Tauchrevier Deutschland im Interview mit "Der Taucherblog"

Nachttauchen im heimischen See

Nachttauchen Sommer 2017

Das Tauchen in unseren heimischen Gewässern wird leider immer noch unterschätzt. Dabei bietet die artenreiche Unterwasser-Flora und Fauna dem Taucher unendlich viel zu bestaunen. Ein besonderes Erlebnis sind die Nachttauchgänge. Mit einsetzender Dämmerung betreten nachtaktive Protagonisten die nasse Bühne und verändern das gewohnte Erscheinungsbild. So fasziniert von der dunklen Unterwasserwelt, stieg ich diese Woche gleich drei Male nach Sonnenuntergang in das mein Element.

Kalksee

Immer wieder aufgeschoben, habe ich nun kurzerhand mein Tauchgerödel ins Auto gepackt und bin an den nur wenige Minuten entfernten Kalksee gefahren. In den Sommermonaten meide ich in der Regel diesen See ob der vielen Badegaste und dem regen Bootsbetrieb der Freizeitkapitäne. Die Ferien sind jedoch in Brandenburg zu Ende und mit eintretender Dunkelheit erwarte ich einen stillen See. Nun ja, Badegäste waren tatsächlich nicht mehr am Strand, doch der Bootsbetrieb findet jetzt unter Beleuchtung statt. Egal, ich mache mich fertig, packe meine Boje ein und trotte zum Ufer. Ein Motorboot ankert in der Bucht. Ich rufe den Skipper und stimme mit ihm meine taucherischen Unternehmungen ab.

Marmorgrundel. Neubürger im Kalksee

Die Sicht ist recht ordentlich. Im Schein meiner starken LED-Lampe tanzt das Zooplankton ganz vergnügt. Ich tauche zur Seemitte und möchte eine kleine Runde drehen. Doch ich kenne meinen See kaum wieder. Dreikantmuschelkolonien und flaches Brunnenmoos bestimmten das Aussehen des Kalksees unter Wasser. Vor mir türmen sich allerdings Wände von meterhohem Hornblatt. Ein Dickicht aus pflanzlichem Grün. Im Zickack schwebe ich vorsichtig mit meinem Kamerakraken in tiefere Gefilde. Fünf Meter, mehr erreiche ich nicht. Jetzt langsam beginnt sich der Dschungel zu lichten. Am Grund liegt ein breiter Teppich aus grünen Fadenalgen und hungrigen Bakterien. Mein letzter Tauchgang hier war im Juni bei fast Null Sicht. Ich bin wirklich überrascht, über diese starke Veränderung.

Der Marmorgrundel scheint es zu gefallen. Sie ist gekommen, um zu bleiben. Im letzten Frühjahr registrierte ich die Erstmeldung dieser invasiven Fischart im Kalksee. Der Erfolg ihrer Reproduktion ist unübersehbar. Zahllos, wirklich zahllos huschen die kleinen 1-2 Zentimeter langen Jungfische über den algenüberzogenen Grund. Blitzschnell sitzen sie auf meiner Kamera und suchen Schutz. Selbst in den Trieben des Rauen Hornblattes lauern sie auf kleine Beute.  Sie bleiben allerdings nicht nur mir unentdeckt. Schwadronierende Flussbarsche versuchen die flinken Grundeln zu erbeuten.

Langsam muss ich umkehren. Der Zickzack-Kurs macht es mir nicht einfacher, den schmalen Ausstieg im Schilfgürtel bei totaler Dunkelheit zu finden. Das ankernde Motorboot mit seiner Bordbeleuchtung wird mir eine gute Orientierungshilfe sein.

Steinbeißer bei Nacht

Badegäste halten einen kleinen Bereich krautfrei und wälzen den weißen Sand stetig um. Den Steinbeißern gefällt’s. Im Schutz der Dunkelheit kommen sie aus ihren sandigen Verstecken und laben sich am Zoobenthos. Eine wirklich schöne Fischart. Zwischen ihnen huschen junge Kaulbarsche. Die nachtaktiven Jäger scheinen hungrig. Es ist so lebendig und wundervoll.

Straussee

Der Präsident des Tauchclub Strausberg, Micco, lud mich zu einem Nachttauchgang im Straussee ein.  Ist der Straussee für seinen Fischreichtum bekannt, so wird er auch nachts nicht enttäuschen. Vor drei Tagen bin ich bereits mit einem Lächeln im Gesicht diesem See bei Nacht entstiegen. Ich zögerte also nicht.

