Tauchrevier Deutschland im Interview mit "Der Taucherblog"

2015 Kalksee VII

04.09.2015, Kalksee (Brandenburg)

Immer noch erfreut über die Entdeckung von Steinbeißern (Dorngrundeln) im Kalksee, wollte ich schauen, ob diese reviertreuen Tiere erneut aufzuspüren sind. Ich begebe mich also mit Sack und Pack an den Badestrand und bereite ich auf meinen Tauchgang vor. Das Wetter ist angenehm mit beinah 20 Grad. Freitag. Was will man mehr.

Ich steige ein, checke kurz mein Equipment, tauche ab und begebe mich auf die Unterwasser-Reise. Die Sichtweiten im See wechseln bekannterweise von trüb bis klar. Ich bewege mich dicht über den Teppich aus Brunnenmoos. Meine Augen Scannen den Grund. Es gibt ja Leute, die können dem Kalksee nicht sehr viel abgewinnen. Dabei gibt es eine Menge zu entdecken, wenn man sich nur die Zeit dafür lässt.

Mit kräftigen Schlägen der Schwanzflosse schießen Krebse aus dem Grün, um dann erneut im Dicht der Pflanzen einzutauchen. Aber nicht nur Krebse. Ein ruhender Aal fühlt sich durch mein Geblubber gestört, schnellt direkt vor meiner Maske aus dem Brunnenmoos und verschwindet in Windeseile im Off. Da darf man sich ruhig erschrecken. Und immer wieder Krebse. Heute sind sie besonders aktiv und zahlreich anzutreffen. Jedoch kann ich nur den Amerikanischen Flusskrebs ausmachen. Ob ich jemals unseren Europäischen Edelkrebs finden werde?

Amerikanischer Flusskrebs im Kalksee

Ein kleiner Stichling fühlt sich sicher inmitten der Wasserpflanzen. Ich muss feststellen, dass dieser Teppich aus Gemeinem Brunnenmoos vielen Tieren ein Versteck und Zuhause gibt. Eine wichtige Rolle, die den Makrophyten zuteil wird.

Ich erreiche das Gebiet, in dem ich beim letzten Male die wunderschönen Steinbeißer fand. Nun tauche ich noch aufmerksamer über den Gewässerboden. Es ist schon erstaunlich, zu welchen Leistungen das menschliche Auge nach einer gewissen Gewöhnung imstande ist. Es dauert nicht lange und ich mache das erste Tier aus. Nur der Kopf schaut aus dem Grün und verschmilzt dank einer perfekten Musterung mit dem muschelbesetzten Untergrund. Ganz ruhig beobachtet mich der Fisch. Nur nicht die Tarnung aufgeben. Ich taste mich langsam vor, um ein Foto machen zu können. Eine falsche Bewegung und der Steinbeißer verschwindet in einer Staubwolke. Schon bald finde ich das nächste Tier. Hier ist also Steinbeißer-Revier. Insgesamt vier dieser geschützten Tiere bekomme ich vor die Maske. Wie schön sie sind. Ich möchte sie nicht unnötig stressen, mache 1-2 Bilder und verschwinde wieder. Wunderbar.

Steinbeißer (Cobitis taenia), Dorngrundel, Schmerle

Viele kleine und große Teichmuscheln (Enten- oder Schwanenmuschel?) filtern unentwegt das Wasser. Mit ihren großen Siphons leisten sie gute Arbeit. Kleine Schwebgarnelen suchen Schutz in kleinen Löchern und Mulden. Hier und da ist auch der schöne Süßwasserschwamm anzutreffen.

Ich habe das Gefühl, dass mich ein kleiner Flussbarsch auf meiner Unterwasser-Entdeckungsreise begleitet. Vielleicht hat er es auf die blinkenden Boltsnaps an Kamera und Lampe abgesehen. Die Zeit vergeht wieder mal viel zu schnell. Ich beende einen weiteren schönen Tauchgang in unserem tollen Tauchrevier Deutschland.

Unterwasserimpressionen Kalksee

Wo konntet Ihr Steinbeißer beobachten?

Freue mich auf eure Kommentare, Anmerkungen, Tipps, Links und Bilder.

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