Tauchrevier Deutschland im Interview mit "Der Taucherblog"

2015 Straussee VI

21.08.2015, Straussee (Brandenburg)

Nach meiner erlebnisreichen Tauchtour durch Baden-Württemberg entschied ich mich heute für einen Nachttauchgang bei den Tauchfreunden vom 1A-Tauchcenter am Straussee. Eine gute Gelegenheit, meinen neuen Sommerunterzieher (DUI Actionwear 150) zu testen.

Gegen 18:30 Uhr bin ich an der Basis, die schon recht gut besucht ist. Das Team bereitet alles für das abendliche Tauchen vor. Der Grill wird angeheizt und die Beleuchtung in Szene gesetzt. Ein Besuch der Tauchbasis am Straussee heißt immer gute Freunde treffen. Während die Tauchflaschen am Kompressor hängen und sich langsam mit reiner Brandenburger Luft füllen, wird also geschnackt. Das Interesse an meinem Erlebten in Baden-Württemberg ist groß.

Ich beschließe, in die Nacht hinein zu tauchen. 19:30 Uhr bin ich also startklar und trotte zum See. Still und erwartungsvoll liegt er vor mir. Mein letzter Tauchgang liegt nunmehr eine Woche zurück. Ich muss in’s Wasser. Ohne konkreten Plan, lasse ich mich von den Dingen unter Wasser leiten. Ich erreiche eine Tiefe von 8m und tauche hinter den Plattformen in Richtung Norden. Es sind viele Barsche und Plötzen unterwegs. Stille, nur mein Blubbern. Wie ich das vermisst habe. Auf meinem Weg komme ich an einem alten Angelkahn und allerlei Geröll vorbei. Gute Versteckmöglichkeiten für Aal und Quappe.

Europäischer Aal (Anguilla anguilla)

Die Zeit rennt, bereits eine Stunde ziehe ich meine Bahnen. Die Dämmerung bricht herein. Der erste hungrige Spitzkopfaal ist auf Nahrungssuche und labt sich an den Muscheln einer Dreikantmuschelkolonie. Anfänglich vom Licht meiner Lampe irritiert, lässt er sich aber nicht weiter stören. Meine ruhigen Bewegungen signalisieren keine Gefahr.

Unterhalb der alten Klostermauern liegen viele Mauerreste im See. Auf etwa 7m gibt es einen interessanten Haufen alter Steine. Hier lege ich mich auf die Lauer. Es ist dunkel geworden. Zeit für die Nachtjäger. Und es dauert auch nicht lange, bis die ersten Köpfe aus ihren Verstecken im Licht der Lampe erscheinen. Die kleinen Aale sind neugierig und geben mir die Möglichkeit für nahe Beobachtungen. Deutlich zu erkennen die empfindlichen Sinnesorgane am Kopf, wunderschöne Tiere.

Zurück geht es im flacheren Wasser. Auch schlafende Flußbarsche mit ihren aufgestellten Rückenflossen ermöglichen mir ein genaueres Hinsehen. Aufgestützt auf ihren Brustflossen ruhen sie am Grund und sind dennoch wachsam. Flußkrebse gehen ihrem Job nach und beseitigen die Hinterlassenschaften vom Tag. Kleine und große Hechte träumen von der letzten Jagd. Es ist auch zu dieser Tageszeit so lebendig im See. Im Lichtkegel tanzt das Zooplankton.

Zwei Stunden sind um, ich steige auf. Es war wie immer einer sehr schöner Tauchgang. Es gibt so viel zu sehen und zu entdecken. Immer wieder neu. Man muss sich nur dem Rhythmus der Unterwasserwelt hingeben, innehalten und sehen. Mein Unterzieher hat sich übrigens voll bewährt. Er trägt und taucht sich klasse.

Im Licht der Scheinwerfer gibt’s noch ein Dekobier unter Freunden. Was will man mehr?

Nachttauchgang im Straussee

Wie findet Ihr das Nachttauchen?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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2015 Ruhlesee

21.05.2015, Ruhlesee (Brandenburg)

Östlich des Brandenburger Örtchens Ruhlsdorf liegt der Ruhlesee in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bernsteinsee und Kranichsee, Ziel meines heutigen Tauchausfluges.

Ein kleiner, aber wie sich zeigt, feiner Kiessee. Der See gehört zur Campinganlage Ruhlsdorf. Die Anmeldung ist unkompliziert. Für Person und Auto ist eine kleine Gebühr zu entrichten. Am Wochenende ist wohl eine Anmeldung wegen limitierter Taucherzahlen erforderlich, wie ich erfahren habe. Die Anmeldung kann entweder direkt beim Campingplatz oder über das Tauchsportzentrum „Tauchin“ von Frank erfolgen, der dort am See eine gemütliche Tauchbasis betreibt.

