Mit meinem Buddy Wolfgang verabrede ich mich direkt vor Ort. Noch auf der Autobahn erhalte ich einen Anruf von ihm. Er stehe vor einem verschlossenen Tore am Steinbruch. Ich kannte kein Tor. Bin gleich vor Ort. Die schmale Zufahrt zum Porphyr-Steinbruch ist tatsächlich mit einem Tor gesichert. Das muss neu sein. Das Tor steht allerdings offen.  Und Wolle muss bereits passiert haben.

Taucherkessel Löbejün

Angekommen sehe ich auch das Auto von ihm. Wolle schaut in das herrliche Blau des klaren Steinbruchs. Ich begrüße ihn. Und Klaus. Außerhalb der Saison und in der Woche wäre es besser, wenn wir uns vorab telefonisch anmelden, begegnet er mir. Wir hätten heute Glück. Darf man ruhig mal haben.

Auch wenn wir die Sonne in Berlin/Brandenburg zurückließen, die Kessel in einem grauen Schleier verhüllt ruhen, freuen wir uns auf einen schönen Tauchgang. Die neuen Unterstellmöglichkeiten halten den Nieselregen von unserer trockenen Tauchkleidung fern.

Bergbau Artefakte

Schon obligatorisch, drehen wir unsere Runde und werfen einen Blick in die drei Taucherkessel. Wasserränder an den Steilwänden zeigen einen sinkenden Wasserpegel insbesondere im Kessel 2 an. Das Wasser dient dem angrenzenden Steinwerk, dessen Betriebsamkeit wir auch das neue Tor zu verdanken haben. Von Klaus erfahre ich, dass dieser Wassertausch durch das nachdrückende Grundwasser gut für die Wasserqualität sei.

Wir sind schnell gerüstet und springen freudig in den Taucherkessel 1. Check, Abtauchen, Bubblecheck und los geht’s. In der Hoffnung auf Begegnungen mit den Stören, quere ich sehr gern den Kessel am Grund. Große Sedimentwolken verraten diese Urzeitfische bereits aus der Ferne. Doch diesmal kommen uns zwei stattliche Exemplare bereits beim Abtauchen entgegen. Sie müssen regelrecht auf uns gewartet haben.

Urzeitfisch Stör

Wolle übt sich in seiner neuen Actioncam und ich warte mit meiner Kamera auf den richtigen Moment. Schwerelos im frischen, klaren Wasser mit diesen wundervollen Wesen zu tanzen, ist einfach wunderbar und lässt die Zeit vergessen. Nichts treibt uns. Ein beinah goldener Waxdick saugt sich durch den Grund, filtert das Benthos und  hüllt sich in eine dicke Staubwolke.

Waxdick

In allen drei Taucherkesseln trifft man auf den Galizischen Sumpfkrebs. Schöne Tiere. Ihr ganzer Körper schimmert goldgrün, die unverwechselbaren langen Scheren stets zur Verteidigung bereit. Bekomme ich in der Regel den Amerikanischen Kamberkrebs in unserem Tauchrevier vor die Maske, so sind diese Begegnungen eine willkommene Abwechslung.

Galizischer Sumpfkrebs

Auch der schönste Tauchgang geht einmal zu Ende. Einen krönenden Abschluss bietet ein Schwarm zahlloser Rotfedern am Ausstieg. Selten konnte ich mich diesem scheuen Fisch so nähern. Es ist wunderschön.

Rotfederschwarm

Wir wärmen uns mit heißem Tee und Kaffee und kommen ein wenig mit Klaus ins Plaudern. Schließlich besuchte ich in diesem Jahr seine frühere Wirkungsstätte, den Steinbruch Messinghausen. Ein weiterer , schöner Tag im Tauchrevier Deutschland geht zu Ende.

Jeder kennt die Taucherkessel. Jeder?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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Categories: _Sachsen-Anhalt, UnterWasser

2016 Tauchen in Messinghausen

29.07.2016, Steinbruch Messinghausen

Der „See im Berg“, „Steinbruchsee“ oder einfach „der Blaue“ genannt, ist kein unbekanntes Gewässer. Bis 1984 wurde hier in Messinghausen (Brilon) Diabas, ein hartes Gestein vulkanischen Ursprungs, aus dem Berg gesprengt. Das kraterförmige Loch füllte sich über die Jahre mit Regenwasser und ein einmaliges Tauchrevier in NRW entstand. Das klare, blaue Wasser empfing Taucher aus Nah und Fern. Traumhafte Sichtweiten und Lichteinfall bis auf die Maximaltiefe von 45 m spiegelten trügerische Sicherheit und wurden dem See zum Verhängnis. Mehrere Tauchunfälle mit Todesfolge verbreiteten den schrecklichen Ruf vom „Todessee im Sauerland“. 2009 wurden vom damaligen Betreiber Oliver Hecht Sicherheitsregeln und Tiefengrenzen für Sporttaucher erlassen, ab 2012 der Tauchbetrieb ausschließlich auf Klubmitglieder der „Scapehander“, technische Taucher, beschränkt.