18:00 Uhr treffen wir uns auf dem Vereinsgelände. Bis zur Dunkelheit bereiten wir die Tauchausrüstung vor und erzählen uns die neuesten Tauchgeschichten. Vier weitere Vereinsmitglieder treffen ein. Dann tauche ich ab, checke nochmals meine Ausrüstung und Kamera und bin in meinem Element.

Jungfische und Kamberkrebs

Die Dunkelheit verleiht der Unterwasserwelt eine besondere Stille. Die tagaktiven Schwärme von kleinen Flussbarschen und Plötzen haben sich am Grund des Sees zur Ruhe gesetzt. Nur wer eins mit der Umwelt wird, überlebt diese Nacht. Es ist absolut spannend zu beobachten, mit welchen Strategien die Beutefische den nachtaktiven Jägern trotzen. Junge Schleie graben sich tief ins Dickicht von Tausendblatt und Leuchteralge. Nur nicht bewegen. Kleine Barsche liegen hinter Steinen oder auf Ästen und Leinen und glauben sich so unsichtbar.

Wer sich bewegt, verliert

Und da ist er, der erste Jäger der Nacht, ein stattlicher Breitkopfaal. Mit seinem schlangenförmigen Körper schiebt er sich am Grund durch die Dunkelheit. Seine Kopfform erlaubt ihm, in kleine Höhlen und Verstecke nach Beute zu schauen. So jagen auch Muränen im Riff der Meere. Tagsüber sind Begegnungen mit einem Aal eher selten. Meist sieht man nur den Kopf oder Schwanz aus ihrer Ruhestatt luken. Der Hunger treibt sie nachts heraus. Stets in Bewegung sind die Fische für mich als Fotograf eine echte Herausforderung. Ich freue mich, diese Nacht mehrere Begegnungen mit der gefährdeten Art zu haben.

Nachtaktiver Jäger – Europäischer Aal

Es gibt so viel zu entdecken. Kaulbarsche, Steinbeißer, Plötzen, Schleie, Flussbarsche, Hechte und zu meiner Freude auch eine Quappe. Und so wundert es nicht, dass die Zeit in Vergessenheit gerät. In diesen Momenten erinnere ich mich gern an einen meiner Tauchlehrer, dem Italiener Mario Arena, der sagte: „Wenn alles da unten endlos scheint, das Atemgas ist es nicht.“. Nach gut 100 Minuten kehre ich um. Auf meinem Rückweg werde ich Zeuge von Kannibalismus. Flussbarsche scheuen sich nicht, ihren eigenen Nachwuchs zu fressen. Erstaunlich, was so alles in ein Fischmaul passt.

Kannibalismus

Am Ausstieg werde ich bereits von Micco und Ulf erwartet. Gemeinsam mit Silvia und Uwe wird bei einem zünftigen Dekobier und einer deftigen Bulette Tauchergarn gesponnen. Ein wundervoller Tagesausklang im Tauchrevier Deutschland.

Nachttauchen? Schon erlebt?

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Categories: _Brandenburg, UnterWasser

Kaulbarsch, Rotzbarsch

Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua)

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als Kind den Kaulbarsch beim Angeln verflucht zu haben. Die kleinen Biester haben immer die Würmer abgefressen und waren eher Beifang.

Wenn ich mir die Räuber allerdings heute so bei meinen Tauchgängen in ihrem natürlichen Habitat anschaue, so sind es schöne Fische mit einer ganz filigranen Zeichung. Meist scheinen sie gläsern mit kunstvollen Mustern und Schattierungen. Der Kiemendeckel endet in einem Dorn, den die kleinen Kinderhände beim Angeln schon häufig zu spüren bekamen.

Kaulbarsche im Tauchrevier Deutschland

Die kleinen Barsche leben in eher tieferen Wasserschichten in kleinen Gruppen, insbesondere, wenn sie das Gewässer mit ihren Brüdern den Flußbarschen teilen müssen (was eigentlich immer der Fall ist :-)). Sie mögen Brackwasser und sind daher auch an Flußmündungen anzutreffen. Dank ihres ausgesprochen guten Seitenlinienorgans können sie sehr gut im Dunkeln jagen und sind somit eher nachtaktiv. Tagsüber findet man sie ruhend in kleinen Verstecken und man muss schon ganz genau hinschauen, um sie zu entdecken.

