Tauchrevier Deutschland im Interview mit "Der Taucherblog"

2015 Curacao, Lagun

03/2015 Curacao, Lagun

Für unseren Tauchurlaub Anfang dieses Jahres entschieden wir uns für eine Insel der Niederländischen Antillen in der Karibik – Curacao. Ein Apartment des „Bahia Apartment&Diving“ in Lagun westlich Curacaos war unser „Basislager“ für 14 Tage Tauch- und Entdeckungsabenteuer. 11 Stunden Flug mit Zwischenstopp in Düsseldorf, 40 min Transfer vom Flughafen (Hato), ein freundlicher Empfang und wir sind angekommen im karibischen Inselparadies. Die kleine Apartmentanlage mit angeschlossener Tauchbasis residiert oberhalb einer traumhaften Bucht, der Playa Lagun, die uns die schönsten Sonnenuntergänge bescherte.

Typisch für die Unterkünfte in Curacao ist die Eigenversorgung, Frühstück geschweige denn Halbpension oder All-inklusive Angebote sucht man eher vergebens. Das ist aber alles überhaupt kein Problem, im Gegenteil, macht es doch den Reiz, die Freiheit des Entdeckens und Erlebens aus. Vom großen Einkaufszentrum in Willemstad, über Minimärkte in allen größeren Orten wie Barber oder Soto bis hin zu kleinen „Tante Emma“-Lädchen in unmittelbarer Nachbarschaft und vielen Restaurant- und Barangeboten findet man alles und muss auf nichts verzichten. Jeden Morgen bieten Fischer ihre fangfrische Ware von Tuna bis Wahoo an verschiedenen Stränden wie Playa Grandi und Playa Lagun zum Verkauf. Allein dem Treiben der Fischer zuzuschauen ist ein Fest.

Mobilität auf der Insel ist unabdingbar. Erst mit einem Auto erschließt sich einem das vielfältige Angebot über und unter Wasser. Wir organisierten uns also am ersten Tag über den Auto-Dealer „Sunny“ einen Mietwagen für die gesamte Urlaubszeit. Ein echter Geschäftsmann: „Oh, um diese Zeit ist die Insel voll. Hohe Nachfrage. Den Preis kann ich nicht halten.“. Wie sich jedoch zeigte, ein fairer und freundlicher Geschäftspartner. Als er dann noch feststellte, dass wir am selben Tag Geburtstag haben, war das Eis gebrochen. Es ist aber vielleicht doch zu empfehlen, den Mietwagen vorab zu buchen. Nachdem nun der Kühlschrank gefüllt, das Auto vollgetankt, stand dem großen Abenteuer nichts im Wege. Leroy, der Tauchlehrer der Tauchbasis, erklärte uns nach einem Check-In kurz die Abläufe, alles vollkommen unkompliziert und gut sortiert. Für unsere Tagestour beluden wir unser Auto mit ausreichend Tauchflaschen und ab ging’s. Curacao hält an der Südküste zwischen Westpunt und OOstpunt gut 65 Tauchplätze bereit, von der einsamen Bucht bis hin zum „Full Service“ Badestrand. Warum das Tauchen ausschließlich an der Südküste möglich ist, wird einem schnell bei einem Besuch der Nordküste klar. Hier peitscht der Wind unermüdlich die Wellen der Karibischen See an Land. Die Brandung kracht tosend an das zerklüftete Ufer. Tauchen unmöglich.

Unterwasser-Impressionen …

Es macht sich schon das Gefühl von Freiheit breit, wenn man absolut ungezwungen der Küste auf der Suche nach dem nächsten Tauchabenteuer folgt. Kein Gruppenzwang, kein Termindruck. Wenn’s gefällt, wird angehalten, angerödelt und abgetaucht. Wundervoll. Die eigentliche Riffkante ist dem Land gut 5 – 10 min Tauchzeit vorgelagert. Ist das Riff erreicht, geht es teilweise grenzenlos in die Tiefe. Dass Curacao seine Riffe seit 20 Jahren unter Naturschutz gestellt hat, ist gut anzumerken. Flächendeckende Hartkorallen, Schwämme, Stachel- und Adlerrochen, Schildkröten, Barrakudas, Oktopusse, Feuerfische (Einwanderer), Muränen, Schlangenaale, Sardinenschwärme getrieben von Makrelen, Krebse, Langusten, viel Fisch und viele, viele große und kleine Riffbewohner sind in dieser atemberaubenden UW-Welt anzutreffen. Auch Wracktaucher kommen auf ihre Kosten, ob das „Tugboat“ in Fukbaai, „Car Wrecks“ in Vaersenbaai oder die legendäre „Superior Producer“ in Willemstad, die uns durch das dauerhafte Anlegen von Kreuzfahrtschiffen in Willemstad jedoch verwehrt war. Weder konnten wir in den zwei Wochen alle Tauchplätze aufsuchen noch ist es uns jemals langweilig geworden.

Unterwasser-Impressionen …

Aber auch über Wasser hat Curacao einiges zu bieten. Ein Besuch der Hauptstadt Willemstad im Osten ist schon beinah verpflichtend. Wer kennt sie nicht, die postkartengleichen Hollandhäuser an der legendären Schwimmbrücke. Der „Christoffelpark“ im Westen bezaubert mit seiner unberührten Natur. Leguan, Gecko, Anolis, Karakara, Trupial, Cuchubi, Barika Hel können aus nächster Nähe und in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden. „Boka Tabla“ zeigt die wilde, raue Seite von Curacao. Na und in „Williwood“ sind Flamingos in einer kleinen Lagune zu Hause.

Überwasser-Impressionen …

Drachen der karibischen Insel

Die Menschen auf Curacao sind freundlich, entspannt und gelassen und durchaus offen für einen kleinen SmallTalk. Mit Englisch kommt man gut voran. Als unabhängiges Bundesland der Niederlande ist „Dutch“ natürlich weitverbreitet und auch Amtssprache. Papiamentu, die Sprache der Einheimischen ist ein Schmelztiegel aus Spanisch, Portugiesisch, Englisch und Niederländisch.

Ein wundervolles Taucherlebnis in der Karibik, durchaus wiederholenswert, wenn es nicht so viele traumhafte Tauchplätze auf dieser Erde gäbe.

Weitere Eindrücke über und unter Wasser

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Categories: AufReisen

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