Tauchen in Messinghausen

Seit einigen Monaten wird der Tauchbetrieb im Steinbruch Messinghausen von Matthias Schneider, dem Chef vom Tauchcenter Bielefeld, verantwortet und steht qualifizierten Tauchern unter Einhaltung von ausbildungskonformen Tiefengrenzen wieder offen. Ganz klar, da muss ich hin und mir ein eigenes Bild machen. Die Öffnungszeiten für den „See im Berg“ beschränken sich in der Regel auf das Wochenende. Nach kurzem Email-Austausch mit Matthias stand der Termin für Freitag 11:00 Uhr.

Für einen Tagesausflug aus Brandenburg ist das Sauerland mit ca. 500 km recht weit, so plane ich ein verlängertes Wochenende mit weiteren Tauchgängen in der Umgebung, im schönen Sorpesee und dem Schieferbergwerk Nuttlar. Meine Buddies Helmut und Heiko werden mich begleiten.

Die Anreise am Donnerstag verlief bestens und so erreichten wir am frühen Nachmittag unsere erste Station, die Pension Krüger in Brilon. Die Zimmer sind klein und fein, der Herzlichkeit riesengroß. Wir kamen schnell ins Plaudern und Scherzen. Der Kühlschrank wurde mit würzigem Pils gefüllt, das Frühstück individuell geplant. Frau Krüger empfahl uns für das Abendessen eine Gaststätte 1000 m talwärts. Und da es drohte zu regnen, bot sie uns einen kostenfreien Chauffeurdienst an, den wir dankend ausschlugen. Da wussten wir noch nicht, wie es im Sauerland regnen kann und das die 1000 m doch eher 2 km waren.

Unterwegs im Sauerland

Wir machten uns auf den Weg, die ersten Tropfen fielen vom Himmel. Nach wenigen Schritten sahen wir die vielen, kleinen Erdkröten, die die Straßenseite wechselten. Die Natur wählt jeden Zeitpunkt mit Bedacht. Froschregen! Das kann also kein kurzer Schauer sein. Der Regen wird stärker. Wir trotten wie begossene Pudel einsam die Straße entlang. Der Regen legt weiter zu. Nach gut 15 Minuten Fußmarsch wussten wir, die 1000 m waren stark untertrieben. Absolut durchtränkt tat sich uns ein Lichtblick auf, ein Schild mit der Aufschrift „Restaurant van Soest“ wies das Ziel.

Wir betraten triefend nass die Gaststube und erwarteten einen Verweis der Lokalität ob der nassen Kleidung. Das unerwartete Gegenteil trat ein: „Wenn Sie Ihre Hosen ausziehen, dann kann ich sie gleich in den Trockner stecken. „, begegnete uns die Wirtin freundlich. Und so geschah, dass ich erstmalig ein Zigeunerschnitzel in Unterhose in einer Gaststätte verspeiste.  Später reichte mir eine junge Frau einen Schlüssel mit dem Hinweis: „Dieses Angebot muss ich leider ablehnen.“ Sie fand den Hotelschlüssel bei einem prüfenden Blick im Trockner, der wohl aus der Hose gefallen sein muss.

Froschregen. Junge Erdkröten

Ich muss mich hier ein wenig in den Begegnungen verlieren, weil mich diese Freundlichkeit berührte. Später bot man uns noch einen kostenfreien Rücktransport zur Pension an, sollte es weiterhin regnen, was es dann nicht tat. Sowohl die Pension Krüger als auch das Restaurant van Soest würde ich jederzeit wieder besuchen.

Freitag, 10:30 Uhr. Wir parken unsere beiden Autos an der Pforte zum „See im Berg“. Wir sind allein. Es war gut, dass wir bereits gestern die Anreise zum Tauchplatz probten. Für Neulinge nicht ganz einfach zu finden. Wir wagen einen Blick in den Kessel und freuen uns auf die Tauchgänge. Es dauert nicht lange und ein Pickup mit der Aufschrift „Tauchcenter Bielefeld“ erscheint. Das muss Matthias sein. Ein „So könnt‘ ihr hier nicht stehen bleiben.“ ersetzte das erwartete „Guten Morgen“ oder „Hallo“. Ungewohnt für freundliche Brandenburger Ohren, aber OK. Die Autos sind schnell um 2 m umgesetzt.

Wir bauen unsere Geräte zusammen, erledigen den Check-In und erhalten von Matthias einige erklärende Worte zum See. Von den Parkplätzen bis zum Einstieg folgt man einem kleinen, steilen, steinigen Weg gut 100 m. Mit geschulterter D12 und Stage eine ziemliche Herausforderung, vor allem bergauf. Hierfür bietet Matthias einen einmaligen, erstklassigen Transferservice an. Zwei Lastenesel in Form von erprobten Jeeps transportieren das Equipment. Meine Buddies hängen wohl so sehr am Leben, dass sie das Fahren der Gefährte ausschließlich mir überließen. OK, die Meldeleuchte für die Handbremse hatte einen Wackler, aber sonst alles TÜV-geprüft.

