Tauchrevier Deutschland im Interview mit "Der Taucherblog"

2015 Straussee V

10.06.2015, Straussee (Brandenburg)

Nach der Reglerrevision entschied ich mich für einen Testtauchgang im naheliegenden Straussee. Ein Abstecher hierher lohnt immer. Ein wunderschöner See mit großem Fischreichtum, einer tollen Basis und jeder Menge freundlicher Leute.

Nach kurzer Anfahrt und nettem Plausch schlüpfte ich in die Tauchklamotten und marschierte die knapp 100m zum See. Spätestens hier wünsche ich mir den Winter mit um die Null Grad. Das Wasser ist ein Segen. Es trägt die Last und erfrischt zugleich.

Unendlicher Fischreichtum im Straussee

Bereits am Einstieg huschen große Schwärme von Bleien, Güstern und Plötzen um einen herum. Wundervoll. Die Sicht ist beinah hervorragend. Ich entscheide mich zunächst einen kleinen Abstecher über „Wolfgangs Wiese“ in nördliche Richtung zu tauchen. Armleuchteralgen, Laichkraut und Fadenalgen bilden eine „grüne Wiese“, einige wenige Schlammschnecken und Wassermilben mittendrin.

Ich drehe Richtung Süden und tauche auf einer Tiefenlinie von 10m parallel zum Ufer. Er ist noch erstaunlich hell, was ich auch schon anders erlebt habe. Der Seegrund wirkt wie eine Mondlandschaft, allerdings versucht das Hornblatt vereinzelt das Gebiet für sich zu beanspruchen. Steine, Äste und auch Müll werden von Polypen und Dreikantmuscheln besiedelt.

Ich drehe leicht östlich ab und komme etwa in Höhe des „Hechtbaumes“ am Ufer des Straussees an. Was ist hier los? Riesige Schwärme von kleinen Plötzen und Flußbarschen haben sich zusammengefunden. Ein faszinierender Anblick. „Baitball“ denken sich die großen Barsche und Hechte und machen unentwegt Jagd auf die Kleinen. So stelle ich mir den Sardin-Run in Südafrika vor. Es fehlen nur noch die Vögel. Ich kann mich kaum satt sehen. Völlig eingeschlossen von den flinken Fischen, liege und staune ich.

Drei kapitale Hechte im Hechtbaum schauen sich das Spektakel eher gelangweilt an. Sie brauchen eigentlich nur das Maul öffnen, um ihren Appetit zu stillen. Solch eine enorme Biomasse findet man nicht einmal in den warmen Gewässern dieser Erde. Unser Tauchrevier Deutschland ist einfach schön.

Nach einer ganzen Weile tauche ich weiter zum „Strahlenbaum“. Hier ist es vergleichsweise ruhiger. Wenige halbstarke Hechte lauern zwischen den langen Ästen des alten Baumes. Ich war schon oft hier, es wird nicht langweilig.

2h Tauchgang in dem fischreichsten Gewässer, welches ich bisher in Deutschland betaucht habe. Und mittlerweile sind es über 100 Tauchgewässer in unserem Tauchrevier, die ich kenne.

Übrigens, mein Atemregler pumpte zuverlässig Luft. Mich freut’s.

Unterwasserimpressionen vom Tauchgang

Was waren Eure schönsten Hechtbegegnungen?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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Bleimenge D8.5 versus D12

Auftrieb & Abtrieb

Glaubte ich in den Anfängen mit einer Mono 10L Flasche für meine Tauchgänge auszukommen, bin ich mittlerweile wie einige von euch bei einer D12L gelandet. Die Tauchgänge wurden anspruchsvoller. Aus Nullzeit-Tauchgängen wurden geplante Deko-Tauchgänge. Das erforderliche Minimumgas bestimmt das verfügbare Gas. Beim Höhlentauchen tritt mindestens die konservative Drittelregelung in Kraft. Ausreichend Gase, bedeutet somit auch größere Flaschen.