Die Kaulbarsche werden mit etwas 15-20cm nicht sehr groß und zählen auch nicht unbedingt zu den beliebten Speisefischen. Laichzeit ist wie bei ihren größeren Verwandten im Frühjahr (April/Mai). Die gelblich-weißen Eier werden in Schnüren oder Klumpen meist an Steinen ausgelegt. Selbst habe ich noch keinen Kaulbarschlaich unter Wasser sehen können.

Die kleinen Räuber bekommen leider nicht immer die Aufmerksamkeit, die sie allemal verdienen. Tauchen in Deutschland. Kaulbarsche im Tauchrevier Deutschland.

Beobachtungen in heimischen Seen

Kaulbarsch, Rotzbarsch

Kennt Ihr den Kaulbarsch?

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Categories: FloraFauna

2016 Tauchen im Zansen

08.10.2016, Zansen (Mecklenburg-Vorpommern)

Es ist Herbst. Das Thermometer quält sich in den zweistelligen Bereich. Der Himmel versteckt sich hinter dicken, grauen Wolken. Dennoch verspüre ich eine unendliche Lust abzutauchen. In den letzten Tagen ist mir wieder der Zansen, den ich vor gut einem Jahr besuchte, in den Sinn gekommen. Ich mache mich auf den Weg. Es regnet und es ist noch dunkel.

Auch den Zansen verdanken wir der letzten Eiszeit. Mit dem Schmaler Luzin und Carwitzer See als Nachbarn befindet sich der Zansen südlich der Feldberger Seenlandschaft in guter Gesellschaft. Eingebettet in hügliger Endmoränenlandschaft wartet er auf meinen Besuch. Ich nähere mich ihm über die kleine Ortschaft Wittenhagen.

Tauchen im Zansen

Angekommen. Eine wundervolle Ruhe. Allein ein Specht klopft im Takt. Die dunklen, tiefhängenden Wolken geben dem See ein mystisches Erscheinungsbild. Das warme Wasser dampft. Ich verweile am Ufer des Zansen. Der See ist klar. Kleine Fische überall. Keine Menschenseele weit und breit.

Ich bereite meine Tauchsachen vor, ziehe meinen Anzug über und schultere die Flaschen und schon liege ich Wasser. Just in diesem Moment blinzelt die Sonne hervor. Sie taucht das Ufer mit seinen kleinen Bootshäusern in einen goldenen Glanz. Schnell sind ein paar Fotos gemacht, bevor ich abtauche.

Vereinzeltes Brunnenmoos gibt dem doch sonst eher trostlosen Seegrund etwas Farbe. Kleine Muschelkolonien durchbrechen das Triste. Schnell könnte man von einer Ödnis reden, wäre nicht überall Leben. Man muss schon genau hinsehen. Fischegel, Plattwürmer, Miniaturschnecken und –muscheln, Süßwasserpolypen, Wassermilben, Wasserflöhe und vieles mehr nennen den Zansen ihr Zuhause.

Leben wohin man schaut

Von Fischen fehlt bisweilen jede Spur. Eine winzige Schnecke im Brunnenmoos weckt meine Aufmerksamkeit. Das dunkle Haus mit den auffälligen weißen Tupfern weist auf eine Gemeine Kahnschnecke hin. Mein erster Schneckenfund dieser gefährdeten Art. Sie wird nicht größer als einen Zentimeter und kann daher leicht übersehen werden.

Mein Tiefenmesser zeigt 15m an. Ich ändere meinen Kurs und erreiche nach gut 20 Minuten ein großes Feld aus unzähligen Feldsteinen, die die Eiszeit hier zurückgelassen hat. Es ist prächtig anzuschauen. Unablässig ziehe ich meine Bahnen und schaue in jeden Spalt und jede Ritze. Es dauert nicht lange und die ersten Augenpaare schauen mich müde an. Im kühlen Wasser mit 6 Grad fühlen sich Kaulbarsche pudel wohl. Die nachtaktiven Jäger ruhen in den zahllosen Verstecken. Hier ein Kamberkrebs, dort ein Kaulbarsch und da eine stattliche Quappe. Das Steinfeld ist ein sehr interessanter Lebensraum für die Fauna in unserem Tauchrevier. Um die Tiere nicht unnötig zu stressen, schieße ich nur wenige Bilder.

Quappe, Kaulbarsch und Co.

Oberhalb 10 Meter wird es merklich wärmer. Das scheint den Dreikantmuscheln zu gefallen, die von nun an jeden Feldstein besiedeln. Die Muscheln ihrerseits dienen Tausenden Süßwasserpolypen als Siedlungsgrund. Mit ihren langen Tentakeln greifen sie nach allem was vorbei schwimmt.