Lastenesel. Tauchen in Messinghausen

Die Gerätschaften und wir sind nun am Einstieg. Das Wasser leuchtet blau. Wir können es kaum erwarten einzutauchen. Für den ersten Tauchgang lass ich meine Kamera an Land, möchte vollends genießen. Check, Platsch, Bubble-Check und es geht hinab. Die Steilkante erlaubt einen schnellen Abstieg. Wir erreichen 20 m und sind dann bald auf 40 m angekommen. Es ist taghell. Die Sicht unglaublich. Verhältnisse wie in der Adria, allein die Wassertemperatur mit 7 Grad wohl etwas kühler.

Wir schweben, tauchen in Richtung Kesselmitte und erreichen maximal  43 m. Die Steinformationen sind beeindruckend. Zurück an der Steilwand tauchen wir etwas auf und kommen vorbei an durchlöcherten Containern, einem Bus und einem Militärboot-Boot.  Auffällig das detaillierte Steuerrad, der Kettentrieb mit Welle zum Heck, die Kästen der Positionslichter, das Loch mit der dahinter liegenden Schwimmkammer. Ehrlich, bis gestern hatte ich keine Ahnung, was ich dort unten betauchte. Dank Linus Drescher weiß ich um all diese Details des M-Bootes, die Mitte der 60 Jahre gebaut wurden. Dankeschön.

M-Boot. Tauchen in Messinghausen

Auf etwa 20 m treffen wir auf drei Tunnelformationen, die an Gewächshäuser erinnern und zum Durchtauchen animieren. Im Tunnel schiebt sich langsam eine Regenbogenforelle an meiner Maske vorbei. Kamera Fehlanzeige. Hier wechseln wir auf unser Dekogas und beginnen mit dem Aufstieg. Auf einem Plateau in Ausstiegsnähe verbringen wir den letzten Dekostopp. Beobachtungen von wenigen Plötzen und Flussbarschen lassen die Zeit kurzweilig werden. Zwei große Störe ziehen ihre Bahnen und suchen den Grund nach Fressbarem ab. Neugierig schwimmen sie immer wieder auf uns zu. Taucher sind ihnen nicht ganz fremd. Fotos mache ich gedanklich. Wir steigen aus. Ein schöner Tauchgang in einem freundlichen Steinbruchsee.

Der Jeep schleppt sich samt Flaschen erfolgreich bergauf zur Füllstation. Zwischenzeitlich sind weitere Taucher eingetroffen. Man kommt ins Gespräch. Bouletten gegen den kleinen Hunger. Die Flaschen sind erneut in den Krater des Bergs gebracht. Diesmal werde ich meine Kamera mit hinab in die Tiefe nehmen.

Auch im zweiten Tauchgang lassen wir uns bis auf den Grund des Sees sinken und kreuzen ein wenig. Dann steht sie vor uns, mit langem, wallendem Haar, roten Strümpfen und schwarzem, knappem Lack-Outfit. Sie blickt dir tief in die Augen und spricht: „Bleib! Bleib bei mir!“. Es fällt mir schwer, den Blick auf mein Finimeter und Bottom-Timer zu senken. Ein letztes Foto und meine inzwischen gut geladenen Kompartimente sagen mir: „Steig auf!“.  Wir beginnen den Aufstieg, wechseln das Gas und blicken unentwegt umher, in der Hoffnung Neues zu entdecken. Nach einer guten Stunde erreichen wir das Ausstiegs-Plateau. Die Kamera ist zur Hand, allein die Störe lassen sich nicht blicken. So ist das eben.

 

 

Unterwasserimpressionen – Tauchen in Messinghausen

Die Flaschen sind wieder gefüllt, wir in trockenen Klamotten, der Sauerländer Regen ist zurück. Wir schnacken noch ein wenig mit Matthias, trinken einen heißen Kaffee, machen uns ehrlich und genehmigen noch einen letzten Blick in den Krater. Die Sonne hat die Regenwolken vertrieben und taucht die Steinwände in ein weiches, warmes Licht. Nein, so sieht kein Todessee aus. Die Bedingungen in diesem Steinbruch sind optimal. Sicht. Licht. Allein der Mensch neigt schnell zur Selbstüberschätzung.

See im Berg

Ich wünsche Matthias noch ganz viel Freude und Erfolg mit seinem einzigartigen Tauchrevier in Deutschland und allen Tauchern mindestens ebenso viel Spaß beim Tauchen wie wir ihn hatten. Wir ziehen weiter nach Sundern zum Tauchspaß im Sorpesee.

Kennt Ihr Messinghausen?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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Categories: _Nordrhein-Westfalen, UnterWasser

Aquakultur und Aquaponik

13.09.2015, Tag der offenen Tür –
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei

Letzten Sonntag öffnete das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) ihre Türen. Wasser, Fische, Ökologie – klar, Tauchrevier Deutschland muss dahin. Eine gute Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, was die Wissenschaft in dieser Einrichtung so treibt.

Das Institut betreibt Grundlagenforschung für eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Gewässer, ist unter der Trägerschaft des Forschungsverbundes Berlin e.V. und hat seinen Sitz in Berlin-Friedrichshagen.