Nachdem die Formalitäten erledigt sind, führt ein kleiner Sandweg 100m weiter zur Basis und Einstiegsstelle. Ich stelle das Auto ab und schaue mir den Kiessee bei allerfeinstem Wetter erst einmal in Ruhe an. Wow. Das Wasser ist klar. Wasservögel wie Haubentaucher, Blessralle und Rohrdommel beim geschäftigen Treiben. Es kann nur ein schöner Tauchgang werden.

Die Tauchklamotten sind schnell übergeworfen. Ich kann’s kaum erwarten. Und abgetaucht.

Der sandige Einstieg fällt schnell ab auf 3-4m. Wie sich zeigen wird, ist das schon beinah die Maximaltiefe. Irgendwann schramme ich gar die 5m Grenze. Aber es muss nicht immer tief, dunkel und kalt sein.

Die Sichtweiten sind sehr gut. Ich schätze mal 6m. Beides zusammen, geringe Tiefe und klares Wasser lassen die Sonne bis auf den Grund scheinen. Somit verwundert es nicht, dass der gesamte Seegrund wundervoll bewachsen ist. Ich tauche Richtung Norden in Seemitte, Wiesen und Felder von Unterwasserpflanzen. Es macht Spaß, diesen lebendigen See zu betauchen. Nach gut 25min Tauchzeit steige ich auf, um mich zu vergewissern, ob ich die Seemitte erreicht habe. Ja, fast Seemitte, 5m Tiefe und flächendeckendes Grün.

Gewöhnlicher Wasserschlauch – fleischfressende Pflanze

Es ist nicht zu übersehen, dass in diesem See der Gewöhnliche Wasserschlauch dominiert. Ganze „Wälder“ dieser besonderen Unterwasserpflanze bedecken den Seeboden. Das Besondere an ihr, sie ist eine fleischfressende Pflanze. Zu Fangblasen umgebildete Blätter helfen der Pflanze, den zusätzlichen Nährstoffbedarf zu decken.

Zwischen den Wasserschläuchen recken Ähriges Tausendblatt, Spreizender Hahnenfuß, Armleuchteralgen und verschiedenes Laichkraut zum Licht. Kleine rote Punkte, Süßwassermilben, umtanzen das Laichkraut und legen ihre Eier an der Unterseite der Blätter ab. Laichkraut eben J.

Während ich mich in Details des Wasserschlauches verliere, huscht ein stattlicher Spitzkopfaal an mir vorbei. Vielleicht habe ich den nachtaktiven Jäger in seiner Ruhe gestört.

Zurück betauche ich den Uferbereich. Das Sonnenspiel mit dem Schilfrohr ist einmalig. Auffällig die transparent-grünen, gallertartigen Klumpen an den Stengeln des Röhricht. Sie lassen das Bild unwirklich erscheinen. Bei diesen Gebilden handelt es sich um Kolonien von Wimpertierchen. Alles lebt.

Wasserschweine – Spiegelkarpfen

War die Sicht hervorragend, so ändert sich das jetzt schlagartig. Ein eindeutiges Indiz für hungrige Wühler. Und tatsächlich, zwei kapitale Spiegelkarpfen durchpflügen wildschweingleich den Boden auf der Suche nach Fressbarem, immer in Begleitung von Flussbarsche, als Opportunisten auf einen leckeren Happen hoffend. Irgendwann fühlen sich die beiden Karpfen jedoch von meinem Geblubber gestört und verschwinden.

Was für ein lebendiger See und schöner Tauchgang im Tauchrevier Deutschland. Ein kleiner aber feiner Kiessee für Unterwasserspaziergänge der besonderen Art.

Unterwasserimpressionen …

Kennt ihr den Ruhlesee?

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2015 Kalksee IV

08.05.2015, Kalksee (Brandenburg)

Luft in den Flaschen. Das Wetter stimmt. Was macht eigentlich der alte Zander im Kalksee? Ob er wohl wie jedes Jahr zur Brutpflege Stellung bezogen hat?

Das Auto ist schnell vollgeladen. Die Handgriffe sitzen :-). In gut 5 min Autofahrt stehe ich am See. Diese unsere einheimische Natur haut mich irgendwie immer um. Die Brutzeit bei den Haubentauchern ist noch in vollem Gange. Stilles Brüten im Schilfgürtel. Der Nachwuchs lässt noch auf sich warten.

Sonne und Wolken geben einander die Hand. Warm ist es. Zum Trockianrödeln wünsche ich mir durchaus die gute kalte Winterzeit herbei. Das Wasser schaut gut aus. Ich nehme direkten Zanderkurs.