Ich staune immer wieder, wie schnell die Zeit unter Wasser vergeht. 90 Minuten Tauchzeit, ich trete den Rückweg an und steige sehr zufrieden aus dem See. Es wird einfach nie langweilig in unserem Tauchrevier Deutschland.

Süßwasserpolypen, Hydra

Die nassen Sachen sind schnell verstaut. Auf dem Rückweg halte ich noch einmal in Thomsdorf an der Tauchbasis Atlantis an und wärme mich mit einem heißen Kaffee auf. Ein kurzer Schnack mit Basischef Jens und ich verlasse Mecklenburg-Vorpommern mit Ziel Brandenburg.

Wer kennt den Zansen unter Wasser?

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Categories: _Mecklenburg-Vorpommern, UnterWasser

2016 Tauchen im Stienitzsee

09.06.2016, Stienitzsee (Brandenburg)

Bereits im Januar folgte ich einer Einladung des am Stienitzsee ansässigen Fischers für eine kleine Stippvisite unter Wasser. Der Winter hatte den See noch fest im Griff. Eine Eisdecke verwehrte den Einstieg in die Unterwasserwelt. Doch heute nun ist es soweit.

Fischer Peter Klose traf ich beim „Knut brennt“-Event im Ort beim lecker Glühwein. Stienitzsee, Kalksee und Flakensee liegen quasi vor meiner Haustür. Das Eintauchen ist damit ein Muss für „Tauchrevier Deutschland“. Bereits im letzten Jahr gelang mir ein Tauchgang im Stienitzsee. Das Auffinden von Einstiegsmöglichkeiten gestaltete sich allerdings recht schwierig. Was lag daher näher als jemanden zu fragen, der den See wie seine Westentasche kennt. „Komm doch einfach vorbei. Kannst bei mir auf dem Gelände der Heinitz-Forelle einsteigen.“, bekam ich unkompliziert zur Antwort.  Eigentlich hatte ich mit Widerstand gerechnet. Tauchen und Fischerei sollen ja nicht zusammen gehen. Im Gegenteil, Peter war mehr als interessiert an dem Zustand seines Sees unter Wasser. So muss es sein, gemeinsam für gesunde Seen.

Zu Besuch beim Fischer „Heinitz-Forelle“

Donnerstags ist Fischer Klose immer auf dem Gelände am Stienitzsee und räuchert Forellen aus seiner Aufzuchtanlage im Tagebau des ortsansässigen Zementwerkes. Nach einer kurzen Begrüßung bereite ich mich auf meinen Tauchgang vor. „Der See ist klar wie lange nicht.“, erfuhr ich. Meine Ausrüstung ist geschultert, die Kamera verstaut. Ich plane einen Tauchgang von ca. 90 min.

Schnell zeigt sich, dass die gute Sicht an der Sprungschichtmarke von 3 m endet. Das Wasser ist dort mit 14 Grad vergleichsweise kühl und hüllt sich in einen dichten braunen Schleier. Langsam gehe ich etwas tiefer, doch es klart nicht auf. Der Boden fällt seicht und ist moderig. Daher entscheide ich, meine Reise oberhalb der Sprungschicht  fortzusetzen. Zunächst Richtung Norden aus der kleinen Bucht, um dann nach Westen dem Uferverlauf zu folgen.

Tauchen im Stienitzsee

Das gesamte Ufer ist übersät mit Ziegelsteinen, die zum Teil mit Muscheln bewachsen sind. Vereinzelt finden sich große Holzkisten auf Rädern und alte Loren. Unrat verrät die Anwesenheit von Menschen. Wie ich später von Peter Klose erfahre, tauche ich im Revier einer alten Tonziegelei, was das Gefundene erklärt. Auffällig und wunderschön wachsen leuchtend grün zahlreiche Geweihsüßwasserschwämme auf den alten Ziegelsteinen. Sie erinnern mich tatsächlich an Korallen und sind sehr schön anzusehen. Zeiger für gute Wasserqualität. Ein paar Flussbarsche und große Plötzen huschen vorbei bzw. fühlen sich durch meine Anwesenheit gestört.  Bis auf 2-3 Halme vom Rauen Hornblatt und einer Teichrose sind Wasserpflanzen Fehlanzeige.