Während meines Besuches konnte ich Einblicke in drei Arbeitsfelder/Projekte des Instituts erlangen. Aquakultur als stark wachsender Sektor der Landwirtschaft ist ein Forschungsschwerpunkt. Die Nachfrage nach Fisch ist ungebrochen, die natürliche Ressource begrenzt. Die Aquakultur beschäftigt sich mit dem Thema Aufzucht aquatischer Organismen. Nachhaltigkeit, ökologische Verträglichkeit, geschlossene Kreisläufe, aber auch Wirtschaftlichkeit sind Aspekte dieser Forschung. Das Thema Aquakultur wird insbesondere mit Blick auf Haltung und Futterquelle durchaus kontrovers diskutiert. Karpfen, Pangasius und Lachs sind als Zuchtfische bekannt, aber wusstet ihr, dass sich das IGB ebenso der Zucht des größten Süßwasserfisches aus dem Amazonas, dem Arapaima, verschrieben hat. Zwei große Exemplare konnten in einem großen Becken bestaunt werden. Die Fische habe ihre Länge von 2m in nur 2 Jahren erreicht. Was für eine Wachstumsrate.

Aquakultur – Arapaima gigas

Mehrere Forschungsbecken stehen in einer Halle. Das Wassermanagement erfolgt in komplett geschlossenen Wasserkreisläufen wie uns stolz versichert wird. Informationen zur Aquakultur erhaltet ihr hier: http://www.aquakulturinfo.de

Die Forschungsarbeit in dem Bereich der Aquakultur dient aber nicht nur der Zucht von Speisefischen, sondern ebenfalls der Nachzucht zur Auswilderung von gefährdeten Tieren wie dem Europäischen Stör. Seit 2006 werden Störe im Oderbereich wieder ausgesetzt und angesiedelt.

Wegweiser führen uns zu einer nächsten Halle, einem Gewächshaus gleich. „Entdecke den Tomatenfisch“, so die Einladung. Tomatenfisch? Kenne ich nicht. Was steckt dahinter? Aquaponik ist das Zauberword. Zwei Lebewesen, die es warm und feucht mögen, werden in ihrer Zucht kombiniert. In einer Kreislaufanlage werden Tilapien, ein afrikanischer Buntbarsch, gezüchtet.

Aquaponik – Tomate und Tilapia = Tomatenfisch

Die Fischbecken stehen inmitten von Tomatenpflanzen. Entweichendes Kohlendioxid der Fische wird von den Tomatenpflanzen aufgenommen. Das durch Ausscheidungen und Futterresten nährstoffhaltige Wasser der Fische wird nach einem Biofilter dosiert den Tomatenpflanzen zugeführt. Wasserverdunstungen in dem „Green House“ werden in Kältefallen kondensiert und dem Wasserkreislauf der Fischbecken zugeführt. War ein regelmäßiger Wassertausch von 12% und dessen Entsorgung bis dato erforderlich, werden Dank Aquaponik nur noch 1-2% Frischwasser benötigt. Klingt nicht schlecht.

Mit einem Besuch beim Projekt „Tatort Gewässer. Dem CO2 auf der Spur“ schließen wir unseren Besuch beim IGB ab. Dieses Projekt möchte herausfinden, ob unsere heimischen Gewässer klimarelevantes Kohlendioxid aufnehmen oder ausatmen und somit das globale Klima beeinflusst.

Tatort Gewässer. Dem CO2 auf der Spur

Auch wenn der kurze Besuch nur einem Blick durch das Schlüsselloch gleicht, so war es dennoch interessant und informativ.

 

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Categories: ÜberWasser

2016 Tauchen in Löbejün

27.01.2016, Taucherkessel Löbejün (Sachsen-Anhalt)

Ein kurzer Anruf, die Tauchkessel sind eisfrei und offen, bestätigt uns Basischef Klaus. Der Termin für den nächsten Tag ist vereinbart. Treffpunkt 10:00 Uhr. Tauchen in Löbejün.

Bei windigem, trübem, wenn auch nicht kaltem Wetter erreiche ich die Porphyr-Steinbrüche des kleinen Ortes Löbejün. Fred ist noch nicht da. Ich gehe ein paar Schritte und schaue mir alle drei Kessel an. Das Wasser kräuselt sich im Wind. Allein der Kessel 2 hat eine kleine Eisschicht. Tiefer als 10 m dürfte er nun nicht mehr sein. Weiße Wasserränder am roten Felsstein zeigen alte Wasserstände an.

Tauchen in Löbejün

Am Horizont leuchtet im Schein der Sonne die Silhouette meiner Geburtsstadt, Bernburg. Ein weiterer Grund, weshalb ich immer wieder gern in die Tauchreviere nach Sachsen-Anhalt komme. Zurück am Kessel 1 treffe ich auf Klaus. Die Anmeldung ist schnell gemacht und die Flaschen imnu gefüllt.