Bis zur Anschaffung der D12 tauchte ich mit einer D8.5. Ein Zusatzgewicht von 6kg sorgte für einen „Balanced Rig„. Mit meiner neuen, konkaven D12 stellte sich mir die Frage nach der veränderten Bleimenge. Kann ich meine Bleimenge reduzieren? Der Gewichtsvergleich zwischen D12 und D8.5 ließ dies vermuten. Da kann „jede Menge“ Blei an Land bleiben. Aber wieviel genau?

Wie ich die korrekte Bleimenge für mich ermittelt habe, möchte ich in diesem Beitrag kurz erläutern. Kein Hexenwerk. Ein wenig Rechnerei und dann der finale Check im Wasser. Da „Balanced Rig“ sowohl mit voller als auch leerer Flasche sicherzustellen ist, habe ich den Auftrieb/Abtrieb beider Systeme mit leeren Flaschen (30bar) und vollen Flaschen (200bar) berechnet (alle anderen Ausrüstungsgegenstände identisch und damit bei dieser Betrachtung nicht relevant)

Beginnen wir mit der vollen D8.5 als Referenz. Die Gewichtskraft bestimmt den Abtrieb. Die Teilgewichte von Flaschen (siehe Flaschenprägung), Luft (Volumen * Dichte) und Blei werden zusammenaddiert. Das ergibt ca. 32kg Abtrieb (siehe Tabelle 1). Nach dem Archimedischen Prinzip ergibt sich der Auftrieb aus dem Gewicht des verdrängten Wassers durch den Flaschensatz. Es wird also das Volumen der Doppelflasche benötigt, um die verdrängte Wassermenge und damit die Auftriebskraft zu ermitteln. Das Volumen des Flascheninhaltes ist klar (2×8,5 Liter). Das Volumen des Gesamtsystemes (Stahl der Flaschen, Ventile, Brücke) habe ich mit der Teilung des Gesamtgewichtes druch die Dichte für Stahl (7,9 kg/l) erhalten. Damit ergibt sich für die volle D8.5 Flaschen ein Auftrieb von ca. 20kg (siehe Tabelle 1). Daraus wiederum ermittelt sich der effektive Abtrieb der vollen D8.5 (mit Blei) von ca. 12kg. Mit der gleichen Herangehensweise berechnet sich ein Abtrieb von ca. 8kg bei den leeren D8.5 Flaschen.

Um auf den gleichen Abtrieb mit meiner neuen D12 zu kommen, ergibt sich aus den angewandten Rechnungen (siehe Tabelle 2) eine erforderliche Bleimenge von 4kg. Nicht ganz korrekt. Bei vollen Flaschne hätten 3kg Blei durchaus ausgreicht. Ich entschied mich jedoch, um die letzten Dekostufen mit leeren Flaschen gut absolvieren zu können, meine D12 mit 4kg zu beschweren.

Doppelflasche D8.5

Abtrieb Voll Leer
Gewicht Flaschen 21,6 21,6
Gewicht Luft 4,3 0,6
Gewicht Blei 6 6
Summe 31,9 28,2
     
Auftrieb Voll Leer
Flaschen 2,8 2,8
Luft 17 17
Summe 19,8 19,8
Gesamt Abtrieb ~12 ~8

Doppelflasche D12

Abtrieb Voll Leer
Gewicht Flaschen 31,0 31,0
Gewicht Luft 6,1 0,9
Gewicht Blei 4 4
Summe 41,1 35,9
     
Auftrieb Voll Leer
Flaschen 3,9 3,9
Luft 24 24
Summe 27,9 27,9
Gesamt Abtrieb ~13 ~8

Die Tests im Wasser mit leeren und vollen Flaschen haben diese Entscheidung bestätigt.

Ich kann also sagen, dass in meinem Falle die D12 gegenüber der D8.5 2kg mehr Abtrieb hat. Ehrlich gesagt, hatte ich mit weitaus mehr gerechnet, aber man darf den Auftrieb der voluminöseren Flaschen nicht unterschätzen.

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Categories: TauchTheorie

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Kontakt:

Mario Merkel, Tauchrevier Deutschland

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