Süßwasserschwamm (Spongillidae)

Ein alter Baum versammelt Leben zu meiner Freude. Ein großer Schwarm Ukeleien kreist aufgeregt im Schutz der Äste und stiebt mit jedem Ausatmen auseinander. Futterfisch lockt Räuber und so sind die Flussbarsche auch nicht weit. Am Boden ruhen unzählige Kaulbarsche im Schatten des Baumes. Die kleinen Barschartigen konnte ich bisher immer nur in größeren Tiefen oder Verstecken entdecken. Ich erfreue mich an deren Anblick. Sie lassen sich kaum stören. Einmal mehr wird mir klar, dass nur Strukturen, Pflanzen und naturbelassene Uferzone geeignete Lebensräume für die Fauna sind. Weiterziehend stoße ich auf ähnlichen Tristes wie zuvor. Allein die Schwämme sind eine Freude. Ich kehre um.

Sequenzen auch aus dem Stienitzsee

 

Kaulbarsch und Ukelei

An Land berichte ich vom Gesehenen. Wir tauschen uns aus und ich erfahre viel über den Standort, den Stienitzsee, seinen historischen und heutigen Einflüssen. Sich in den See ergießende Klärbecken führten zu Erzählungen von armdicken Aalen und riesigen Karpfen. Ich finde die Geschichten spannend, zeigen sie doch auch wie fragil unsere Tauchreviere in Deutschland sind. Ich komme wieder, werde mir die eingerichteten Zander-Laichzonen ansehen und Bilder mit an die Oberfläche bringen. Vielleicht erfahre ich dann auch, wo sich der riesige Waller aufhalten soll.

Unterwasserimpressionen – Tauchen im Stienitzsee

Kennt Ihr Kaulbarsche?

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2016 Tauchen im Straussee

23.04.2016, Straussee (Brandenburg)

Geplant war ein Tauchgang im „Gützer Berg“ bei Halle (Saale), dem Haussee des Tauchsportclubs „Delphin Halle“. Allerdings okkupierte die Hallenser Polizei das Gewässer zu Übungszwecken, so dass ich das Gewässer mied und meinem Buddy Fred absagen musste. Den alten Porphyr-Steinbruch kenne ich noch nicht, werde also ganz sicher dort vorbei schauen.

Kurzerhand entschied ich mich für einen „Kamera-Trainingstauchgang“ im Straussee bei den 1A-Tauchern. Das Wetter bewölkt mit Auflockerungen. Am Ende lugte gar die Sonne hervor, dennoch war es kühl. Wie sich jedoch zeigen sollte, sind die Sichtweiten des Sees derzeit nicht unbedingt ideal für UW-Fotografie, schätze sie auf einen guten Meter.

Angekommen wurde ich vom Basischef und Freund Jürgen freundlich begrüßt. Wir wechselten wenige Worte und ich begann meine Ausrüstung vorzubereiten. Mit einem weiteren Taucher teilte ich mir die reichlich vorhandenen Rödelbänke. Allerdings dauerte es nicht lange und zwei weitere gute Bekannte trafen ein. Jens und Tina verbringen die meiste Zeit unter Wasser und am liebsten im Tauchrevier Deutschland. Neuigkeiten und Blödeleien sind schnell ausgetauscht und ich schlüpfe in meine Tauchklamotten.

Kleine Flussbarsche und Laich

Endlich im Wasser. Ich kann davon nicht genug bekommen. Check und ich tauche ein in eine mir mittlerweile gut vertraute Unterwasserwelt. Die Sichtweiten sind wie bereits erwähnt nicht sehr berauschend. Ich entscheide mich für einen Besuch der Taucherglocke und der Segeljolle. Vielleicht ist die Sicht dort unten besser. Schwärme von Flussbarschen und Weißfischen schießen aufgeregt durch das grüne Wasser. Der Grund ist schnell ausgemacht. Ausgewachsene Flussbarsche versuchen ihre Mägen zu füllen.

Vorbei an Laichketten der Flussbarsche tauche ich hinab zur Taucherglocke. Zu meinem Bedauern verbessert sich die Sicht allerdings nicht. An der Taucherglocke übe ich mich ein wenig im Fotografieren mit den Blitzen. Die Steuerung überlasse ich der Intelligenz der Systeme (Through The Lense TTL). Die Stellung der Blitze hat einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg. Aber da erzähle ich sicher nichts Neues. Zum Glück ist die Taucherglocke geduldig und hält still. Mit dem einen und anderen Bild bin ich unter diesen Umständen recht zufrieden.

Taucherglocke und Segeljolle

An der Segeljolle „Knackfuß“ wartet bereits ein weiteres Fotomodell auf mich. Ein Kaulbarsch ruht auf dem  Heck des Bootes. Die aufgestellte Rückenflosse heißt mich herzlich willkommen. Der kleine Kerl lässt geduldig meine Knipserei über sich ergehen, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Angelockt vom Licht taucht mit einmal eine kleine Quappe auf. Sie lässt sich allerdings nur sehr kurz blicken und verschwindet sichtlich genervt unter dem Bodenbrett im Bootsinneren.