Fred erscheint. Ein Privileg, die Kessel für sich allein zu wissen. Wir entscheiden uns für den Kessel 1. Das klare Wasser lädt mehr als ein. Wir planen einen Tauchgang von ca. 60 min. Jeder erkundet den Kessel für sich mit seiner Kamera im Gepäck. Die Anzüge sind schnell übergeworfen und das Gerödel geschultert. Und schon trägt das Wasser die Last. Ich checke meine Ausrüstung und tauche ab. Wie immer zurre ich auf etwa 5 m alles noch einmal zurecht und übe den kleinen Valve-Drill. Check.

Möchte gern den Kessel am Grund queren und dann mit der linken Schulter zur Steilwand umrunden. Das klare Wasser lässt den hellen Boden beim Abstieg schon bald erblicken. Die Maximaltiefe von 15 m ist erreicht. Kurs genommen, und ich tauche über sedimentierte Felssteine und Algenwiesen. Das einfallende Licht lässt sie prächtig wachsen. Herrlich. Ich atme ruhig und fühle mich in meinem Element.

Sedimentwolken. Ich freue mich. Können diese doch nur von den eingesetzten Stören kommen. Nur wenige Flossenschläge und ich sehe sie am Boden wühlend, 4 – 5 wunderschöne Exemplare. Ruhig nähere ich mich. Sie sind Taucher gewöhnt. Allein die Waxdicks sind nicht sonderlich tolerant und suchen das Weite. Eine Freude, diese urzeitlichen Fische zu beobachten. Staubsaugergleich filtern sie den Sedimentboden nach Fressbarem. Ungenießbares quillt in dicken Wolken aus den Kiemendeckeln.

Urzeitfische im Tauchrevier – Störe

Ein nicht ganz kleiner Hecht taucht auf. Auch er zieht unerschrocken seine Bahnen im Taucherkessel. Ich folge ihm. Sein Verhalten scheint mir ein wenig merkwürdig. Er ist sehr bedacht, mich nur auf eine bestimmte Seite zu lassen. Dann erkenne ich sein Handicap. Sein linkes Auge scheint erblindet.

Störe im Tauchrevier Deutschland

 

Die Uhr tickt. Ich muss weiter. Schnell noch einmal Kurs genommen. Das kleine Motorboot ist meine nächste Station. Bis auf einen kleinen Flussbarsch keine weiteren Lebenszeichen am Wrack. Ich entscheide mich für den Rückweg. Das Pumpenhäuschen zeigt mir an, dass ich gleich den Ausstieg erreicht habe. Ich steige auf, um eine wenig Stickstoff abzuatmen. Zwei dicke Karpfen fühlen sich durch mich gestört und schießen davon. Ich sehe Fred’s Flossen. 65 min, gutes Timing. Wir steigen gemeinsam aus dem Wasser. Unser Lächeln im Gesicht sagt alles über den Tauchgang.

Es gibt keinen zweiten Tauchgang. Nach einer heißen Suppe fahren wir weiter zu einer alten Verflossenen. Aber das ist eine andere Geschichte. Wundervolles Tauchen in Deutschland.

Kennt Ihr die Taucherkessel von Löbejün?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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Categories: _Sachsen-Anhalt, UnterWasser

2015 Steinbruch Wetro

18.09.2015, Steinbruch Wetro (Sachsen)

Es ist immer wieder herrlich, wenn man das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden kann. Heute hat es mich in die Oberlausitz nach Sachsen verschlagen. Der Nordosten Sachsens ist bekannt für seine vielen Tauchgewässer, ehemalige Steinbrüche und Braunkohlerestlöcher.

Neugierig war ich diesmal allerdings auf die Talsperre Quitzdorf, im Tauchboard Sachsen ebenso als Tauchgewässer ausgewiesen. Ich machte mich also auf den Weg. Der Stausee als solcher ist schnell gefunden, eine geeignete Zufahrt dagegen gestaltete sich durchaus schwierig. Nach einigem Suchen konnte ich mich im Norden dem Ufer mit dem Auto auf etwa 300m nähern.

Talsperre Quitzdorf – niedriger Wasserstand

Die als Kühlwasserreservoir für das Braunkohlkraftwerk Boxberg angestaute „Schwarze Schöps“ ist der flächenmäßig größte Stausee Sachsens und begräbt die Ortschaft Quitzdorf. Ich stellte mein Auto ab und ging zu Erkundungszwecken den Rest zu Fuß. Der Wald lichtet sich und der Stausee schimmert in der Sonne durch die Äste der Bäume. Als ich am Ufer stand bot sich mir jedoch ein trauriges, wenn auch naturell schönes Bild. Der trockene Sommer hat dem Stausee mächtig zugesetzt. Wo einst Wasser zum Baden einlädt, wachsen jetzt Gräser und Blumen. Auf freigelegten Sandbänken rasten Kormorane und Möwen. Ich konnte 100m in den See hinein laufen, ohne nasse Füße zu bekommen. Das Restwasser ist braun und trägt weiße Schaumkronen. Tauchen Fehlanzeige. Wie ich später von einer Anwohnerin erfahre, ist der Stausee auch gefüllt, eher flach und dauertrüb.

