Tauchrevier Deutschland im Interview mit "Der Taucherblog"

Aquakultur und Aquaponik

13.09.2015, Tag der offenen Tür –
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei

Letzten Sonntag öffnete das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) ihre Türen. Wasser, Fische, Ökologie – klar, Tauchrevier Deutschland muss dahin. Eine gute Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, was die Wissenschaft in dieser Einrichtung so treibt.

Das Institut betreibt Grundlagenforschung für eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Gewässer, ist unter der Trägerschaft des Forschungsverbundes Berlin e.V. und hat seinen Sitz in Berlin-Friedrichshagen.

Während meines Besuches konnte ich Einblicke in drei Arbeitsfelder/Projekte des Instituts erlangen. Aquakultur als stark wachsender Sektor der Landwirtschaft ist ein Forschungsschwerpunkt. Die Nachfrage nach Fisch ist ungebrochen, die natürliche Ressource begrenzt. Die Aquakultur beschäftigt sich mit dem Thema Aufzucht aquatischer Organismen. Nachhaltigkeit, ökologische Verträglichkeit, geschlossene Kreisläufe, aber auch Wirtschaftlichkeit sind Aspekte dieser Forschung. Das Thema Aquakultur wird insbesondere mit Blick auf Haltung und Futterquelle durchaus kontrovers diskutiert. Karpfen, Pangasius und Lachs sind als Zuchtfische bekannt, aber wusstet ihr, dass sich das IGB ebenso der Zucht des größten Süßwasserfisches aus dem Amazonas, dem Arapaima, verschrieben hat. Zwei große Exemplare konnten in einem großen Becken bestaunt werden. Die Fische habe ihre Länge von 2m in nur 2 Jahren erreicht. Was für eine Wachstumsrate.

Aquakultur – Arapaima gigas

Mehrere Forschungsbecken stehen in einer Halle. Das Wassermanagement erfolgt in komplett geschlossenen Wasserkreisläufen wie uns stolz versichert wird. Informationen zur Aquakultur erhaltet ihr hier: http://www.aquakulturinfo.de

Die Forschungsarbeit in dem Bereich der Aquakultur dient aber nicht nur der Zucht von Speisefischen, sondern ebenfalls der Nachzucht zur Auswilderung von gefährdeten Tieren wie dem Europäischen Stör. Seit 2006 werden Störe im Oderbereich wieder ausgesetzt und angesiedelt.

Wegweiser führen uns zu einer nächsten Halle, einem Gewächshaus gleich. „Entdecke den Tomatenfisch“, so die Einladung. Tomatenfisch? Kenne ich nicht. Was steckt dahinter? Aquaponik ist das Zauberword. Zwei Lebewesen, die es warm und feucht mögen, werden in ihrer Zucht kombiniert. In einer Kreislaufanlage werden Tilapien, ein afrikanischer Buntbarsch, gezüchtet.

Aquaponik – Tomate und Tilapia = Tomatenfisch

Die Fischbecken stehen inmitten von Tomatenpflanzen. Entweichendes Kohlendioxid der Fische wird von den Tomatenpflanzen aufgenommen. Das durch Ausscheidungen und Futterresten nährstoffhaltige Wasser der Fische wird nach einem Biofilter dosiert den Tomatenpflanzen zugeführt. Wasserverdunstungen in dem „Green House“ werden in Kältefallen kondensiert und dem Wasserkreislauf der Fischbecken zugeführt. War ein regelmäßiger Wassertausch von 12% und dessen Entsorgung bis dato erforderlich, werden Dank Aquaponik nur noch 1-2% Frischwasser benötigt. Klingt nicht schlecht.

Mit einem Besuch beim Projekt „Tatort Gewässer. Dem CO2 auf der Spur“ schließen wir unseren Besuch beim IGB ab. Dieses Projekt möchte herausfinden, ob unsere heimischen Gewässer klimarelevantes Kohlendioxid aufnehmen oder ausatmen und somit das globale Klima beeinflusst.

Tatort Gewässer. Dem CO2 auf der Spur

Auch wenn der kurze Besuch nur einem Blick durch das Schlüsselloch gleicht, so war es dennoch interessant und informativ.

 

2 Kommentare zu “Aquakultur und Aquaponik

  1. …,in meinem Beruf, habe ich gelernt und später studiert, daß es wissenschaftlich fundierte praktische Empfehlungen für die tägliche Energie- und Nährstoffaufnahme für uns „Esser“ gibt. Die auch heute noch gültig sind. Dabei wird unterschieden, zu leichter, mittelschwerer und schwerer/ster Arbeit. Schwangere 6.-9. Monat, Stillende. Kleinkinder, Vorschulkinder, Schulkinder, Jugendliche in Mädchen und Junge. Grundnährstoffe sind immer Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate. 15, 35, 50% anteilmäßig. Mineralstoffe, Vitamine bewegen sich im Mycrobereich/Tag. Ich kann immer schwer, eher gar nicht nachvollziehen, auf welcher Basis von Kalkulationen, Nahrungsproduktionen aller Art in Massenproduktion, sich berufen. Und die Menschen in den wirklich bedürftigen Ländern, wo Hungersnot herrscht ihrer Nahrung entbehren müssen. Umweltverschmutzung könnte man das auch nennen. „Kann man das teilen“? Ich kann auch falsch liegen.

    • Danke für Deinen Kommentar, Ina. Bin mir nicht ganz sicher, ob sich mir Deine Aussage oder Kritik komplett erschliesst bzw. auf welchen Teil des Beitrages sie sich stützt.

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