Kaulbarsch im Straussee

Ich kehre um und nehme direkten Kurs auf den Strahlenbaum. Kleine Krebse liegen im Schlamm. Als ich wieder in Ufernähe bin, treffe ich auf reichlich Kleinfisch, Futter für die Großen. Allerdings sehe ich die Jäger erst, als ich sie mit der Maske beinah an stupse. Etwas bessere Sicht wäre schon gut. Posieren für die Kamera lassen deren Hunger und der damit einhergehende Jagdtrieb gerade nicht zu. Wow, bin bereits 80 min im Wasser, die Zeit fliegt. Ich mache mich auf den Rückweg. Schön war’s alle mal auch ohne tolle Sicht.

An Land wird noch ein wenig geschnackt, Pläne geschmiedet und eingepackt.  Die Flaschen sind gefüllt. Auf zu neuen Ufern. Tauchen im Tauchrevier Deutschland.

Tauchen im Straussee

Wer kennt den Straussee nicht

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Categories: _Brandenburg, UnterWasser

Silvestertauchen 2015

31.12.2015, Straussee (Brandenburg)

Meinen letzten Tauchgang in diesem Jahr werde ich im Brandenburger Straussee haben. Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt, wird wissen, dass der Straussee zu meinem Haussriff-Dreiklang WerbellinseeHeleneseeStraussee gehört. Ich kann mich immer wieder bei der letzten Eiszeit bedanken für diese unzähligen schönen Gewässer.

Silvestertauchen 2015 im Straussee

 

Der Straussee, ein sogenannter Rinnensee, ist ein lebendiger See, Fischvielfalt sein Markenzeichen. Jenseits des Ortsufers von Strausberg überrascht der See mit Makrophytenreichtum. Ich weiß nicht genau, wie oft ich hier bereits getaucht bin, aber ich entdecke ihn immer wieder neu. Der See folgt einem natürlichen Rhythmus. Mittlerweile weiß ich genau, wann ich die Steinbeißer besuchen kann, wann sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Quappen in den zahlreichen Verstecken des menschlichen Mülls zeigen, wann Schlammschnecken mit der Eiablage beginnen und die Krebsdamen ihr Gelege im Schutz des starken Schwanzes umhertragen. Na und Hechte kann man das ganze Jahr beobachten.

Am letzten Tag des Jahres traf ich mich mit Tauchfreunden vom Tauchclub Strausberg und dem Tauchsportclub Marzahn zum Silvestertauchen am Vereinshaus. Der See empfängt uns bei idealem Winterwetter. Sonne satt und leicht unter Null. Das Wasser ist einladend klar.

Taucherglocke und Wrack „Knackfuß“

Die Tauchfreunde treffen ein. Nach einem kurzen Hallo und Willkommen machen sich die Taucher zum Abtauchen bereit. Für mich plane ich einen Abstecher zur Taucherglocke und dem kleinen Bootswrack. Bei den guten Sichtbedingungen erscheint auch bald die Taucherglocke auf 10-12m Tiefe im Schein der Lampe. Wow. In ihrer gesamten Größe ist sie sehr gut zu erkennen. Eine gute Gelegenheit, sich mit einigen Details zu beschäftigen. Es gibt Zeiten, da muss auf Nasenlänge heran tauchen, um sie zu erkennen. Die Taucherglocke steht in einer Grube. Aber warum eigentlich? Die Antwort ist recht einfach. Beim Versenken der Taucherglocke ist diese zu tief in das Sediment versunken. Da sich der Einstieg für die Taucher unterhalb der Glocke befindet, musste man diesen also im Nachhinein freispülen. So entstand die Grube.

 

Ich tauche weiter in Richtung Seemitte zum alten Bootswrack. Was für eine Sicht. Auch diesmal erkenne ich das Wrack schon von weitem. Mir war gar nicht bewusst, dass das Boot wirklich nur mit der „Schnauze“ im Schlick steckte. Keine Schwebeteile, alles ist gut zu erkennen. So entdecke ich diesmal auch das Eignerschild von Günter Knackfuß. Für mich ist es somit jetzt das „Knackfuß“-Wrack.