Steinbruch Wetro – Tauchen in Sachsen

Ein Plan B musste her. Der Bärwalder See wäre eine Option. Doch warum in die Ferne schauen, wenn das Gute so nahe liegt. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Stausee betreibt Thomas Szagunn seine Tauchbasis Wetro an einem alten Quarzit-Steinbruch. Ich stehe schnell an seiner mit einer Kette gesperrten Zufahrt. 2013 war ich hier das letzte Mal tauchen. Wie die Zeit vergeht. Ein kurzer Anruf und einem Tauchgang im Steinbruch Wetro steht nichts mehr im Wege. Thomas wird später vorbeischauen.

Da blicke ich nun mutterseelenallein auf das wunderschöne Wasser und freue mich auf meinen Tauchgang. Eigentlich besteht der Steinbruch aus zwei Kesseln, die durch einen Damm ab einer Tiefe von ca. 16m getrennt sind. Der linke Kessel weist eine Tiefe von 56m auf. In der Nähe des Dammes kann man auf ca. 30m eine „kleine Grotte“ betauchen, Bootswracks bieten was für’s Auge und in den „Malediven“ kann man gut Fischegucken.

Zwischenzeitlich ist ein weiterer Tauchfreund zu einem Arbeitseinsatz eingetroffen. Wir kommen ins Plaudern und ich erhalte ein paar Tipps und Empfehlungen. Mein Tauchgang wird mich also links von der Einstiegsplattform entlang führen. In einer Tiefe von 32m liegt ein Bootswrack. Auf der gegenüberliegenden Seite am Schilfgürtel hätte ich Chancen auf kapitale Hechtsichtungen. Ein guter Plan.

Steinbruch – Unterwasserimpressionen

Schnell habe ich mich in die zweite Haut geworfen und steige die Treppen zum Einstieg hinab. Ein Sprung, ein Platsch, Check und es kann losgehen. Auf 5m sortiere ich mich erneut, checke alles gründlich und lasse mich hinab fallen.

Das Oberflächenwasser ist grünlich-trüb, aber mit guter Sicht. Ab 10m klart es auf und ab 20m ist das Wasser nicht mehr zu sehen. Entlang der braunen, zerklüfteten Steilkante taste ich mich im Schein meiner Lampe auf 30m vor. Wasserasseln und Dreikantmuscheln bevölkern den nackten Stein. Herabfallendes Herbstlaub verleiht dieser mystisch schönen Unterwasserwelt ein wenig Farbe. Eine Meduse? Ich bin aufgeregt und freue mich. Während ich meine Kamera sortiere, gibt sich die Meduse als herabfallendes Blatt zu erkennen. 32m. Kein Bootswrack. Mein Kompass deutet mir, ich muss bereits in der ersten Kurve sein, also schon hinter dem Wrack. Mmh. Ich steige auf und setze meinen Tauchgang auf etwa 10-15m fort. Hinter der nächsten Kurve muss ich weiter aufsteigen, um den Schilfgürtel nicht zu verfehlen.

Wenn man neu in einem Gewässer taucht, dann fällt einem das Abschätzen der Distanzen immer etwas schwerer. Ich blicke nach oben und erschrecke. Was für ein kapitaler Hecht dort an der Felskante steht. Ehe ich mich versehe, kommt auch noch ein Stör vorbei. Kamera? Alles geht schnell und ich habe nur noch den Schatten des Störs einfangen können. Dem Hecht war’s zu blöd und er ist verschwunden. An der Schilfkante kann ich vereinzelte Flussbarsche beobachten. Die Uhr tickt.

Tauchen im Steinbruch Wetro – Sachsen

Für den Rückweg entscheide ich mich, den Steinbruch auf direktem Wege in einer Tiefe von 5m zu queren. Tauchen ist dreidimensional und wunderschön. Ich ziehe meine Bahn durch das grüne Freiwasser und erreiche den Ausstieg.

Ein toller Abstecher bei Kaiserwetter in das Tauchrevier Sachsens. Thomas hat es nicht mehr geschafft. Ich packe ein, verabschiede mich beim fleißigen Tauchfreund und fahre heimwärts.

Wer kennt diesen Steinbruch?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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Categories: _Sachsen, UnterWasser

2015 Ilsesee

Ein Gastbeitrag von Ellyca Holl. Fotos: Ellyca Holl & Oliver Schmidt

Bereits in 2012 entdeckten mein Freund Oli und ich den Ilsesee bei Königsbrunn, südlich von Augsburg. Seine abwechslungsreiche Unterwasserflora und –fauna begeisterte uns vom ersten Tauchgang an. Die tiefste Stelle im See, der durch Kiesabbau entstand, ist 15 m. Direkt am See befindet sich die Tauchbasis Ilsesee mit einem schönen und komfortablen Einstieg. Im Ilsesee wird seit Jahren ein ökologisches Konzept unter dem Tauchbasenleiter Jürgen Scharm erfolgreich umgesetzt, was allerdings nicht bei allen Tauchern auf Begeisterung stößt, da es Regeln und Einschränkungen beim Tauchen gibt.