Der Kalksee in Woltersdorf/Rüdersdorf

Kein Zander zu sehen. Doch was ist hier los? Unterhalb der Plattform schlängeln sich mindestens vier armdicke Aale. Wenn ich’s nicht besser wüsste, dann würde ich sagen Conger :-). OK. Wasser vergrößert. Aber diese Burschen können sich echt sehen lassen. Plötzlich huscht noch einer rechts an mir vorbei. Ich erschrecke. Mein Blubbern und die Lampe lässt sie kurz innehalten, dann verschwinden sie. Mir schien, als weideten die Aale die Muscheln an der Plattform. Ich ziehe mich ein wenig zurück und warte. Die sind bestimmt noch nicht satt. Nach wenigen Minuten tauchen die ersten wieder auf. Und ja, die Aale machen sich an den Muscheln zu schaffen. Es sind Spitzkopfaale.

Ganz langsam tauche ich an. Bringe meine Kamera in Position, doch sobald Licht ins Spiel kommt, hört der Spaß für die eigentlich Nachtaktiven auf.

Spitzkopfaal oder Conger?

Ich ziehe weiter in Seemitte. Dieser sandige Untergrund fasziniert mich immer wieder. Das ist kein Dreck oder Modder, einfach nur schöner Sand, der für eine Weile die Spuren seiner Bewohner speichert. In kleinen Mulden finden sich zarte Blattspitzen von Hornblatt und Brunnenmoos. Teich- und Dreikantmuscheln bieten Versteckmöglichkeiten für den Flußkrebs. Große Sumpfdeckelschnecken auf Wanderschaft. Man braucht einfach nur ihren Spuren zu folgen.

Auf dem Rückweg schaue ich noch einmal an der Plattform vorbei. Und tatsächlich ist erneut ein großer Aal am Fressen. Jedoch kein Zander. Er ist überfällig. Auf der Plattform liegend finde ich viele einzelne, große Schuppen. Nun bin ich kein Ichthyologe, vermag anhand der Schuppen nicht den Fisch zu bestimmen. Ein erfolgreicher Angler? Aber wer schuppt vor Ort einen Zander? Und wo wäre dann der Kopf? Fressen Zander eigentlich während der Brutpflege?

Das Wasser ist mit 14 Grad schon gut warm. Es wirkt heute geschichtet. Klar, trüb, klar, …

Mittlerweile habe ich meine Haussee vor der Tür ganz lieb gewonnen. Es sind die kleinen Dinge, die es zu entdecken gilt.

Kalksee unter Wasser

Sind Eure Zander schon bei der Brutpflege?

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2014 Straussee XIV

13.09.2014, Straussee (Brandenburg)

Flaschen sind leer, daher muss in einem See mit Infrastruktur getaucht werden. Was lag näher, als dem Haussee einen Besuch abzustatten und mit 135min einen ausgedehnten Unterwasser-Spaziertauchgang hinzulegen.

Es wird herbstlich. Das dominierende Grün von Horn- und Tausendblatt wird welk, Weißfischschwärme versammeln sich, um bald hinabzusteigen. Lauerjäger sehen gut genährt aus und kommen sicher gut über den Winter. Auffällig viele Kleinaale luken aus verschiedenen Ritzen und Löchern hervor. Neubesatz des Fischers?

Auch die großen Populationen von Süßwasserpolypen sind mittlerweile verschwunden. Mir schien es, als wenn sich zunächst die Fangarme zurückbilden und der Polyp dann abstirbt. Allein die rosafarbenden Süßwassergarnelen wuseln aufgeregt in ihren dunklen Verstecken hin und her.

Das Tauchrevier Deutschland ist so spannend. Tauchen im Straussee. Tauchen in Brandenburg.

Unterwasserimpressionen – Tauchen im Straussee

Kennt Ihr denn Straussee auch?

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2014 Straussee XIII

25.08.2014, Straussee (Brandenburg)

Bevor es morgen wieder ins Büro geht, musste ich einfach noch einmal abtauchen. Also schnell einen kleinen Abstecher nach Strausberg. Abtauchen im Tauchrevier Deutschland.

Das Motto im See war heute: „In der kleinsten Hütte ist noch Platz“.

Unterwasserimpressionen

Kennt Ihr denn Straussee auch?

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2014 Straussee VIII

14.06.2014, Straussee (Brandenburg).

Nach S-Drill, Valve-Drill und Varying Permeability Model mal wieder einen wunderschönen, entspannten TG im Hausriff. Der Straussee steckt voller Leben. Spitzkopfaal, Quappe, Kaulbarsch, Plötzen, Barsch, Güster, na und Hecht sowieso. Auch die Kleinen unter den Großen wie Süßwasserpolypen, Wasserfloh, Süßwasserschwamm, Schnecken und Süßwassergarnelen tummeln sich im See. Die Putzerkolonne Krebs hält sich noch gut versteckt in ihren Höhlen auf.

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Mario Merkel, Tauchrevier Deutschland

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