Weiter geht’s in Richtung Südosten zum Ufer, mein Ziel sind der Überhang und der Dom, Jagdgebiet unseres einheimischen Hechtes. Die Sonne kitzelt die Wasseroberfläche. Tausende Plötzen und Güstern huschen zwischen den einfallenden Sonnenstrahlen hin und her. Die Räuber schiessen wie Pfeile in den „Baitball“. Diesem Schauspiel könnte ich stundenlang zuschauen.

Lauerjäger Hecht

Das Wasser hat sich auf 6 Grad abgekühlt. Auch nach 90 min mit meiner Heizweste kein Problem. Dennoch entschließe ich mich zur Umkehr. Zufrieden entsteige ich dem Naß und genieße den heißen Glühwein unter Tauchfreunden. Ein herrlicher Jahresausklang im Tauchrevier Deutschland.

Meine Tauchbilanz in diesem Jahr, über 150 Tauchgänge in etwa 60 einheimischen Seen plus Karibik, Mittelmeer und Rotes Meer.

Unterwasserimpressionen – Tauchen im Straussee

Wo fand euer Silvestertauchen statt?

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2015 Zansen

01.12.2015, Zansen (Mecklenburg-Vorpommern)

Tauchen und Mecklenburg-Vorpommern, da denkt man unweigerlich an die Ostsee und die Feldberger Seenlandschaft. Der Schmale Luzin als ein Vertreter ist weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt und beliebt. Auch der Dreetzsee und der Carwitzer See sind keine Unbekannten. Die Eiszeit hat es gut gemeint mit unserem nördlichen Bundesland.

Es wurde mal wieder Zeit für einen Besuch. Doch diesmal wählte ich als Tauchziel den Zansen. Tauchen im Zansen? Ja, den Zansen. Ehrlich gesagt, hatte ich dieses Gewässer überhaupt nicht auf dem Schirm. Erst ein Tipp von einem Tauchfreund machte mich neugierig. Dabei ist der Zansen nicht klein und geht „fliessend“ über in den Carwitzer See. Limnologisch werden beide Gewässer als eine Einheit betrachtet.

Der Zansen ist ein Gletscherzungenbeckensee, hat eine Fläche von ca. 160 ha und ist mit gut 42 m ein recht tiefer Eiszeitsee. Wald säumt die Ufer des Sees und die Zugänge sind begrenzt. Für meinen Tauchgang wähle ich den Zugang im Norden in Höhe des Scharteisensees.

Tauchen im Zansen

Für heute haben die Meteorologen ein Sonnenfenster der sonst durchweg verregneten Woche vorhergesagt. Und sie haben nicht zu viel versprochen. Allein die Anfahrt durch das Brandenburger Land, die Schorfheide und die Mecklenburgischen Ebenen ist traumhaft schön. Durch die laublosen Wälder schimmert das Wasser des Oberuckersees, des Suckower Haussees und anderer einladender Gewässer.

Angekommen erkunde ich wie immer erst einmal die Gegebenheiten, planen meinen Tauchgang und lasse den See auf mich wirken. Wunderschön. Tauchen im Zansen.

1-2-3 und ich bin im klaren Wasser. Was für ein schöner Blick auf den sonnigen Uferbereich. Check und ich bin abgetaucht, zunächst in Richtung Süden (Seemitte). Ein kleiner, spärlicher Pflanzengürtel geht schnell in sandig schlickigen Boden über. Vereinzelt sind Muschelkolonien zu finden. In kleinen angelegten Höhlen macht es sich der Kamberkrebs gemütlich und bewacht den Eingang mit seinen massigen Scheren.

Das Bild ändert sich nicht. In einer Tiefe von 20 m schwenke ich nach Westen. Nach gut 10 min erreiche ich ein Feldsteinfeld. Große und kleine Feldsteine bedecken den gesamten Seeboden. Allerbeste Versteckmöglichkeiten für die Unterwasserfauna. Aus vielen Hohlräumen schauen mich Augenpaare der Kaulbarsche an. Krebse und allerlei Krabbelgetier sind hier zu Hause. Kleine rote Punkte, Wassermilben, kleben an den Steinen. Ich steige ein wenig auf. Und jetzt wuselt es überall. Schwebgarnelen haben den Zansen für sich entdeckt. Diese Neozoon (von Menschen eingeschleppte Neubürger) fühlen sich hier sichtlich pudelwohl. Ab 10 m verliert sich das Steinfeld und geht in sandigen Boden mit kleinen Brunnenmoos-Inseln über. Auch hier sind in großer Zahl die kleinen Krebstiere anzutreffen. Meine Anwesenheit lässt sie wild „umherspringen“.