Im See gibt es zwei Zonen, Zone B und C sowie Schutzgebiete. In den ufernahen Schutzzonen ist das Tauchen verboten, um Pflanzen und Lebewesen bis zu einer Tiefe von 4 m zu schützen. Der Bereich B ist der allgemeine Tauchbereich, und im Bereich C darf nur getaucht werden, wenn man zuvor ein Einweisungsseminar, sowie einen begleiteten Tauchgang gemacht hat. Sinn des Ganzen ist es, die Zusammenhänge über das Leben und die biologischen Vorgänge im See besser zu verstehen und so zu tauchen, dass dieser außergewöhnliche Lebensraum so wenig wie möglich belastet wird. Das Konzept scheint aufzugehen! Sichtweiten von bis zu 15 m sind keine Seltenheit.

Schlei, Stör und Hecht im Ilsesee

Unsere persönlichen Highlights im See waren Störe und ein riesiger Wels, den wir allerdings nur von hinten sehen konnten, da er so tief im üppigen Pflanzenbewuchs steckte. Der Wels war dunkelblau, was uns sehr erstaunte. Wir hätten nie gedacht, dass ein Wels dunkelblau sein kann. Ob es wohl an den Cyanobakterien lag, die eine dunkelblaue Schicht zwischen den Unterwasserpflanzen bildeten? Hat der Wels seine Farbe der des Grundes angepasst? Zwischen den teils meterhohen Pflanzen, wie den verschiedenen Laichkräutern (Durchwachsenes, Langblättriges, Gestrecktes Laichkraut, Haarlaichkraut), Tausendblatt und Tannenwedeln kann man mit geübtem Auge Aale, Flussbarsche, Hechte, Graskarpfen, Lauben, Rotaugen, Rotfedern und Schleien entdecken. Auch große Flächen von Armleuchteralgen, sowie Grün- und Schleimalgen sind im See anzutreffen.

Intakte Unterwasserwelt Ilsesee

Ein Blick auf die Pflanzen lohnt sich immer. Kleine grüne Kugeln, die sich an den Armleuchteralgen und anderen Unterwasserpflanzen angesiedelt haben, machen uns neugierig. Es handelt sich dabei um Grüne Gallertkugeltierchen, die aus Kolonien von Wimperntierchen bestehen. Ihr Vorkommen ist ein Indiz für die saubere Wasserqualität des Sees. Auch Moostierchen, Süßwasserpolypen und Rote Süßwassermilben findet man auf den Pflanzen, aber man muss genau hinsehen, sonst nimmt man sie nicht wahr. Die einzelnen Tauchbereiche sind durch Leinen gekennzeichnet; auf einigen von Ihnen haben sich wunderschöne Geweihsüßwasserschwämme angesiedelt.

Selbst nach den unzähligen Tauchgängen, die wir in den letzten drei Jahren unternommen haben, fasziniert und begeistert uns der See immer wieder aufs Neue. Tauchen im Ilsesee – ein absolutes Muss!

Tauchen im Ilsesee

Ein toller Baggersee. Wer kennt ihn?

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Categories: _Bayern, UnterWasser

2015 Steinbruch Löbejün

10.04.2015, Steinbruch Löbejün (Sachsen-Anhalt)

Neben den vielen natürlichen Seen in unserem schönen Deutschland erfreuen wir Taucher uns der gefluteten „Hinterlassenschaften“ von Tagebauen und Steinbrüchen. Eine sehr beliebte Adresse sind daher auch die drei Taucherkessel in Löbejün bei Halle/Saale. Die ehemaligen Porphyr-Steinbrüche bieten mit ihrem klaren Wasser und einer Tiefe von ca. 16m abwechslungsreiche Taucherlebnisse.

Die Tauchbasis „Taucherkessel“ von Klaus Diersch hat aus diesem ehemaligen Industriegebiet ein wahres Taucherparadies geschaffen, was sich auch in den hohen Besucherzahlen insbesondere an den Sommerwochenenden niederschlägt. Sehr gute Taucherinfrastruktur (inkl. Kompressor) und viel Sehenswertes bei guten Sichtverhältnissen ziehen Taucher aus Nah und Fern an.

In der Hoffnung auf optimale Sichtverhältnisse im Frühjahr zog es uns also diesmal nach Löbejün. Das sonnige Frühlingswetter mit Temperaturen zwischen 20-22 Grad ist geradezu kaiserlich. Man könnte sagen: „Wenn Engel reisen …“, aber wir haben einfach verdammtes Glück. Hoch motiviert und bestens gelaunt, machten wir uns für den ersten Tauchgang im Tauchkessel 1 fertig. Die Sonne ließ das Innere der Trilaminathülle kochen. Das verleitet, auf dicke Unterzieher zu verzichten, ist dann jedoch dankbar, bei dem 6 Grad kaltem Wasser, es nicht getan zu haben.