Schwebgarnelen im Zansen

Nach gut 90 min bei 6-7 Grad kommt die Kälte langsam bei mir an. Schweren Herzens tauche ich zurück und entsteige dem Wasser. Ein anderer, weiterer und schöner Tauchgang im Tauchrevier, im Zansen.

Ich treffe an den Bootshäusern auf zwei Einheimische und wir kommen ein wenig ins Plaudern. Das Erstaunen über meinen Solotauchgang war groß. „Ob ich denn der Ausrüstung ein solches Vertrauen schenke?“, entgegneten sie mir.

Ich erfahre einiges über den See. Fischreicher soll er gewesen sein. Und auch diente er mit dem Scharteisensee als Trinkwasserreservoir für Gemeinden. Jetzt ist er allerdings häufiger trüb. Überrascht nehmen sie meine Garnelen-Sichtungen zur Kenntnis. Ich mag es, mit den Leuten zu plaudern, mit Leuten, die etwas zu erzählen haben. Meine Sachen sind schnell eingeladen und ich fahre zufrieden zurück.

Impressionen vom Zansen, Tauchen im Zansen

Wer kennt den Zansen?

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2015 Werbellinsee XIII

01.10.2015, Werbellinsee (Brandenburg)

Wir wollen heute einen schönen Tauchgang zum Kaffenkahnwrack am Dornbusch wagen, ein typischer Herbst/Winter Tauchplatz. War lange nicht dort. Jens hat frei und wir tauchen gemeinsam. Ich freue mich.

Ein besseres Tauchwetter kann man sich nicht wünschen. Die Sonne steigt über die herbstlichen Baumkronen und verscheucht den aufsteigenden Nebel. Es sieht einfach toll aus. Die Temperaturen sind mehr als trockifreundlich. Ein breites Grinsen schneidet sich in unser beider Gesichter.

Werbellinsee – Dornbusch

Ein schöner Deko-Tauchgang auf max. 40m war geplant. Eine Stage EAN50 als Dekogas ist vereinbart. Jens lud seine Flaschen aus. Und er hörte damit gar nicht auf. Drei Stages bauten sich vor ihm auf. Mit einem breiten Lächeln verkündete er, wir üben ein wenig Stagehandling. Gute Idee.

Wir plaudern und vergessen beinah dabei ins Wasser zu steigen. Schwer bepackt lassen wir uns schliesslich in das herrliche Wasser fallen. Es ist immer wieder eine Wohltat. Check und wir tauchen ab. Unter Wasser alles zurecht gerüttelt, Bubbelcheck und wir fliegen in Richtung Kaffenkahnwrack. Wir gleiten entspannt hinab und erreichen nach etwa 7min das Bug des Wracks. Es liegt noch da. Kaulbarsche ruhen am Grund. Es sind wirklich schöne Tiere. Die Sicht ist nicht besonders. Aber das wird sicherlich noch werden. Wir lassen uns Zeit, das tieferliegende Heck des Kahns mit dem mächtigen Ruder zu erreichen, vorbei an der eingefallenen Kajüte mit einem Blick ins Innere. Nein, der große Waller treibt noch sein Unwesen im See.

Kaffenkahnwrack – Lastensegler

Stille, Dunkelheit und mit 7 Grad auch nicht mehr ganz warm. Auch dieses Tauchen liebe ich. Wir treiben uns noch ein wenig hier unten herum, bevor wir uns für den Aufstieg entscheiden. Eine beliebte Stelle für den Gaswechsel ist die kleine Mergelwand. Hier lohnt sich immer ein Blick in die kleinen Höhlen. Süßwassergarnelen schweben im Schein der Lampe. Und da. Eine kleine Quappe hat sich weit in das Innere einer Höhle zurückgezogen. Man sieht nur ein Auge und die Spitze des Mauls mit der markanten Bartel.

Der Gaswechsel ist vollzogen und wir steigen weiter auf. Zwischen 5-6m beginnen wir mit ein paar Übungen. Stagehandling. Bojeschiessen. Schliesslich ist es mit 16 Grad hier oben noch mollig warm. Aufsteigen? Lust haben wir keine.

Es war ein wunderbar entspannter Tauchgang im Tauchrevier Deutschland, im Werbellinsee (Dornbusch).

Tauchen im Werbellinsee, Dornbusch

Wo betaucht Ihr Wracks?

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2019 Tauchen im Geiseltalsee

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Kontakt:

Mario Merkel, Tauchrevier Deutschland

buddy [at] tauchrevierdeutschland.de