War ich früher immer geneigt, den Kessel zu umrunden, so tauche ich jetzt sehr gern quer durch den Kessel. Der mit Sedimenten angereicherte Boden ist der Freßplatz eingesetzter Störe. Und auch diesmal wurden wir nicht enttäuscht. „Staubwolken“ verrieten schon von der Ferne die Anwesenheit dieser Urtiere. An Taucher gewöhnt, liessen sie sich auch nicht sonderlich stören, ein Stör halt :-). Wenn man sich ruhig verhält, dann nähern sich die Tiere von ganz allein. Unter diesen tollen Bedingungen mit den wundervollen Tieren zu tauchen, ist ein Privileg.

Urzeitlicher Fisch: Stör

Das klare Wasser erlaubt der Sonne bis auf den Grund zu scheinen, so wundert es nicht dass man nicht nur über Sedimente, sondern auch über ausgedehnte Armleuchterlagenwiesen „schwebt“. Man ist geneigt, sich am Grund des Kessel aufzuhalten. Ein Blick auf höhergelegene Vorsprünge lohnt allemal. In der Sonne badend, konnten wie ausgiebig zwei stattliche Hechte und ausgewachsene Flußbarsche beobachten. Die Sonne, das klare Wasser – wie im Aquarium.

Typisch für Löbejün auch die bergbaulichen Hinterlassenschaften wie Loren (Hunt), Rohrleitungen und anderer Schrott. Mit einer Penetration des Pumpenhäuschens beendeten wir nach 75min den ersten TG. Am Ausstieg begegneten wir den paarungsfreudigen Erdkröten beim fröhlichen Treiben. Ein herrlicher Tauchgang.

Da der Kessel 2 einiges an Wasser verloren hat, entschieden wir uns für den abschliessenden TG für Kessel 3. Mit dem Auto sind wir schnell umgesetzt. Während einer kleinen Stärkung heizte uns die Sonne wieder auf Normaltemperatur.

Husch, Knack, Krach … Was war das? Eine Wildsau? Danach ein Platsch! Und tatsächlich im Kessel paddelte ein Wildschwein. Wir konnten unseren Augen kaum glauben. Will es sich abkühlen? Dafür nimmt es die Steilwandstrapazen auf sich? Wie soll es dort wieder heraus kommen? Irgendwie hat es das Schwein aber geschafft, sich auf eine kleinen Vorsprung zu retten und im Dickicht zu verschwinden. Wunder. Wunder.

Der Kessel 3 ist für seine prächtigen Flußkrebse, den Galizischen Sumpfkrebsen bekannt. Staune immer wieder, wieso sich diese Tiere ausgerechnet hier der Invasion der Kamberkrebse erwehren können. Ich hoffe, der Erfolg hält an. Es dauert auch nicht lange, bis sich der erste Krebs mit erhobenen Scheren uns entgegenstellt. Die mutigen Tiere sind zahlreich vorhanden. Fast unter jedem der reichlich umherliegenden Steine sind sie zu finden.

Galizischer Sumpfkrebs

Ein dösender Karpfen ist sichtlich genervt von unserem Erscheinen und schleppt sich mühsam davon. Er hat definitiv noch nix vom Frogkick gehört. Allein eine riesige Staubwolke ist, was bleibt.

Das Grinsen muss uns wohl im Gesicht gestanden haben, so wundert es nicht, dass wir von Tauchern des Vereins Edelkrebse Genthin angesprochen worden. Zu Gast hatte die Tauchsportfreunde einen Besucher aus Island. Kontakte sind schnell ausgetauscht. Island – Silfraspalte, das nächste Tauchziel?

Am Ende erfuhren wir auch, was die Wildsau in den Kessel getrieben hat. Grünkittel stellten mit ihren geladenen Büchsen dem Schwarzwild nach. Ein toller Tauchtag im Tauchrevier Deutschland.

Unterwasserwelt Löbejün

Seid ihr in allen 3 Kesseln getaucht?

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2014 Steinbruch Löbejün

03.05.2014 Steinbrüche Löbejün (Sachsen-Anhalt)

Wer kennt sie nicht, die drei Tauchkessel in Löbejün. Bei allerbestem Wetter zwei sehr schöne Tauchgänge im Kessel 1 unternommen. Zweimal mittendurch und es hat sich gelohnt.

Drei Stören sind wir begegnet. Während zwei relativ schnell reißaus nahmen, hat sich einer beim „Staubsaugen“ nicht stören lassen. Was mich wunderte, aber sehr freute, die Erdkröten waren noch beim „Stelldichein“. Sind schon urige Tiere.

Ebenso freue ich mich, wunderschönen Krebsen begegnet zu sein. Und ich bin mir sicher, dass es kein Amkerikanischer Flusskrebs (Kamber) war. Ich würde sagen, hierbei handelt es sich um einen Galizischen Sumpfkrebs.

Wassertemperatur auf 17m ca. 8 Grad. Die Sicht ist gut. Immer wieder ein Ausflug wert. Tauchen im Tauchrevier Deutschland ist wunderschön.

Unterwasserimpressionen – Tauchen in Löbejün

Seid ihr in allen 3 Kesseln getaucht?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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Categories: _Sachsen-Anhalt, UnterWasser

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